Evangelischen Kirchengemeinde informiert über Veränderungen

In der Evangelischen Kirchengemeinde in Schlitz fanden einige Veränderungen statt

28. Januar 2014
Schlitz

In den letzten Wochen gab es im nebenberuflichen Dienst der Evangelischen Kirchengemeinde Schlitz viele Veränderungen. Im Kirchenvorstand war man deshalb der Meinung, dass der Gemeinde diese Veränderungen einmal im Rahmen eines Gottesdienstes vorgestellt werden sollten.

Vor allem aber für all diese Dienste und die, die sie ausfüllen, um Gottes Segen zu bitten. Dieser Gottesdienst mit der Vorstellung der Veränderungen fand am vergangenen Sonntag statt.

Den würdevollen, musikalischen Rahmen übernahm der Kirchenchor "Laudate". Wie ja bekannt ist, gab es auch hier Veränderungen. Zu Gehör brachten die Sänger und Sängerinnen "Freuet euch allezeit", "Laudate omnes gentes", "Komm Herr und segne uns". Bei letzterem Liedbeitrag wurde der Chor von Brigitte Ober-gfell mit ihrer Geige begleitet.

Dankesworte richtete Pfarrer Siegfried Schmidt als Erstes an eine Mitarbeiterin, die über viele Jahre hinweg ganz im Hintergrund und oft unbemerkt, aber immer verlässlich mit viel Umsicht und dem Blick für das Ganze, den Reinigungsdienst versehen hat. Zunächst in der Kirche dann aber auch im Gemeindehaus. Seit 1990, genau 23 Jahre lang, tat Alma Knöll den Dienst in der Gemeinde.

Zum 31.12. 2013 schied sie auf eigenen Wunsch aus. In den letzten Jahren wurde sie von ihrem Ehemann Waldemar tatkräftig unterstützt, in der Urlaubszeit übernahm Tochter Lina oft die Vertretung. Die Kirchengemeinde sei froh, so Pfarrer Schmidt weiter, dass es im Reinigungsdienst keine Vakanz gebe, sondern es nahtlos und ohne irgendwelche Anlaufschwierigkeiten weitergehen kann.

Elena und Peter Matis haben in der Vergangenheit Alma Knöll schon mehrfach vertreten und übernehmen den Reinigungsdienst im Gemeindehaus offiziell ab dem 1. Januar 2014. Ihnen gelte ein herzliches Willkommen.

Auch auf dem Sektor der Kirchenmusik gab es auf Grund von traurigen Anlässen Veränderungen. Im zurückliegenden Jahr 2013 musste man plötzlich und unerwartet von zwei langjährigen Kirchenmusikern Abschied nehmen. Am 23. März verstarb der langjährige Kantor Jörn Albrecht in Ausübung seines Dienstes an der Orgel. Am 1. Juni, ebenfalls unerwartet, der Dirigent des Kirchenchores "Laudate", Volker Dotzert. Für deren Angehörige vor allem, aber auch für die Gemeinde, so Schmidt, war und ist es ein schmerzlicher Verlust. "Wir vertrauen darauf, dass unser Gott immer dann, wenn er von uns nimmt, uns auch gibt, dass er uns dort, wo Wege zu Ende gehen, neue Anfänge gibt, im Leben der Verstorbenen, im Leben der Angehörigen und im Leben unserer Gemeinde." Heute könne man sehr dankbar und auch froh darüber sein, dass neue Anfänge möglich wurden. Im Organistendienst haben sofort vertretungsweise und nunmehr dauerhaft drei Menschen ihre Bereitschaft erklärt und sich in den Dienst der Gemeinde rufen lassen: Barbara Möller (Schlitz), Renate Muhl (Üllershausen) und Mario Stucki (Unter-Schwarz).

In der Leitung des Kirchenchores "Laudate" gab es mit Dirigentin Annette Schulz (Lauterbach) nach den Sommerferien ebenfalls einen neuen und guten Anfang. "Wir freuen uns sehr, dass ihr das Team der Kirchenmusik in unserer Gemeinde verstärkt. Die Musik, der Gesang gehört zu den wirklich schönen und vielfältigen Begabungen unserer Gemeinde, die gepflegt und immer wieder neu geweckt sein wollen. Was aber besonders in euren Händen liegt, dass das Lob Gottes hier am Ort laut wird und viele dazu motiviert, mit einzustimmen. Wir haben in den letzten Wochen und Monaten bereits erlebt, dass ihr dazu nicht nur sehr begabt seid, sondern auch ein tolles Engagement mitbringt.

