Kreim gewinnt Vogelsbergrallye hauchdünn – Vorjahressieger überschlägt sich

18. April 2017
Feldatal

Richtig spannend: Mit nur 5 Sekunden Vorsprung hat Skoda-Pilot Fabian Kreim zum ersten Mal die Vogelsbergrallye gewonnen – trotz eines Reifenschadens in der drittletzten Prüfung. Nach einem Überschlag musste hingegen Christian Riedemann seine Hoffnungen auf den erneuten Gesamtsieg begraben.

Von unserem Redaktionmitglied Markus Kubiak

Rund 20.000 Zuschauer feierten drei Tage lang rund um Schlitz ein Rallye-Fest. Als ihnen Škoda-Pilot Fabian Kreim als Erster entgegen kam, ahnten es die Zuschauer auf der siebten Prüfung (Feldatal) bereits. Denn eigentlich hätte Christian Riedemann die Zeitenjagd eröffnen sollen. Schließlich war er am Freitag der Schnellste gewesen. Doch Riedemann fehlte. Nachdem die Prüfung kurz darauf abgebrochen wurde, war klar: Beim Vorjahressieger war etwas schiefgelaufen.

Tatsächlich war Riedemann (Peugeot 208) nach wenigen Kilometern abgeflogen. Auf einem schnellen Stück, das Richtung Stumpertenrod (Gemeinde Feldatal) führte, war der Niedersachse von der Strecke abgekommen. Sein Peugeot überschlug sich in der Luft, kam aber wieder auf den Rädern zum stehen. Škoda-Fahrer Kreim war da bereits unterwegs, fuhr langsam an den Verunfallten vorbei.

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Start frei im Vogelsberg: Hessens größte Rallye-Veranstaltung hat am Freitagabend begonnen. Unzählige Zuschauer sahen sich die Fahrkünste der besten Rallye-Piloten Deutschlands an. Noch bis Samstagabend sind die Fahrzeuge im Vogelsberg unterwegs. Nach vier von Zwölf Prüfungen führt Vorjahressieger Christian Riedemann hauchdünn.

Rettungskräfte kümmerten sich um Riedemann und Beifahrer Michael Wenzel. Ein Krankenwagen brachte das Peugeot-Duo danach vorsorglich ins Krankenhaus. Riedemann verletzte sich so schwer, dass die Saison für ihn praktisch gelaufen ist. Mit Beifahrer Michael Wenzel kam er kurz vor dem Ortseingang von Stumpertenrod von der Strecke ab und krachte gegen ein festes Hindernis. Das Fahrzeug wurde abrupt abgebremst und durch die Luft geschleudert.

„Die Belastung betrug 7g“, sagte Rallyeleiter Friedrich Goldstein gegenüber unserer Zeitung. Fahrer und Beifahrer kamen ins Lauterbacher Krankenhaus, wo innere Verletzungen ausgeschlossen wurden. „Wegen einer Rückenverletzung wurde Riedemann in die Unfallklinik Frankfurt geflogen, wo er behandelt wird.“ Folgeschäden schloss Goldstein aber aus, eine Pause vom Rallyesport allerdings „für gut möglich“. Die WP wurde danach abgebrochen.

Riedemann war am Samstagmorgen ins Hintertreffen geraten. Während des ersten Durchgangs der Prüfungen „Feldatal“ und „Stadt Ulrichstein“ (Prüfungen 5 und 6) war Kontrahent Kreim um einiges schneller. Als Riedemann die verhängnisvolle Prüfung 7 startete, hatte sich sein knapper Vorsprung vom Vortrag in einen etwa 17-sekündigen Rückstand verwandelt.

Reifenschaden sorgt für Spannung

Nach dem Ausfall seines ärgsten Kontrahenten schien Fabian Kreim einem ungefährdeten Premieren-Sieg im Vogelsberg entgegen zu fahren. Nach 9 Prüfungen führte er mit etwas mehr als einer halben Minute Vorsprung vor Sandro Wallenwein (Škoda). Etwa zehn Sekunden dahinter folgte Dominik Dinkel – ebenfalls im Škoda.

Als Kreim auf Wertungsprüfung Nummer 10 an der beliebten Sprungkuppe bei Bernshausen abhob, wirkte er wie der sichere Sieger. Doch am Ende der Prüfung der Schock: Kreim stand nicht mehr auf Position eins. Er hatte sich einen Reifenschaden eingefangen, dadurch mehr als 40 Sekunden verloren. Vor den letzten beiden Prüfungen führte plötzlich der Franke Dominik Dinkel mit weniger als einer Sekunde Vorsprung.

Hammerzeit in Niederaula

In Niederaula packte Fabian Kreim jedoch den Hammer aus: Als Einziger unterbot er auf den knapp 11,4 Kilometern die 7-Minuten-Marke, nahm Dinkel sechs Sekunden ab – genug für die finale Prüfung in Schlitz. Diese gewann Dinkel zwar hauchdünn mit einer Sekunde. Doch das reichte nicht: Fabian Kreim fuhr endlich als Sieger in die Schlitzer Bahnhofsstraße. Sandro Wallenwein komplettiere das Podium.

Hinter den drei pfeilschnellen Škodas kam lange nichts. Ford-Pilot Chris Brugger mit der Schlitzer Beifahrerin Katrin Becker (+1 Minute 54 Sekunden) folgte mit einer Minute und 47 Sekunden Abstand auf Rang vier. Trotz des Abstandes ein beachtlicher Einstand für den jungen Österreicher und seine erfahrene Co-Pilotin aus dem Vogelsberg. Zehn Sekunden hinter ihnen landete Philipp Knof im älteren S2000-Peugeot – ebenfalls ein starkes Ergebnis.

Neben Christian Riedemann verunfallte ein weiterer Top-Pilot: Autocrosser René Mandel kam bei der ersten Durchfahrt der Niederaula-Prüfung von der Strecke ab.

Insgesamt 20.000 Zuschauer kamen an den drei Tagen in den Vogelsberg. Damit kamen annähernd genauso viele Zuschauer wie in den vergangenen Jahren. Was jedoch auffiel: auf dem Rundkurs in Willofs war dieses Jahr weniger los als sonst üblich. / kbk, hi

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