„Windräder machen krank“: Aktivist referierte bei Infoabend in Breitenbach

21. August 2016
Breitenbach

Zu einer Informationsveranstaltung über den Bau von zehn weiteren Windkraftanlagen bei Breitenbach hatte der FDP-Ortsverband Schlüchtern-Sinntal in den Landgasthof Weining eingeladen. Mit dabei: Aktivist Rolf Zimmermann, der dem Landesverband Vernunftkraft-Hessen vorsitzt.

Von unserem Mitarbeiter Walter Dörr

Positiv überrascht war der Vorsitzende der Liberalen, Alexander H. Klüh, bei der Begrüßung angesichts der mehr als 60 Anwesenden. Die FDP Schlüchtern-Sinntal habe zu der Informationsveranstaltung eingeladen, weil es Ungereimtheiten nach der Offenlegung der Pläne gebe. Als Experte referierte Rolf Zimmermann aus Linsengericht, der Vorsitzende des Landesverbandes Vernunftkraft-Hessen, einem Zusammenschluss von 74 Bürgerinitiativen in Hessen, Vorstandsmitglied des Dachverbandes Gegenwind Main-Kinzig-Kreis/Naturpark Spessart und der Bürgerinitiative Windkraft im Spessart sowie FDP-Mitglied im Main-Kinzig-Kreistag.

Zimmermann kritisierte den betriebenen „Windwahn“ im Main-Kinzig-Kreis (120 Stück trotz Schwachwindgebiet), beschrieb den immensen Flächenbedarf für die Fundamente und die Zuwege einer Windkraftanlage, die Auswirkungen eines WKA-Betriebs auf Fauna und Flora und wies besonders auf die Gesundheitsgefahren für den Menschen hin. Wie durch die nächtliche Warnlichter, Schattenwurf und Schlagschatten, Eiswurf (betroffen sei die A66) und Infraschall, also Schallwellen unter der Hörschwelle, die dennoch Auswirkungen auf die Gesundheit haben könnten.

Zimmermann fordert größere Abstände

Drei Orte mit Lärmwerten, die eine WKA-Genehmigung eigentlich nicht ermöglichen, hat die Bürgerinitiative ermittelt, dabei auch touristische Anziehungspunkte wie der Acisbrunnen in Schlüchtern und die Brathähnchenfarm in Steinau. „Windkraftanlagen machen krank“, stellte Rolf Zimmermann fest und forderte mehr Abstand (in Hessen 1000 Meter zur Bebauung). Während gesetzliche Bestimmungen die Beziehung „zum Menschen“ regelten und kaum Einfluss auf die Genehmigung ermöglichten, sieht die BI im Gutachten zum Vogelbestand gravierende Fehler. Die Zahlen für die gefährdeten Tierarten Rotmilan, Schwarzstorch und Mopsfledermaus stimmten nicht, wie in einem zu erstellenden Gutachten nachgewiesen werden soll. Das Geld dafür erhofft der FDP-Ortsverband mit Spenden abdecken zu können.

Noch bis zum 30. August können Einwendungen gegen den Genehmigungsantrag beim Regierungspräsidium Darmstadt eingereicht werden. Musterschreiben-Bausteine können unter www.bergwinkel.org heruntergeladenen werden. In der Diskussion wurden die Pachterlöse in Millionenhöhe für die Stadt und Wertverluste von Immobilien angesprochen, Betroffene aus Sinntal berichteten über Belastungen, und von ehemaligen und derzeitigen Mandatsträgern wurde nach Schuldigen für die Genehmigung der Windkraftanlagen im Stadtbereich gesucht.

Wert 1.199 Euro! Gewinnen Sie einen original Cooking-Chef