Wir wünschen euch ein Herz, in dem es singt und musiziert und das andere ansteckt, es euch gleich zu tun."

Seine anschließende Predigt führte Pfarrer Siegfried Schmidt zu den Zeilen der Apostelgeschichte 10,21-35 aus. Sie befasste sich mit Hauptmann Kornelius, einem eher unbequemen Zeitgenossen. Er war nicht direkt unsympathisch, aber er brachte damals die Menschen in Unruhe, weil er sie verunsicherte.

Im Anschluss an den Gottesdienst fand die jährliche Gemeindeversammlung der Evangelischen Kirchengemeinde Schlitz statt. Dort wurden neben den regelmäßigen Veranstaltungen vor allem die besonderen Höhepunkte im laufenden Kirchenjahr vorgestellt: In der Kinder- und Jugendarbeit waren hier besonders die Kinder-Bibelwoche "Mut tut gut" vom 1.-6. April und das Jungschar-Zeltlager vom 18.-24. August zu nennen, sowie die zahlreichen Angebote in der Gemeindewerkstatt, wo gerade die Jugendgruppe "WORK-4-U" neu gestartet ist. Die diesjährige "ChurchNight" findet am 31. Oktober statt. Derzeit sucht die Kirchengemeinde verstärkt nach ehrenamtlich Mitarbeitenden in den verschiedenen Gruppen.

Dazu wird in Zusammenarbeit mit dem CVJM ein Mitarbeitergrundkurs in den Oster- sowie Herbstferien angeboten, durch den auch die "JuLeiCa" (Jugendleiterkarte) erworben werden kann. Nach den guten Erfahrungen im letzten Jahr soll auch in diesem Sommer wieder ein "Family-Camp" in Münchhausen stattfinden. Termin hierfür ist 13.-15. Juni. Eine ganz besondere Einladung erging an die Gemeinde zu einer Studien- und Begegnungsreise nach Israel, zu der Pfarrer Wildner mit zahlreichen Bildern informierte. Die Reise findet vom 21.- 28. September statt. Interessierte wenden sich bitte an Pfarrer Wildner. Weitere Angebote im Bereich Erwachsenenbildung sind der Weltgebetstag am 7. März, die Bibelleseaktion "Expedition zum Anfang" vom 30. April bis 4. Juni, das Frauenfrühstück am 8. November sowie eine Gedenkveranstaltung zum 25. Jahrestag des Mauerfalls am 15. November.

Präses Christa Wachter (Bernshausen) und Dekan Stefan Klaffehn (Lauterbach) vom Dekanat Vogelsberg informierten ausführlich zur bereits von der Kirchensynode beschlossenen, aber von dem Dekanatssynodalvorstand entschieden abgelehnten Fusion der Dekanate Alsfeld und Vogelsberg. Die meisten der aktuell 48 Dekanate in der EKHN müssten in den kommenden Jahren fusionieren, wobei eine Zahl von 25 Dekanaten angestrebt werde. Die Dekanate Alsfeld und Vogelsberg sollten zum 01.01.2019 fusionieren, spätestens aber bis 2022. Dieses neue Dekanat umfasse dann 90 Kirchengemeinden und reiche von Kirtorf bis Freiensteinau und von Hemmen bis Atzenhain, etwa in den Grenzen des gesamten Vogelsbergkreises. Durch die Dekanatsstrukturreform solle erreicht werden, dass Dekanate "starke Gestaltungsräume in der Region" würden und mehr Entscheidungen in der Region getroffen werden könnten. Dabei wolle die EKHN eine missionarische Volkskirche bleiben. Ziele seien eine höhere Stabilität und Planungssicherheit. Ein finanzieller Hintergrund bestehe nicht, die Veränderungen sollten aber "investitionsneutral" erfolgen. Propst Matthias Schmidt (Gießen) und Dekan Dr. Sauer (Alsfeld) sähen in dieser Fusion die Chance für ein Dekanat der Regionen, zu dem man einfach einmal starten solle.

Dekan Klaffehn schloss seine durchaus kritische Rede mit der Hoffnung, dass wir bei allen Veränderungen dennoch immer Kirche Jesu Christi seien, die zuerst und vor allem der Fürsorge Jesu anheimgestellt sei.