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28. Oktober 2011



Eintracht-„Fans“ verletzen Hünfelder Polizisten

dk

Frankfurt
Am Rande des DFB-Pokalspiels zwischen Eintracht Frankfurt und Kaiserslautern am Mittwochabend (Endstand: 0:1) ist es zu heftigen Fan-Ausschreitungen gekommen. Acht Polizeibeamte wurden dabei verletzt.

Ein Hünfelder Bundespolizist wurde von einem Stein im Nacken getroffen und musste ins Krankenhaus. Der Frust bei Eintracht Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen nach dem von Krawallen begleiteten Pokal-Knockout gegen den 1. FC Kaiserslautern saß tief, und auch sein Pfälzer Kollege Stefan Kuntz konnte sich angesichts der unschönen Begleitumstände nicht so recht freuen. Acht verletzte Beamte und neun Festnahmen lautete die Polizei-Bilanz nach dem brisanten Südwestderby, bei dem der Fußball wieder einmal im Schatten der Chaoten stand.

Auf Seiten der Polizei ist man von der Dimension der Gewaltbereitschaft erschüttert. „Das hat auch für uns eine neue Dimension angenommen“, gesteht Hauptkommissar Rezar Amari – bei den Vorfällen zugegen – im Gespräch mit unserer Zeitung. „Es wurden von allen Ecken Dinge auf die Polizisten geworfen. Der Stein, der den Kollegen getroffen hat, war sehr, sehr groß. Das ist lebensgefährlich“, führte Amari aus und spricht von einer „dramatischen Situation“. Aufgrund seines Nackenschutzes hatte der Polizist großes Glück und erlitt lediglich Prellungen. Allerdings musste er in ein Frankfurter Krankenhaus eingeliefert werden.

„Es muss einen Dialog geben, um diese gewaltbereiten Fans auszugrenzen. Das Thema wird uns noch lange Zeit beschäftigen. Es ist ermüdend, aber wir geben nicht auf“, sagte Bruchhagen. Fans aus den Lagern beider Mannschaften hatten auf dem Weg zum Stadion mit Flaschen, Böllern und Steinen geworfen. Im Stadion sorgten FCK-Anhänger mit dem Zünden von Feuerwerkskörpern und Abbrennen Bengalischer Feuer für explosive Stimmung. Kuntz kündigte eine Aussprache mit den Fanvertretern an, in der es auch um eine mögliche Beteiligung an den Kosten für den Verein gehen soll. Die Pfälzer waren erst vor drei Tagen wegen des Fehlverhaltens ihrer Fans im Bundesliga-Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg vom DFB-Sportgericht zu einer Geldstrafe in Höhe von 5000 Euro verurteilt worden.

Einsatzkräfte sind schockiert

Die Eintracht, die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) bereits mehrfach wegen Vergehen ihrer Anhänger zur Kasse gebeten wurde, ist ebenfalls ein gebranntes Kind. Am Donnerstag kam die nächste Hiobsbotschaft: Die Hessen müssen eine Rekord-Geldstrafe in Höhe von 20 000 Euro zahlen. Das Sportgericht ahndete mit dem drastischen Urteil die Vorfälle in den Zweitligaspielen der Hessen gegen Hansa Rostock und bei Dynamo Dresden. Und nun könnte es noch härter kommen. „Wir wussten über die Brisanz des Spieles. Aber die Fans von Kaiserslautern hatten wir gut im Griff“, schildert Hauptkommissar Amari. Zwar sei bei FCK-Fans einiges an Pyrotechnik beschlagnahmt worden, was auch nicht als Gefahr zu unterschätzen sei. Ansonsten sei es aber im Gästelager im Rahmen geblieben. „Aber von der Gewaltbereitschaft der Eintracht-Fans sind wir schockiert“, sagt der Koblenzer Polizist. Auch an dem Vorfall, bei dem der Hünfelder Kollege vom faustgroßen Stein getroffen wurde, seien nach bisherigen Erkenntnissen ausschließlich Fans der Frankfurter beteiligt gewesen.

Bruchhagen will den Kampf gegen gewaltbereite Chaoten nicht aufgeben, auch wenn er seine Möglichkeiten begrenzt sieht. „Wir leben in einem Rechtsstaat, wo bei Straftaten die Polizei und die Gerichtsbarkeit verantwortlich sind. Für den Verein ist eine Beweisführung ganz schwierig“, erklärte der Eintracht-Chef. Der musste zu allem Übel auch noch den Frust über die Last-Minute-Niederlage verarbeiten. „Die Mannschaft ist nicht belohnt worden. Jetzt stehen wir mit leeren Händen da und sind enttäuscht.“






Leser-Kommentare ( 2 )
  • Porthos (60) | 30. October 2011;30.10.2011;1319964638 --> 30 Oktober 2011
    Geldstrafe direkt an Polizeibeamte als Schmerzensgeld überweisen!

    Mein Vorschlag: Die Geldstrafe sollte als erstes direkt an die betroffenen Beamten als steuer- und abgabenfreies Schmerzensgeld überwiesen werden. Außerdem sollten den Vereinen die Kosten für den Dienstausfall der Beamten, die Arzt- und Pflegekosten sowie evtl. Folgekosten auferlegt werden aus Gründen der Gerechtigkeit! Bei den Tätern ist in der Regel eh nichts zu holen-Tricks wie z.B. Privatinsolvenz usw. helfen ihnen weiter.

  • HarryHirsch (354) | 28. October 2011;28.10.2011;1319791245 --> 28 Oktober 2011
    Judicative ist gefordert

    Solche Ausschreitungen sind absolut nichtg zu tolerieren und müssen mit aller Härte bestraft werden. Die Gesetze sind ausreichend nur die Richter müssen nun mal bei der Anwendung mitgehen.
    Keine soziale Rücksichtnahme beim Urteil!