Windkraftgegner machten mobil: Protestmarsch auf den „Tiegel“

28. April 2015
Sinntal/Schlüchtern

Einen „Aufschrei“ gegen den Bau von neun 200 Meter hohen Windkraftanlagen sollte der Protestmarsch darstellen, der am Sonntag rund 80 Teilnehmer auf den „Tiegel“ führte. Das ist eine kulturhistorische Stätte auf dem Höhenzug der Langen First zwischen Sinntal und Schlüchtern.

Dazu aufgerufen hatten die Interessengemeinschaft „IG Windkraft im Sinntal ... so nicht – Zum Schutz von Mensch und Natur“ und die „BI Ramholz-Degenfeld – Rettet den Naturpark Ramholz“.

Als die Protestwanderer am Tiegel eintrafen, bot sich ihnen ein völlig verändertes Bild. Wo bisher ein Baumbestand emporwuchs, erblickten sie nun überbreite und geschotterte Wege sowie präparierte, parkplatzgroße Flächen, auf denen zwei der neun Anlagen entstehen sollen.

Termin beim Verwaltungsgericht verschoben

Willi Merx, Sprecher der IG, rief dazu auf, die Pläne in dieser Form nicht zu akzeptieren. Zunächst gehe es darum, einen Stopp der Arbeiten zu erreichen. Das Regierungspräsidium habe den Bau genehmigt, obwohl dieser gegen Umweltschutz und Bürgerrecht verstoße, so Merx.

Darüber sollte das Verwaltungsgericht Frankfurt ursprünglich am Mittwoch entscheiden. Diese Verhandlung wurde allerdings verschoben, teilte das Gericht mit. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.