Schwerstverletzt im Unfallwrack eingeklemmt: Autofahrer helfen nicht

10. Mai 2017
Breitenbach am Herzberg

Auf der A 5 ist es am Mittwoch zu einem schlimmen Unfall gekommen. Doch der wirklich schlimme Teil spielte sich erst danach ab: Es dauerte Minuten bis jemand den Schwerverletzten, die im Unfallwrack eingeklemmt waren, half. Auch für den Rettungsdienst bildeten die Autofahrer keine Gasse.

Ein 79-Jähriger Falschfahrer aus dem Landkreis Mettmann prallte in der Nacht zu Mittwoch frontal in einen Pkw. Die Fahrer beider Autos wurden schwer verletzt in ihren Fahrzeugen eingeklemmt. Der Unfall ereignete sich zwischen der Anschlussstelle Alsfeld-Ost und der Raststätte Rimberg entgegen der Frankfurter Fahrtrichtung.

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Wie die Polizei und Rettungskräfte am Unfallort sagten, unterließen gleich mehrere Verkehrsteilnehmer die Erste Hilfe. „Minutenlang kümmerte sich niemand um die Verunfallten, Lastwagen und Autos schlängelten sich an den Unfallwracks mit den Schwerverletzten vorbei“, so ein Polizeisprecher. Die unglaublichen Szenen wurden wenig später noch getoppt, als im Stau keine Rettungsgasse für die Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdienst gebildet wurde. Mit Martinshorn und Blaulicht kämpften sich die Retter teilweise im Schneckentempo zur Unfallstelle. „Es war wirklich belastend für die Unfallopfer, sie warteten eingeklemmt auf Hilfe“, so ein Polizeisprecher am Unfallort.

Für die Rettung der Eingeklemmten musste die Feuerwehr hydraulische Rettungsgeräte einsetzen. Wie Kirchheims Gemeindebrandinspektor Thomas Schneemilch schilderte, konnte der unfallverursachende Fahrer relativ schnell aus seinem Fahrzeug befreit werden. Dem entgegen gestaltete sich die Rettung des Unfallopfers im zweiten Auto sehr schwierig. Über eine Stunde kämpften die Feuerwehrleute gegen die hochmoderne Stahlkarosserie, in welcher de Fahrer im Bereich der Beine eingeklemmt war.

„Wir mussten alle zur Verfügung stehenden Rettungsmittel unseres Rüstwagens und Hilfeleistungslöschfahrzeuges einsetzen“, so der Gemeindebrandinspektor. Beide Fahrer wurden schwer verletzt in umliegende Krankenhäuser gebracht. Mit hydraulischer Rettungsschere, Spreizer samt Kettensatz, Rettungszylindern und Pedalschneider konnten die Einsatzkräfte den Verunfallten aus dem Fahrzeugwrack retten.

Zur Versorgung der schweren Verletzungen waren zwei Notärzte sowie mehrere Rettungsteams aus den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg und Vogelsbergkreis im Einsatz. Neben mehreren Streifen der Polizeiautobahnstation Bad Hersfeld, war auch eine Streife der Polizeistation Alsfeld vor Ort. Zur Rekonstruktion des Unfalls wurde von der Staatsanwaltschaft ein Gutachter beauftragt. Die A5 war nach dem Unfall in Fahrtrichtung Frankfurt für mehrere Stunden voll gesperrt. / pw

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