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21. Juli 2012



Harter Muskel: Aus im Zwischenlauf für Allnach

Von Angelika Kleemann

Fulda
„Das war nicht der Tag der LG Fulda“, fasste es Markus Hoffmann treffend zusammen. Bei den deutschen Jugendmeisterschaften der Leichtathleten in Mönchengladbach-Rheydt blieben gestern Tobias Allnach und Mandana Hoffmann hinter ihren Möglichkeiten.

Dabei ging es für Tobias Allnach im Vorlauf über die 100 Meter ganz gut los. Der 18-Jährige musste noch nicht alles zeigen und qualifizierte sich in 11,11 Sekunden für den Zwischenlauf. Den zu erreichen war das Ziel, alles weitere wäre die Kür gewesen. „Ich kann noch schneller“, sagte ein zufriedener Tobias Allnach zu seiner Trainerin Uschi Möller.

16 Grad und Regen im Zwischenlauf, „das ist kein Tobias-Wetter“, orakelte die Trainerin schon. Doch ihr Schützling strafte sie Lügen – zumindest die ersten 50 Meter. Im schnellen Rennen mit dem späteren deutschen Meister Patrick Domogala hielt der Fuldaer bis zur Hälfte der Distanz gut mit. „Dann merkte Tobias ein Ziehen im Oberschenkel. Um Schlimmeres zu verhindern, nahm er sofort den Dampf raus und torkelte ins Ziel“, berichtete Uschi Möller. Die 11,33 Sekunden, damit wurde er Sechster im Lauf, bedeuteten Endstation. Dabei reichten 11,01 Sekunden für den Finaleinzug – eine Zeit, die der 18-Jährige locker drauf hatte. Und noch mehr.

Denn hinter dem Mannheimer Domogala (10,57 Sek.), dem Vizemeister Robert Pollowski (Köln, 10,68) und Costa Laurenz (Gießen, 10,74) kam im Finale der viertplatzierte Johannes Wiesner (Sindelfingen) nach 10,94 Sekunden ins Ziel – und diese Zeit wäre für Allnach ebenfalls möglich gewesen. Statt zum Finale begab sich der 18-Jährige allerdings zum Physiotherapeuten, ließ seinen maladen Muskel auflockern und hofft, dass es heute über die 200 Meter wieder geht. Trainerin Uschi Möller gab sich kämpferisch: „Tobias gehört der jüngeren Altersklasse der U 20 an. Im nächsten Jahr greifen wir richtig an.“

Die Erinnerungen an ihr DM-Debüt sind für Mandana Hoffmann sicherlich sehr zwiespältig. Denn auf dem Weg zur Autobahn gestern morgen musste die 15-Jährige in Dirlos eine traurige Sache verkraften: Das Tier, das sie im Haunehof unter einer Plane liegen sah, war ihr Pflegepferd. Doch Mandana zeigte Moral und biss sich durch den Tag. Dann gestern Abend der nächste Schock: Das Teilnehmerfeld war von 37 auf 26 Starterinnen geschrumpft, es gab nur einen Lauf. „Und da ging die Post ab“, berichtete Vater Markus
Hoffmann. 77 Sekunden über 400 Meter, 3:25 Minuten über 1000 Meter und 7:12 über 2000 Meter waren ihre Durchgangszeiten.

Mandana kämpfte, gab nicht auf, auch wenn die letzten 1000 Meter weh taten und die 15-Jährige von der späteren Siegerin Anna Gehring (Itzehoe, 9:31,21 Min.) und der Vizemeisterin Alina Reh (Erbach, 9:31,23) überrundet wurde. In 11:02,40 Minuten kam Mandana Hoffmann als 26. der U 18 ins Ziel. Doch der Rang ist sekundär, denn die 15-Jährige gehört noch der U 16 an, und startete eine Altersklasse höher, sodass ihre Gegnerinnen teilweise über zwei Jahre älter waren. Für die Debütantin stand sowieso Erfahrung sammeln im Vordergrund. Und das tat sie dann ausgiebig. „Die Veranstaltung war sehr professionell organisiert mit Callroom, Hereinführen der Athleten, das war schon was Besonderes“, erklärte Markus Hoffmann. Und eine Olympiasiegerin wie die Speerwerferin Steffi Nerius, die im Innenraum des Stadions weilte, trifft man auch nicht alle Tage.

Etwas enttäuscht fuhr Mandana Hoffmann gestern zwar nach Hause, doch richtet sie den Blick auf die Hessenmeisterschaften im Straßenlauf und den Rhön-Super-Cup.




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