Bislang drei Bewerber in Vogelsberger CDU: Boss, Heinz und Ruhl wollen in Landtag

03. November 2017
Vogelsbergkreis

Mit welchem Kandidaten will die Vogelsberger CDU bei der Landtagswahl 2018 das Direktmandat im Vogelsbergkreis verteidigen? Aktuell bewerben sich mit Dieter Boss (59, Schwalmtal), Alexander Heinz (41, Alsfeld) und Michael Ruhl (33, Herbstein) drei stellvertretende Kreisvorsitzende.

Von unserem Redaktionsmitglied Walter Kreuzer

Vor fünf Jahren konnte die CDU ihren Landtagsabgeordneten Kurt Wiegel (Lauterbach) noch einmal von einer Kandidatur überzeugen. Damals war schon abzusehen, dass 2018 jemand anderes würde antreten müssen. Die Überlegung, in der Mitte der Legislaturperiode zurückzutreten und für den Ersatzmann Dr. Jens Mischak (Lauterbach) Platz zu machen, hat sich zerschlagen: Inzwischen ist Mischak im Zuge eines Generationswechsels in der CDU nicht nur Kreisvorsitzender, sondern auch Vizelandrat in einer Großen Koalition.

Auch ein zweiter Hoffnungsträger der Christdemokraten, Stephan Paule, kommt nicht für den Landtag in Frage. Er hat den Bürgermeistersessel in der einstigen SPD-Hochburg Alsfeld erkämpft und steht bei seinen Parteifreunden im Wort, dieses Amt weiter auszuüben.

Mischak hat den Ortsverbänden und Organisationen eine Frist bis Ende Oktober gesetzt, um Vorschläge einzureichen. Bis Donnerstagnachmittag lagen Meldungen mit den drei genannten Bewerbern vor. Laut Satzung können aber selbst beim Nominierungsparteitag am 20. Januar in Mücke noch Vorschläge unterbreitet werden, wie er gegenüber unserer Zeitung betont. Mischak: „Ich bin überrascht, dass es so viele Bewerber gibt. Das zeugt von Selbstbewusstsein.“

Dieter Boss aus Schwalmtal, Alexander Heinz aus Alsfeld sowie Michael Ruhl aus Herbstein haben ihre Hüte in den Ring geworfen. Diese Konstellation stellt den Kreisvorstand vor eine besondere Herausforderung. „Man muss sehen, ob wir eine Empfehlung abgeben. Ich neige eher dazu, darauf zu verzichten, um keinen zu düpieren“, sagt der Kreischef mit Blick auf die Tatsache, dass alle drei Bewerber Stellvertreter von ihm sind. Er schätzt das Rennen als offen ein – auch weil es keinen Ortsverband mit einer überwältigend großen Delegiertenzahl gibt.

Der Bundesbankbeamte Michael Ruhl steht für den eingeleiteten Generationswechsel. „Schon vor fünf Jahren wollte ich Ersatzkandidat werden, unterlag aber parteiintern gegen Jens Mischak. Mein Interesse an der Landespolitik ist deshalb aber nicht erloschen“, nennt Ruhl seine Motivation und verweist auf seine „gute Vernetzung in der Landes-Union“.

Der Viehkaufmann Dieter Boss vertraut dagegen auf seine Lebenserfahrung und zu „wissen, was die Menschen bedrückt und was sie möchten – unter anderem erfahrene Menschen im Landtag“. Hinter ihn hat sich bereits sein Ortsverband Schwalmtal gestellt. Ähnliche Rückendeckung aus der Heimat dürfte Alexander Heinz erhalten haben.

Der Buchhändler macht derzeit eine zehnmonatige Wehrübung und ist seit vier Jahren in der CDU und Kommunalpolitik (als Stadtverbands- und Fraktionsvorsitzender) aktiv.