Jugendpreis 2018: Johannes Fautsch will die Jugend für Kirche begeistern

14. April 2018
Fulda

Johannes Fautsch aus Alsfeld ist einer von 15 Kandidatinnen und Kandidaten, die die Chance auf den Jugendpreis 2018 haben. Der 19-Jährige ist Obermessdiener der Innenstadtpfarrei. Der Preis wird von unserer Zeitung und von move36 mit Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes ausgelobt. Ab 28. April können Sie, liebe Leserinnen und Leser, dann für Ihren Favoriten abstimmen.

Cargando reproductor ...

Von unserem Redaktionsmitglied Suria Reiche

Der 19-jährige Johannes Fautsch hat ein großes Ziel: Er will die Jugend für die katholische Kirche begeistern, das angestaubte Image beseitigen. Als Obermessdiener der Innenstadtpfarrei engagiert er sich dafür unermüdlich.

Unter dem Gewand von Johannes Fautsch blitzen rote Turnschuhe hervor. Hoch oben auf dem Turm der Stadtpfarrkirche zückt er sein Smartphone und macht ein Foto für die Facebook-Seite der „Stadtminis“. So nennen sich die Ministranten der Innenstadtpfarrei, für die sich Johannes Fautsch gemeinsam mit Josef Zahner engagiert.

Die beiden sind 19 Jahre alt und wollen, dass die Kirche für Kinder und Jugendliche attraktiver wird. „Wir möchten, dass sie sich mit der Kirche wieder mehr identifizieren können“, sagt Johannes.

Ihm selbst wurde der Glaube quasi in die Wiege gelegt. „Als Kind war ich oft mit meinen Eltern im Dom.“ Bei einem Besuch als Kind lagen dort Flyer aus, auf denen für die Wanderwoche der Messdiener geworben wurde. „Ich habe mich einfach mal darauf eingelassen und es nie bereut“, sagt der Alsfelder, der zu diesem Zeitpunkt zwar schon Messdiener im Vogelsberg war, aber „neue Leute kennenlernen wollte“.

Seitdem er elf Jahre alt ist, ist Johannes nun Messdiener der Fuldaer Innenstadtpfarrei. Seit zwei Jahren ist er Obermessdiener und betreut seitdem rund 100 Ministranten – mit großer Leidenschaft. Fast jeden Tag circa 40 Kilometer von Alsfeld nach Fulda zu fahren, ist für Johannes deswegen kein Problem: „Ich komme gern in die schöne Barockstadt.“

Hier übernimmt er kirchliche und freizeitliche Aufgaben. Zu ersterem gehört das Dienen bei Gottesdiensten sowie die Begleitung von Prozessionen an christlichen Feiertagen.

Für den Jugendpreis unserer Zeitung vorgeschlagen wurde Johannes von der Mutter eines Ministranten : „Die Messdiener sind sehr engagiert und unternehmen sehr viel mit den verschiedenen Gruppen. Allen voran möchte ich hier Johannes Fautsch erwähnen“, begründete sie.

Der 19-Jährige will jedoch gar nicht allein in der Öffentlichkeit stehen: „Josef und ich – wir machen das zusammen“, sagt er. Und sie machen ihreArbeit anscheinend richtig gut: Das zeigt die Begeisterung, mit der die „Stadtminis“ dabei sind. Vor allem bei dem jährlich stattfindenden Zeltlager, das für alle Kinder unabhängig ihrer Konfession stattfindet, sei diese zu spüren. „Das sind unvergessliche zwei Wochen. Wir brechen aus dem Alltag aus und haben viel Spaß zusammen“, erzählt Johannes.

Genau wie bei der Wanderwoche, die die Messdiener schon an viele Orte führte. Und die ihre Gemeinschaft stärkt – das sei für den 19-Jährigen das Schönste an seiner ehrenamtlichen Tätigkeit. „Mein Ehrenamt sehe ich eher als Freizeit nicht als Arbeit“, sagt er. Der Alsfelder studiert Gymnasiallehramt. Eines seiner Fächer ist katholische Religion. „Irgendwann werde ich dann also auch Religionslehrer sein“, sagt er und lacht. Bis es so weit ist, engagiert er sich weiter in der Innenstadtpfarrei in Fulda.

Zu seinen Aufgaben gehört, dass bei Gottesdiensten, zum Beispiel in der Stadtpfarrkirche, im Dom oder in der Michaelskirche, Ministranten dienen. „Hauptsächlich sonntags, aber wir dienen auch unter der Woche und an vielen christlichen Feiertagen.“ Besonders bewegend seien die Prozessionen an Christi Himmelfahrt oder Fronleichnam, an denen die Messdiener mitwirken.

„Außerdem organisieren wir noch das Sternsingen und das Klappern in der Karwoche.“ Und das alles neben dem Studium und mit dem bereits genannten Ziel, mehr junge Menschen in die Kirche zu holen. Sollte das für Johannes den Jugendpreis bringen, dann sollen die 1000 Euro Preisgeld dafür verwendet werden, die knapp 15 Jahre alten Liederbücher zu erneuern, die die Messdiener bei ihren Ausflügen benutzen. „Am Lagerfeuer würden sich Bücher einfach besser machen, die nicht drohen, auseinanderzufallen.“