Besitzer: „Krokodil war bereits tot“

08. März 2017
Schlitz

Der Besitzer des in Schlitz tot aufgefundenen Krokodils will das Tier nicht lebend ausgesetzt haben: Wie er gegenüber der Polizei aussagte, sei das Tier kurz bevor er es weggeschafft habe, in seinem Terrarium eingegangen. Gekauft hat der Vogelsberger das Tier nach eigenen Angaben in einer Zoohandlung.

Der Kauf soll etwa vier Jahre zurückliegen. Am 15. Februar dieses Jahres wurde es dann von dem inzwischen zehnjährigen Julius Becker gefunden. Wie der Besitzer gegenüber der Polizei in Lauterbach mitteilte, sei es nur kurze Zeit vorher im Terrarium verendet.

Anschließend habe der Mann den Kadaver zum Fundort in Schlitz gebracht und dort abgelegt. Das geht aus einer gemeinsamen Presseerklärung von Polizei, Landeslabor und Veterinäramt hervor.

Gegen den Tierhalter erstattete die Polizei eine Anzeige: Sie verdächtigt den Mann gegen das Tierschutzgesetz verstoßen zu haben. In Hessen ist die private Haltung von Krokodilen verboten. Die Staatsanwaltschaft in Gießen ermittelt.

Das Tier war zur Aufklärung des Sachverhaltes zum Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz in Lauterbach gebracht worden. Dort veranlasste man eine Untersuchung im Hessischen Landeslabor in Gießen. Die hat ergeben, dass es sich bei dem Tier um einen Brillenkaiman handelte. Die Todesursache konnte nicht zweifelsfrei ermittelt werden.

Als das Krokodil gefunden wurde, fehlten ihm etwa 20 Zentimeter des Schwanzes. Wie Polizeisprecher Wolfgang Keller auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilte, sei das Tier wahrscheinlich während der 1 bis 2 Tage am Fundort von anderen Tieren angefressen worden. /lua

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