Schlitzer Gold besteht aus Holz: Lärchen aus dem Schlitzerland über die Grenzen hinaus bekannt

06. Dezember 2017
Schlitz

Sie ist gerade gewachsen wie ein Bleistift, weltweit begehrt und hat österreichische Ahnen – die Schlitzer Lärche. Sie macht etwa ein Sechstel des heimischen Baumbestandes aus.

Von Bernd Götte

Manche nennen sie das Schlitzer Gold, und wenn man jetzt im Spätherbst die hellgelben Nadeln der Lärchen sieht, erklärt sich der poetische Name von selbst. Oder wenn man auf den wirtschaftlichen Nutzen der Bäume schaut: Bis zu 1000 Euro werden für einen Festmeter Schlitzer Lärche bezahlt.

„Das ist dann Furnierholz. Das muss frei von Astlöchern sein“, erläutert Sophie Rees vom Forstamt Burghaun, das auch für das Schlitzerland zuständig ist. Aber auch weniger makelloses Holz findet guten Absatz. Ein Festmeter pro Jahr ist auch in etwa das, was ein Hektar Wald im Schlitzerland nach Angaben des Forstamtes an Lärchenholz abwirft.

Gern werde das wetterbeständige Material für Schindeln und Terassendielen genutzt, auch Fenster und Türen würden häufiger aus Lärchenholz hergestellt, berichtet der Hartershausener Revierförster Josef Kleinemenke. Einmal habe man auch einen niederländischen Segelbootsrestaurator mit Schlitzer Lärche beliefert, weil sich die kerzengeraden Stämme gut als Masten eigneten.

Dagegen sei Lärche als Möbelholz eher weniger geeignet. International begehrt seien auch die Lärchensamen aus Schlitz, die sogar genetisch getestet seien, um eventuellen Fälschungen vorzubeugen. Die Schlitzer Lärche ist eine eingetragene Marke. Auch das Saatgut wird entsprechend gewinnbringend gehandelt.

Eine Besonderheit der Schlitzer Lärche ist ihr gerader Wuchs. Rees, die aus dem Schwarzwald kommt, kennt solche Bäume aus ihrer Heimat nicht. „Aus Baden-Württemberg kenne ich nur hässliche Lärchen, die sind alle krumm und schief“, berichtet sie.

Der Absatzmarkt der Schlitzer Lärche erstreckt sich über ganz Deutschland. Da sind Hersteller von Standardprodukten, aber auch ausgesprochene Spezialisten, wie die Schreinerei von Martin Impler im oberbayerischen Bad Feilnbach. Dort werden Holzdachrinnen und Wasserräder hergestellt. Das seien Nischenprodukte, auf die sich der Betrieb aber spezialisiert hat.

Für Dachrinnen benötigt man logischerweise gerade Stämme, da kommt die aufrechte Schlitzer Lärche gerade recht. Impler bezieht jährlich etwa ein bis zwei Lkw-Ladungen Holz aus dem Schlitzerland. „Wir achten auch darauf, dass unser Holz aus nachhaltiger Bewirtschaftung kommt und die Herkunft nachvollziehbar ist“, erklärt Geschäftsführer Martin Impler.

Aber, wie Kleinemenke berichtet, auch Schreinereien aus Osthessen bezögen Schlitzer Lärchenholz, so die Schreinerei Hosenfeld in Hosenfeld.