Die spannendste Vogelsbergrallye aller Zeiten: Alles, was Sie wissen müssen

06. April 2017
Schlitz

Deutschlands Rallye-Elite gastiert am Wochenende im Vogelsberg – und verspricht nie dagewesene Duelle. Wer die Sieganwärter sind, warum Lokalmatador Michael Rausch im Opel Ascona nicht mehr im Wettbewerb ist und wo die besten Plätze sind – wir haben alles Wichtige zusammengefasst.

Von unserem Redaktionsmitglied Markus Kubiak

So eng war der Kampf an der Spitze der Deutschen Rallyemeisterschaft (DRM) seit unzähligen Jahren nicht mehr. Vorjahressieger Christian Riedemann spricht im exklusiven FZ-Interview von einem Vier- oder Fünfkampf um den Sieg.

Die Fakten:

Drei Tage, 12 Prüfungen, knapp 90 Fahrzeuge: Schlitz ist ab Donnerstag wieder das Mekka der deutschen Lenkrad-Akrobaten. Im Prinzip werden drei Meisterschaften ausgefahren: die Spitzenteams messen ihre Kräfte in der Deutschen Rallyemeisterschaft, Hobby-Piloten tragen das Rallye Masters mit einer ganzen Reihe von Untergruppen – genannt Divisionen – aus und im Opel Rallye Cup liefern sich Nachwuchsfahrer ein beinhartes Duell im Einheits-Adam. Los geht es am Donnerstag mit dem Shakedown – einem freien Training – in Willofs. In den vergangenen Jahren gab es keinen Shakedown in Schlitz, nur einen inoffiziellen im sogenannten Stehrodrom. Nun schießt sich die deutsche Rallye-Elite am Donnerstag in Willofs ein. Gefahren wird auf derselben Strecke wie bei der Prüfung am Freitag – jedoch in entgegengesetzter Richtung. Von 18.30 bis 20.30 Uhr sind die Piloten dort unterwegs, der Eintritt ist frei. Freitag und Samstag kostet der Eintritt 10 Euro, Kinder unter 14 Jahren zahlen nichts. Der Servicepark liegt wie jedes Jahr im Herzen von Schlitz in der Bahnhofstraße. Einen genauen Zeitplan aller Wertungsprüfungen finden Sie am Ende des Artikels.

Von der größten Neuerung profitieren Benutzer von Smartphones: Mit der App „RallySafe“ kann jede Wertungsprüfung (WP) live auf dem Display mitverfolgt werden. Für RallySafe ist jedes Wettbewerbsfahrzeug mit einem Transponder ausgestattet. Dank Satellitentechnik Iridium ist das Trackingsystem unabhängig vom Handynetz – im Vogelsberg gibt es bekanntlich Funklöcher.

Wer gewinnt dieses Jahr?

Die spannendste Vogelsbergrallye aller Zeiten: Alles, was Sie wissen müssen

Kommt als Favorit in den Vogelsberg: Fabian Kreim / Foto: sigi

Christian Riedemann im 208er Werks-Peugeot verspritzte vor 12 Monaten in der Schlitzer Altstadt den Sieger-Sekt. 2017 ist wieder mit ihm und seinem Beifahrer Christian Wenzel zu rechnen. Riedemann ist – einigen Jahren in der Junior-Weltmeisterschaft sei Dank – richtig gut auf Schotter unterwegs – wovon es auf den Prüfungen im Vogelsberg eine ganze Menge gibt. Er geht in seine zweite Saison für das werksunterstützte Romo-Team, kennt sein knapp 300-PS-starkes Arbeitsgerät inzwischen. Messen muss er sich mit dem Deutschen Meister Fabian Kreim (Škoda Fabia) und seinem Beifahrer Frank Christian. 2015 verlor der Werkspilot den Vogelsberg-Sieg auf der letzten Prüfung, vergangenes Jahr war er wieder auf der Siegerstraße, machte Samstagmorgen aber einen Fehler und warf den Sieg weg. Dieses Jahr scheint Kreim übermächtig. Zuletzt fuhr der amtierende Deutsche Meister DRM-Siege in Serie ein. „Aller guten Dinge sind Drei“, gibt sich Kreim im Interview entsprechend kämpferisch für seinen ersten Vogelsberg-Sieg. Ausführliche Interviews mit Christian Riedemann und Fabian Kreim finden Sie in der Donnerstags- und Freitagsausgabe unserer Zeitung.

Dominik Dinkel holte letztes Jahr im unterlegenen S2000er-Škoda Platz zwei. Dieses Jahr geht der Oberfranke wie Kreim im pfeilschnellen Fabia-R5 an den Start – zusammen mit Beifahrerin Christina Kohl. Beim ersten Saison-Lauf im neuen Arbeitsgerät verlor er gerade einmal eine dreiviertel Minute auf Sieger Kreim – ein starker Einstand. Nur Sekunden langsamer waren Ex-Autocross-Europameister René Mandel mit Beifahrer Dennis Zenz im Ford Fiesta und der Vogelsberg-Sieger von 2013, Sandro Wallenwein mit Co-Pilot Marcus Poschner (Škoda Fabia). Wallenwein feierte nach knapp zwei Jahren Abstinenz sein Comeback, und gehörte direkt wieder zu den Schnellsten. Georg Berlandy (Peugeot 208) und sein Co Peter Schaaf, Chris Brugger (Ford Fiesta) mit der Schlitzer Beifahrerin Katrin Becker sowie das Krakauer-Duo Daniel Chwist und Dariusz Burkat (Hyundai i20) lauern in ebenbürtigen Fahrzeugen auf Fehler der Top Fünf.

