Julius Becker (10): So fand ich das Schlitzer Krokodil – mit Video

11. Mai 2017
Schlitz

Eine solche Aufmerksamkeit, wie gestern der Schlitzer Julius Becker an seinem zehnten Geburtstag, erlebt nicht jeder Junge. Der Grund: Am Mittwoch hat er in einer Schlucht oberhalb der Stadt ein totes Krokodil gefunden. Gestern musste er erst in der Schule und dann etlichen Journalisten – darunter zwei Fernsehteams – Rede und Antwort stehen.

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Nervosität ist offensichtlich nicht die Sache von Julius Becker. Ganz gelassen und ruhig schildert er sein Erlebnis vom Mittwoch, das inzwischen bundesweit für Aufsehen sorgt. „Erst habe ich an eine Schlange gedacht. Ich hatte nur den schuppigen Schwanz gesehen“, beschreibt der Junge seinen ersten Eindruck, über den er bereits am Donnerstag in der Schule erzählt hat.

Es handelte sich auch nicht um ein Plastik-Krokodil, wie er zunächst vermutet hatte. „Die Haut ähnelte einer Schlange. Es war aber ein komplettes Krokodil – abgesehen vom Schwanz. Es sah lebendig aus, weshalb ich nicht näher als auf zwei Meter herangegangen bin“, erzählt Andreas Becker. Seiner Frau Susanne war der Fund auch nicht geheuer, da es „so aussah, als sei das Tier in das Laub gekrochen und würde sich vielleicht nur tot stellen“.

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Foto: Veterinäramt

Die Beckers hatten auf einem Gartengrundstück der Familie, das 300 Meter oberhalb der Stadt liegt, Bäume beschnitten. Einige Äste, die über eine Schlucht ragten, sollten weg. Während die Eltern ihrer Arbeit nachgingen, spielte Julius in der Nähe. Nach seinem Fund führte der nächste Weg zum Polizeiposten in Schlitz. Dort betonten sie sicherheitshalber gleich, dass es sich nicht um einen Scherz handele.

Polizist Ernst Pöhlmann schaute sich die Sache an und informierte den städtischen Bauhof. Dessen Leiter, Achim Kokel, dachte zunächst auch an einen Ulk. „Du heißt zwar Ernst, aber meinst Du es auch ernst“, fragte er den Polizisten am Telefon. Minuten später war er an Ort und Stelle und stellte wie die anderen einen „starken Verwesungsgeruch“ fest. In einer Wanne wurde der Kadaver zum Bauhof gebracht, wo er dann am Donnerstag vom Veterinäramt Lauterbach abgeholt wurde. / kw

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