Wie geht es mit dem Pfordter See weiter? Info-Veranstaltung beschlossen

10. September 2017
Willofs

Immer wieder verursacht der Pfordter See negative Schlagzeilen – zuletzt wegen einer männlichen Leiche und vor einigen Wochen wegen des Sauerstoffmangels im Wasser, der einen Großeinsatz von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk zur Folge hatte.

Von unserem Redaktionsmitglied Walter Kreuzer

Nun beschlossen die Stadtverordneten einstimmig, im Herbst eine Info-Veranstaltung abzuhalten, in der es um die Zukunft des Gewässers geht. Gleich zwei Anträge – von BLS und FDP – befassten sich in der jüngsten Sitzung des Stadtparlamentes mit dem Pfordter See. Sie wurden gemeinsam beraten und in einem Beschluss zusammengefasst, der einstimmig erfolgte.

Männliche Leiche im Pfordter See: Polizei geht von Unglücksfall aus

Nach dem Fund einer männlichen Leiche am Sonntagmittag im Pfordter See bei Schlitz im Vogelsbergkreis geht die Polizei zunächst nach Informationen unserer Zeitung von einem Unglücksfall aus.

Darin wird der Magistrat beauftragt, „noch im Jahr 2017 zu einer öffentlichen Informations- und Gesprächsveranstaltung zum Thema Pfordter See einzuladen“. Neben Ortsbeirat, Landwirten, Angelverein und NABU sollen auch Fachleute von Regierungspräsidium und Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie beteiligt werden. Als Ziel wird angegeben, „endlich ein Konzept zu einer nachhaltigen Verbesserung des ökologischen Zustands des großen Pfordter Sees zu entwickeln“.

„Es sollen die Experten und Interessenten zusammengerufen werden, um zu überlegen, wie der See mittelfristig in einen vernünftigen ökologischen Zustand versetzt werden kann und ob dies überhaupt möglich ist“, fasste Dr. Jürgen Marxsen die Überlegungen der BLS-Fraktion zusammen. Es sei „an der Zeit, das Thema an die Öffentlichkeit zu bringen und mit den Beteiligten Maßnahmen zu besprechen“, ergänzte Daniel Braun aus Sicht der FDP. „Uns liegt der See auch am Herzen. Die Info-Veranstaltung ist der richtige Weg“, stimmte Marius Kokel für die CDU zu.

Fisch-Rettung beendet: THW pumpt Unmengen Fluss-Wasser in Pfordter See (mit Video)

Der Einsatz für das Technische Hilfswerk und die Freiwillige Feuerwehr am Pfordter See bei Schlitz ist nach vier Tagen beendet. Am Samstagmorgen rückten die Einsatzkräfte von dem Badesee ab, nachdem sich bei Untersuchungen eine Verbesserung der Wasserqualität zeigte.

Auch die SPD sprach sich für den Antrag aus. Elisabeth Hillebrand verband ihren Beitrag aber mit harscher Kritik am Zustand des Gewässers. Dieser habe sich „in den letzten 20 Jahren ständig verschlechtert. Von selbst wird er nicht besser werden. Vielleicht können wir ihn noch einmal retten, ehe er umkippt. Es ist auch nicht gut für den Tourismus, dass er manchmal gesperrt ist, weil keine Aufsicht da ist, ein Fischsterben ausgebrochen oder 14 Millionen Liter Frischwasser reingepumpt werden müssen. Es tut der Bevölkerung weh, dass unser Pfordter See langsam zu einer stinkenden Brühe wird.“