Wo sind die historischen Autos hin?

Die spannendste Vogelsbergrallye aller Zeiten: Alles, was Sie wissen müssen

Hans-Friedrich Feller mit dem Renault Alpine A 310 fehlt dieses Jahr / Foto: Charlie Rolff

Nicht am Limit unterwegs, dafür immer für einen Drift zu haben, waren in den vergangenen Jahren die historischen Rallye-Autos. Dieses Jahr fehlen Ford Cortina, Opel Kadett und Renault Alpine jedoch bei der Vogelsbergrallye. Grund: die „Slowly Sideways“, so ihr Name, fahren zeitgleich in der Schweiz. Dort findet die Rallye Criterium Jurassien statt. Ein Trostpflaster hat Rallye-Leiter Friedrich Goldstein aber für die Fans: im Teilnehmerfeld sind einige historische Wagen dabei, darunter ein Opel Ascona 400 und ein Porsche 911. Zwei Autos, die Potenzial zum Publikumsliebling haben. Der legendäre Škoda 130 RS fährt ebenfalls wieder im Rahmenprogramm mit.

Wieso fährt der Rausch-Ascona nicht mehr?

Die spannendste Vogelsbergrallye aller Zeiten: Alles, was Sie wissen müssen

Der Schlitzer Michael Rausch hier mit Beifahrerin Meike Maulitz / Foto: Karlo Jörg

Jahrelang hatte es der Deutsche Motorsportbund (DMSB) angekündigt, seit dieser Saison ist es Realität. Die Fahrzeuge der beliebten Gruppe H sind bei DRM-Veranstaltungen nicht mehr zugelassen. Davon ist auch der kanariengelbe Opel Ascona des Schlitzers Michael Rausch betroffen. Das Problem erklärt Vogelsberg-Leiter Friedrich Goldstein: Gegen die Autos aus dem freizügigen Reglement der Gruppe H waren Fahrzeuge anderer Klassen chancenlos. Ein Missstand, der im Ausschluss endete. Dennoch müssen die Fans nicht ganz auf den Ascona verzichten. Rausch pilotiert ihn als Vorauswagen mit der Doppel-0.

Wo sind die besten Plätze?

Die spannendste Vogelsbergrallye aller Zeiten: Alles, was Sie wissen müssen

Die Sprungkuppe am Schlitzer Sägewerk ist bekannt andere Stellen weniger / Foto: Charlie Rolff

Der Zuschauertreff schlechthin ist Freitag im Schlitzer Stadtteil Willfos am Ortsrand (hier der ungefähre Wegpunkt). Am dortigen Rundkurs kommen Abertausende zusammen. Die Startzeiten entnehmen Sie dem Zeitplan unten. Wer die Autos an dem Tag lieber auf Schotter erleben möchte, ist westlich von Schlitz auf der Wertungsprüfung „Kreutzergrund“ richtig. Zwischen Schlitz nach Willofs geht auf halber Strecke links ab zum Zuschauerpunkt 2 (hier der ungefähre Wegpunkt) – für Essen und Trinken ist dort gesorgt. Kleiner Tipp: Die erste Wertungsprüfung dort verfolgen, danach nach Willofs zum Nachtspektakel auf dem Rundkurs.

Samstagmorgen lohnt sich der Weg ins abgelegene Ober-Seibertenrod – etwa 45 Kilometer von Fulda entfernt. Die weite Anreise wird entschädigt: eine interessant gelegene 180-Grad-Kehre auf der einen Seite des Dorfes (hier der ungefähre Wegpunkt), ein steiler Anstieg auf der anderen (hier der ungefähre Wegpunkt). Das beste: Beide Passagen gehören zu unterschiedlichen Wertungsprüfungen, die Kehre zu „Feldatal“ und der Anstieg zu „Stadt Ulrichstein“. Sie werden je zwei Mal gefahren und starten im Abstand von knapp 20 Minuten – wer sich also beeilt, kann die Herren Kreim, Riedemann und Co. mehrmals sehen. Das Finale lässt sich an der beliebten Sprungkuppe oberhalb von Bernshausen (hier der ungefähre Wegpunkt) miterleben. Eine schöne Alternative ist eine Spitzkehre am Ortsausgang von Hattenbach bei Kirchheim (hier der ungefähre Wegpunkt). Wer sich gut postiert, hat eine guten Überblick auf das Geschehen.

Hier der Zeitplan der Rallye die Startzeiten stehen jeweils rechts

null

null

Sie erreichen das
Service-Center der Fuldaer Zeitung
sowie der weiteren Veröffentlichungen des Verlags Parzeller unter folgenden Rufnummern:
Abo-Service: 0661 280 310
Anzeigenverkauf:

Die Kontaktdaten des Anzeigenverkaufs finden Sie hier.

Kleinanzeigen können Sie direkt hier aufgeben.

Sie erreichen die
Redaktion der Fuldaer Zeitung
unter folgenden Rufnummern:

Sekretariat Redaktion: 0661 280 304 oder 0661 280 305

Sekretariat Lokales: 0661 280 308

...sowie über die Email-Adressen und Kontaktformulare, die sie unter diesem Link finden.

Bei allen weiteren Fragen helfen Ihnen gerne die Mitarbeiter unserer Geschäftsstellen weiter. Infos zu Öffnungszeiten und weiteren Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier.