Windkraftpläne für 2014 ausgesetzt

Großgemeinde vergibt Auftrag zu neuer Standortsuche

10. Dezember 2013
Sinntal

Die Planung für die Errichtung von zehn Windrädern im Bereich Breite First und Senseberg soll für ein Jahr ausgesetzt werden. Das haben die Sinntaler Gemeindevertreter nach einer kurzen Unterbrechung während ihrer Sitzung am Montagabend einstimmig beschlossen.

Die Errichtung des Windparks Buchonia auf dem 350-Hektar-Areal war für das kommende Jahr geplant. Investor SynEnergie soll dafür etwa 50 Millionen Euro eingeplant haben. Die Buchonia Wind GmbH hat beim Regierungspräsidium Darmstadt beantragt, Windenergieanlagen mit einer Höhe von 200 Metern über dem Boden und einem Rotordurchmesser von 114 Metern aufzustellen.

Die gegründete Interessengemeinschaft gegen Windkraft in Sinntal hat gegenüber der Gemeinde ihre Bedenken geäußert, dass Bodendenkmäler sowie die Gesundheit von Mensch und Tier durch den Infraschall gefährdet sein können. Daraufhin hat die Großgemeinde bei der Genehmigungsbehörde, dem Regierungspräsidium Darmstadt, beantragt, die Planung für ein Jahr zurückzustellen. Voraussetzung dafür ist, dass die Gemeinde Sinntal einen Flächennutzungsplan aufstellt, ändert oder ergänzt.

Bereits vor sechs Jahren hat die Gemeindevertretung einen Teil-Flächennutzungsplan beschlossen, in dem die Aufstellung von Windrädern geregelt wurde. Weil es aber politische und rechtliche Diskussionen um das Thema Windenergie gab, konnte die Planung nicht realisiert werden und wurde deshalb verschoben.

Mittlerweile sieht man in Sinntal aber Handlungsbedarf, um die Windenergie steuern zu können. Daher hat die Großgemeinde den Auftrag vergeben, die Untersuchung der früheren Standorte, die für die Windräder vorgesehen waren, zu überarbeiten. Es soll herausgefunden werden, an welchen Standorten im Gemeindegebiet Windenergieanlagen aufgestellt werden könnten und wo dies vermieden werden soll. Um schädliche Umwelteinwirkungen zu vermeiden, sollen die Windräder im Gemeindegebiet nicht ungeordnet aufgestellt werden.

Die Gemeinde Sinntal befürchtet aber nun, dass die angesteuerte Planung durch die Zulassung des Windparks Buchonia unmöglich gemacht oder erschwert werden könnte. Zurzeit sind die Untersuchungen für geeignete Windvorrangsflächen noch nicht abgeschlossen. Der Gemeindevorstand kann daher nicht mit ausreichender Sicherheit sagen, ob die Windräder ganz oder nur teilweise in dem Gebiet aufgestellt werden, das in dem Teil-Flächennutzungsplan vorgesehen ist.

Eine vorzeitige Zulassung der Windenergieanlagen könnte dazu führen, dass die angestrebten Standorte, die in Sinntal für die Windräder vorgesehen sind, nicht genutzt werden.

Der Fläche, auf dem der beantragte Windpark aufgestellt werden soll, steht zurzeit noch der Regionalplan Südhessen 2010 entgegen, demnach die Forstwirtschaft Vorranggebiete hat. Nach den Voraussetzungen des neuen Landesentwicklungsplanes Hessen ist es möglich, dass die Windgeschwindigkeiten hier nicht eingehalten werden können.