Fulda +15°/+6°C
> >     
Social Plugins können Daten übertragen (siehe Datenschutzbestimmungen)
28. Juni 2012



Deutschland verliert Halbfinale gegen Italien 1:2

Von Jens Mende und Klaus Bergmann, dpa

Warschau (dpa)
Diese Niederlage wird Joachim Löw noch lange beschäftigen. Bis zu dem bitteren Abend im Nationalstadion von Warschau hatte der Bundestrainer mit allen taktischen Um- und Aufstellungen und überraschenden Wechseln immer goldrichtig gelegen.

Tränen statt Titelträume - der Italien-Fluch hält an! Mit der falschen Taktik und ohne den nötigen Mumm ist die deutsche Nationalmannschaft wieder an ihrem Angstgegner gescheitert und muss nach dem 1:2 (0:2)-Schock von Warschau enttäuscht die Heimreise antreten.

Doch ausgerechnet im wichtigsten Spiel, ausgerechnet im Halbfinal-Klassiker gegen Angstgegner Italien ging Löws Matchplan nicht auf. Das 1:2 (0:2) zerstörte die deutschen EURO-Titelträume - und Löws Aura als EM-Magier.

«Wir vertrauen dem Trainer fast schon blind. Alles, was er macht, hat Hand und Fuß», hatte zuletzt Sami Khedira über den Fußball-Bundestrainer gesagt. «Wenn das Wort Guru positiv belegt ist, kann man das vielleicht so stehen lassen», antwortete Thomas Müller auf die Frage, ob Löw ein Guru sei. Auch gegen die Italiener hatte der 52-Jährige wieder eine Aufstellungs-Überraschung parat.

Toni Kroos durfte erstmals bei der EM in Polen und der Ukraine von Beginn an auflaufen. Im Sturm setzte der Bundestrainer wieder auf den Dreifach-Torschützen Mario Gomez anstelle des spielstärkeren Miroslav Klose.

«Es könnte spielentscheidend sein, den Italienern unseren Rhythmus des Spiels aufzuzwingen», hatte ein selbstbewusster Löw noch am Vorabend gesagt. Doch davon war in der ersten Halbzeit von Warschau nichts zu sehen - Löw orientierte seinen Plan mehr an den Italienern als an den eigenen Stärken.

Mit Kroos wollte Löw das Spielzentrum verstärken und vor allem die Kreise von Dirigent und Taktgeber Andrea Pirlo einengen. Dafür wurde die rechte Mittelfeldseite vernachlässigt - was prompt zu den Gegentoren führte. Beide Treffer von Mario Balotelli (20./36. Minute) bereiteten die Italiener über ihre linke Angriffsseite vor.

Zur Halbzeit korrigierte Löw seine Taktik. Die glücklosen Gomez und Lukas Podolski mussten raus, Klose und der beim 4:2 gegen Griechenland stark aufspielende Marco Reus sollten die Wende herbeiführen. Gegen die biederen Griechen war Löws mutige Überfall-Taktik mit gleich drei Offensiv-Wechseln aufgegangen.

Auch diesmal wurde das deutsche Spiel nach dem Wechsel sofort lebhafter, kreativer und gefährlicher. Vor allem Reus machte Dampf und agierte genauso wie Löw es gefordert hatte: mutig und frech. In der 62. Minute prüfte er Gianluigi Buffon mit einem Freistoß-Kracher, den Italiens Torwart-Routinier gerade noch an die Latte lenkte. Mesut Özil (90.+2) traf nur noch per Handelfmeter.

Die Hände in die Hüften gestemmt, verfolgte Löw das Geschehen immer öfter stehend vor seiner Trainerbank. Erst als die Partie schon fast verloren und das Italien-Trauma wieder nicht überwunden war, stemmten sich seine Spieler gegen die Niederlage. Zu spät.




Leser-Kommentare ( 2 )
  • FDHannes (215) | 29. June 2012;29.06.2012;1340962654 --> 29 Juni 2012
    Reichlich unfair

    Das ist jetzt aber wirklich unfair. Mir fiel die Inbrunst der Italiener bei der Hymne auch auf,und es stimmt, dass manche unserer Spieler, insbesondere mit Migrationshintergrund, nicht mitsingen. Aber unsere Jungs sind keine "Laschies", sie sind immerhin Dritter, und sie haben eine tolle EM gespielt bis zum Halbfinale

  • gerhard.dehler (1) | 29. June 2012;29.06.2012;1340952530 --> 29 Juni 2012
    Nationalhymne

    Ich war begeistert zuzuschauen, mit welcher Inbrunst und Begeisterung die italienische Mannschaft die Nationalhymne sang.
    Unsere "Laschies" standen zum größten Teil teilnahmeslos da und konnten oder wollten unsere Nationalhymne nicht singen.
    Eine Schande für Deutschland.

    Nun haben unsere hochbezahlten Fußballer Zeit, die Nationalhymne zu lernen!!!