Derby-Knaller: Larbig kehrt nach Hause zurück
Von Ralph Kraus
Flieden/Hünfeld
Heute um 16.30 Uhr ist es soweit: Dann steigt in Flieden das Hessenligaderby zwischen der Buchonia und dem Hünfelder SV. Einen schöneren Auftakt in die neue Saison hätten sich die hiesigen Fans nicht wünschen können.
Für einen wird das ein ganz besonderer Nachmittag, denn in der Brust von Hünfelds Physiotherapeut Siegmar „Siggi“ Larbig schlagen zwei Herzen. Geboren und aufgewachsen ist Larbig im „Königreich“. Hier wohnt heute noch die Familie um Vater Friedhelm, und Larbig selbst betreibt in Flieden – genau wie in Hünfeld – eine eigene Praxis.
„Ich habe ja selbst in Flieden gespielt – ein paar Spiele sogar unter Theo Diegelmann“, schaut Larbig zurück, der im November ein großes Fest feiert. Dann wird er nämlich 50. Nach seiner aktiven Zeit war Larbig in Flieden auch als Physiotherapeut tätig. „Ich kenne die ganze Führungsriege um Leute wie Werner Koch oder Peter Kreß also bestens“, lacht Larbig, der auch ein besonders gutes Verhältnis zu Fliedens großem Gönner Robert Müller hat.
„Vor dem Spiel heute ist es ganz schwierig, eine Prognose abzugeben. Aber wir Hünfelder sind gut gerüstet, um im Derby voll dagegenhalten zu können. Aus meiner Sicht ist es ein offenes Spiel“, vermutet Larbig, dass es 90 spannende Minuten werden. Die Hünfelder sind dieses Jahr sowieso die Mannschaft der Physiotherapeuten: Mit Christian Ruck, Simon Grosch Tobias Hammerl und Daniel Schirmer hat der HSV gleich vier Akteure aus dem gleichen Berufszweig. Dazu kommt im Derby Fliedens Romeo Schäfer.
Es wird aber auch das Duell von zwei ganz jungen Mannschaften, deren Clubs voll auf talentierte Nachwuchsspieler setzen. Bei Flieden sind 17 Spieler aus dem 24er-Kader 23 Jahre alt und jünger. Hünfeld stellt von 20 Leuten 15 dagegen, die bislang maximal 24 Jahre alt sind. „Das kann auf Dauer nur der richtige Weg sein“, sagt Fliedens Abteilungsleiter Frank Happ.
Zusätzlich Brisanz bringt das Wiedersehen zwischen den Fliedenern und Alexander Reith mit. Zwar haben auch Dominik Weber und Dennis Theisenroth bereits „Am Weiher“ gespielt, aber bei Reith ist es anders: Erst Anfang der Woche hat sich endgültig entschieden, dass der Mittelfeldspieler definitiv nicht mehr für die Buchonen am Ball sein wird. Es folgte am Dienstag die Unterschrift in Hünfeld und so die spannende Ausgangslage, dass Reith heute ausgerechnet dort für den HSV debütiert, wo er in den letzten Jahren zu Hause war. „Ich freue mich darauf“, sagt Reith, der aber auch weiß, dass er in dem einen oder anderen Zweikampf mitden Fliedener Spielern durchaus auch mal ein „freundliches Hallo“ einstecken muss. „Das ist mir schon klar. Da muss ich halt höher springen als sonst“, lacht Reith schelmisch.
Auffällig beim Betrachten der hier abgedruckten Steckbriefe der beiden Mannschaften ist, dass in Flieden gleich vier Akteure spielen, die noch nie in einem anderen Verein aktiv waren. Zwölf Akteure waren bereits in der Jugend für Flieden am Ball – der halbe Kader also. Beim Hünfelder SV hat Steffen Witzel seinen Pass schon immer in der Rhönkampfbahn gehabt. Elf Mann aus dem Hünfelder Tross spielten schon im eigenen Nachwuchsbereich für den Verein.
Wir berichten ab etwa 16 Uhr mit einem Live-Ticker von dem Spiel aus dem Königreich.

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