Totes Krokodil in Schlitz: Polizei hofft auf Hinweise aus dem Besitzer-Umfeld

17. Februar 2017
Schlitz

Im Fall des etwa ein Meter langen Krokodils, das ein Junge am Mittwoch in einem Straßengraben in Schlitz (Vogelsbergkreis) gefunden hatte, hofft die Polizei jetzt nach eigenen Angaben auf Hinweise aus dem Umfeld des Besitzers. Die Beamten gehen indes von einer Straftat aus

„Die Polizei geht davon aus, dass das Umfeld der Tierbesitzerin oder des Tierbesitzers sicherlich etwas von dem Krokodil mitbekommen haben muss“, erklärte Hasso Hofmann gemäß einer gemeinsamen Presseerklärung der Polizeidirektion Vogelsberg und des Vogelsbergkreises am Freitagmittag.

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Insofern würden sich die ermittelnden Beamten Hinweise über die Besitzerin oder den Besitzer genau aus diesem Umfeld erhoffen, hieß es weiter. Seien „es Nachbarn, Freunde oder Verwandte“. Die Beamten bitten um sachdienliche Hinweise an den Polizeiposten in Schlitz unter der Telefonnummer 06642) 1647, an die Polizei in Lauterbach unter der Telefonnummer (06641) 9710 oder über die Onlinewache.

Krokodilhaltung in Privathaushalten in Hessen verboten

Derzeit sind laut Polizei indes bisher nur wenige Hinweise eingegangen. „Keiner der Hinweise war konkret und führte bisher zu weiteren Ermittlungsansätzen“, teilte die Polizei mit. Die Polizei in Schlitz gehe von einem Anfangsverdacht wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetzes aus, da nicht auszuschließen sei, dass das Tier von seiner Besitzerin oder seinem Besitzer nicht artgerecht gehalten worden sei.

Zudem sehe die Rechtslage in Hessen so aus, dass Krokodile, egal welcher Art grundsätzlich als sogenannte „gefährliche Tiere“ deklariert seien. Somit sei die Haltung solcher Reptilien in privaten Haushalten in Hessen grundsätzlich untersagt. Dies sei eine landesinterne Regelung, die in anderen Bundesländern durchaus anders aussehen könne.

Totes Krokodil in Schlitz: Polizei hofft auf Hinweise aus dem Besitzer-Umfeld

Hinweise darüber, ob eine artgerechte Haltung gegeben war oder nicht, erhofft sich die Polizei der Mitteilung zufolge als auch das Veterinäramt des Vogelsbergkreises von weiterführenden Laboruntersuchungen des Kadavers. Laut Einschätzung des Veterinäramtes werde das labortechnische Untersuchungsergebnis aber nicht vor Mitte März erwartet.

Erst dann liege auch Kenntnis über die tatsächliche Krokodilart des Fundtieres vor. Dasselbe betreffe Informationen darüber, ob es sich zum Beispiel um ein ausgewachsenes oder noch in der Entwicklung befindliches Tier handelte. Haltungen von Krokodilen im Vogelsbergkreis seien derweil dem Vogelsberger Veterinäramt nicht bekannt. Zuständig für eine Erlaubnis wären die örtlichen Ordnungsbehörden. / sar

In der Straße „Heidgraben“ in Schlitz wurde das Krokodil am Mittwoch gefunden: