Totes Krokodil in Schlitz: Besitzer meldet sich bei Polizei

08. März 2017
Schlitz

Langsam kommt Licht ins Dunkel um den mysteriösen Fund eines Krokodils am Schlitzer Heidberg: Die Polizei hat den Tierbesitzer ermittelt. Viele Fragen sind nach inzwischen drei Wochen aber weiterhin offen.

Von unserem Redaktionsmitglied Walter Kreuzer

Auf Nachfrage bestätigte die Vogelsberger Polizei am Dienstag die Information unserer Zeitung, der Besitzer des Tieres sei ermittelt worden. Er habe sich am Freitagnachmittag auf der Polizeistation Lauterbach gemeldet. Laut Recherchen unserer Zeitung handelt es sich dabei um jemanden aus dem Vogelsbergkreis – aber nicht aus Schlitz.

Nähere Einzelheiten wurden mit Hinweis auf eine gemeinsame Presseerklärung von Polizei, Veterinäramt des Vogelsbergkreises sowie Landeslabor nicht gemacht. Diese soll spätestens in den kommenden Tagen veröffentlicht werden. „Die Ermittlungen dauern noch an“, hieß es lediglich.

Lebendig ausgesetzt?

Ob und was dem Tierbesitzer vorgehalten wird, ist unbekannt. Im Raum steht zumindest eine Ordnungswidrigkeit, in Hessen ist die private Haltung von Krokodilen verboten.

Gut möglich, dass auch ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz oder andere Bestimmungen vorliegt. Der Fundort des Krokodils in einer mehrere Meter tiefen Schlucht außerhalb der Ortslage und etliche Meter vom nächsten Weg entfernt lässt die Vermutung aufkommen, dass das Reptil lebend ausgesetzt wurde.

Aufschluss darüber dürften die Untersuchungen des Landeslabors ergeben, die noch nicht bekannt sind. Es soll sich bei dem Krokodil jedoch um einen Brillenkaiman handeln. Diese Art wird im Normalfall bis zu zweieinhalb Meter lang. Das in Schlitz gefundene Tier hatte etwa die Hälfte dieser Länge – und ihm fehlten geschätzte 20 Zentimeter des Schwanzes.

Lesen Sie hier mehr zum Fund des Krokodils:

Julius Becker (10): So fand ich das Schlitzer Krokodil - mit Video