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17. Februar 2010



Mini-WM: Serbien mit Puscheln zum Sieg

KÜNZELL Nach dem stimmungsvollen Auftakt vergangene Woche verbreiteten die Fans auch gestern in Künzell weltmeisterschaftsreife Atmosphäre.

Mit ihren silber-roten Puscheln, geflochtenen Zöpfen, gekleidet in den englischen Nationalfarben, dehnen und hüpfen sich Luca, Paula, Sithonia, Leonie, Sarah und Joanna warm. Es ist noch eine Viertelstunde hin bis zu ihrem Auftritt, aber die sechs Zweit- und Drittklässlerinnen der Grundschule Marbach können ihn kaum erwarten. Um 13 Uhr endlich eröffnen die „Tanzrüben“ mit ihrer Cheerleading-Einlage den zweiten Vorrunden-Spieltag der Mini-WM in Künzell – und holen das Publikum in der Kreissporthalle schon ein erstes Mal von ihren Sitzen.


Von der fast schon sprichwörtlichen Rivalität zwischen England und Deutschland war nichts zu spüren. Ihre Fan-Lager hatten direkt nebeneinander auf der Tribüne Platz genommen und sorgten beide für echte Stadion-Atmosphäre. Dass die „Engländer“ bei der Nationalhymne den Text von „God Save the Queen“ ablesen mussten, tat der Gänsehautstimmung keinen Abbruch.
DIE SPIELE
England – USA 0:1. Tor: Nico Höck.
Algerien – Slowenien 2:0. Tore: 1:0 Tom Naar, 2:0 Jona Katusic.
Deutschland – Australien 1:1. Tore: 0:1 Fabius Schnopp, 1:1 Louis Schröter.
Serbien – Ghana 0:0.
Slowenien – USA 1:0. Tor: Eren Kilinc.
England – Algerien 0:2. Tore: 0:1 Jona Katusic, 0:2. Tom Naar.
Deutschland – Serbien 0:2. Tore: 0:1 Marcel Breidung, 0:2 Erik Wallberg.
Australien – Ghana 1:1. Tore: 0:1 Georg Simon Durstewitz, 1:1 Fabius Schnopp.
Slowenien – England 2:1. Tore: 1:0 Anne Schneider, 2:0 Tim Wobido. , 2:1 Marius Kaletta.
USA – Algerien 0:1. Tor: Jona Katusic.
Ghana – Deutschland 0:0.
Australien – Serbien 0:0.
Apropos Gänsehaut: Der Anhang der Florenbergschule schaffte es spielend, das legendäre Sommermärchen von vor knapp vier Jahren wieder aufleben zu lassen. Schals, übergroße Plastikhandschuhe, Kopftücher, Fahnen, Trikots, T-Shirts – alles in schwarz-rot-gold, alles erinnerte an die Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land. Am Ende schied Deutschland zwar aus, aber „Hauptsache, wir waren dabei“, fanden Jennifer und Angelika Bunzenthal, die ihren Sohn und Enkel Elias im Team Deutschland angefeuert hatten.

Trotz mangelnden Erfolgs positiv blieben auch die englischen Fans. Ohne Punktgewinn schied die Grundschule Marbach als Letzter der Gruppe C aus, das einzige Tor markierten die „Three Lions“ erst im letzten Spiel mit dem Schlusspfiff. Das bejubelten Fans und Mannschaft allerdings wie den Titelgewinn. Auf den Schultern von Trainer Alexander Möller wurde Torschütze Marius Kaletta gefeiert. „Es war ein riesiger Spaß. Und jetzt auch noch das Tor von Marius in letzter Sekunde – super!“, resümierte Lehrerin Andrea Durstewitz strahlend direkt nach dem Abpfiff. Sportlich viel Grund zur Freude hatte Serbien, dessen Anhang zahlenmäßig mit Deutschland mithalten konnte. Mit im Kunstunterricht gebastelten Puscheln in der Hand, winkend und hüpfend, schrien die kleinen Fans von der Grundschule Weyhers ihre Auswahl zum Sieg in Gruppe D. „Serbien, Serbien!“, skandierten sie von der ersten Sekunde an, ohne müde zu werden. „Das war keine Anweisung“, verriet Lehrerin Simone Wallberg lächelnd. „Das fing schon morgens an. Die Kinder haben die ganze Zeit darauf hingefiebert.“

Etwas weniger lautstarke und farbenfrohe Unterstützung von den Rängen bekam Algerien. Die Probst-Conrad-von-Mengersen-Schule in Johannesberg wolle dem Aschermittwoch Rechnung tragen, sagte Rektorin Elisabeth Hälbig. Die beeindruckende Souveränität der siegreichen Mannschaft in Gruppe C machte aber Lust auf mehr. „Die Beduinenkostüme sind schon gelüftet. Die nächsten Wochen werden wir wahrscheinlich kaum etwas anderes tun, als uns vorzubereiten“, kündigte Hälbig fürs Achtelfinale an und schob nach: „Man fiebert ja so mit. Heute Abend bin ich sicher total kaputt.“

Von unserem Volontär
Folko Damm







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