Mit Lauritz Ingram zurück zu glorreichen Zeiten?
FULDA Sein Name stand stellvertretend für die Hochzeiten der Korbjäger bei FT. Und mit der Rückkehr von Lauritz Ingram zur Turnerschaft hofft der Verein auf eine Renaissance des Basketballs in Fulda.
In den 80er Jahren verzeichneten die Basketballer von FT unter Ingrams Führung die größten Erfolge (Erreichen des Hessenpokalfinales bei den Herren, Beinahe-Aufstieg der Damen in die Zweite Bundesliga), bevor Ingram die Fuldaer 1989 verließ. „Ritz“ war in den folgenden Jahren in Weilheim, Quakenbrück, Düsseldorf und Leipzig aktiv und trainierte dort auch einige Bundesliga-Mannschaften. Nun kehrt er zurück und wird Headcoach für alle Mannschaften der Fuldaer Roadrunner.
Die Verbindung zu seiner alten Wirkungsstätte sei nie ganz abgebrochen, sagt Ingram, und er habe stets den Kontakt zu Martin Bullemer gehalten, mit dem er immer wieder über eine mögliche Rückkehr gesprochen habe. Im Vorjahr, als sich unsere Zeitung mit ihm in Leipzig unterhielt, betonte der 59-Jährige, auf eine Rückkehr nach Fulda angesprochen: „Die Gedanken sind im Kopf.“ Nach 20 Jahren in der großen, weiten Basketball-Welt, in der er es in Würzburg auch mit einem aufstrebenden Supertalent namens Dirk Nowitzki zu tun hatte, zieht es ihn also zurück in die Barockstadt. FT-Abteilungsleiter Dr. Michael Knapp und Bullemer schufen mit Hilfe von Sponsoren die Grundlage für eine neue Ära „Ritz Basketball“ in Fulda.
Allerdings wird der Amerikaner von dem Geld, was er bei FT verdient, sicherlich nicht dauerhaft leben können. So hofft er auf Unterstützung von Geldgebern, will AGs in den Schulen anbieten und wieder seine berühmten Camps veranstalten. Ingram: „Eine meiner großen Stärken liegt in der Führung und Ausbildung Jugendlicher. Sie sind wissbegierig und wollen immer wieder Neues lernen. Das motiviert mich und fordert mich heraus“, erklärt „Ritz“. Fulda war, ist und bleibe für ihn ein Ort mit guten Erinnerungen, zu vielen ehemaligen Spielern hat er noch Kontakt.
Auf dem Spielfeld sollen die Ergebnisse der letzten Saison verbessert werden: „Erstmal geht es mir darum, aus sportlicher Sicht größere Erfolge zu verzeichnen als in der vergangenen Saison.“ Dafür plant er eine Umstellung des Trainings- und Spielbetriebs. Außerdem wünscht er sich, dass bei den Road-runnern Basketball wieder zu einem großen Gemeinschaftserlebnis wird – ähnlich wie vor 20 Jahren, als die Basketballer wie eine große Familie vereint waren. „Es gab Zeiten in Fulda, da war die Halle immer voll. Da kamen alle Jugendlichen zu den Spielen im Seniorenbereich und umgekehrt. Alle kannten sich, es existierte einfach ein unglaublicher Zusammenhalt“, erinnert sich „Ritz“.
Zur Realisierung seiner Ziele will Ingram über Schnupperkurse, die Ende Mai beginnen sollen, Kinder und Jugendliche an Basketball heranführen. Daraus sollen sich dann im Rahmen einer neuen „Basketball Academy“ die altbekannten Basketball-Camps entwickeln, die einst mit 80 bis 100 Teilnehmern zu Highlights bei den Fuldaer Korbjägern wurden. Auch in den Sommerferien will der Trainer Kindern und Jugendlichen, die die Ferien in Fulda verbringen, Möglichkeiten bieten, diesen Sport zu lernen oder sich zu verbessern. „Basketball kann viel mehr bewirken als rein sportliche Ziele zu erreichen. Wenn ich sehe, wie weit es viele von meinen ehemaligen Spielern gebracht haben, die in hohen Positionen arbeiten, dann bin ich froh, einen Teil dazu beigetragen zu haben. Hoher Trainingsaufwand und schulischer Erfolg schließen sich nicht aus,“ stellt Ingram heraus.
Der Basketball-Pionier will also auch in Schulen aktiv werden und dank Arbeitsgemeinschaften neue Spieler gewinnen. Gerne würde er die Lehrer auch bei „Jugend trainiert für Olympia“ unterstützen – alles ist recht, um Basketball in Fulda wieder zu etablieren. „In fünf Jahren möchte ich da sein, wo wir 1989 aufgehört haben“, wünscht er sich.
hau
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