Hocke führt den HFV für weitere vier Jahre
Von Harry Wagner
Grünberg
Der erste Teil des Mottos „Zeit des Wandels, Wandel der Zeiten“, unter dem der Verbandstag des Hessischen FußballVerbandes (HFV) stand, betrifft nicht das Führungspersonal.
Präsident Rolf Hocke (69) und seine Crew wurden in fast unveränderter Besetzung von den 326 Delegierten wiedergewählt. Zwei Personalien sind bemerkenswert: In einer Kampfabstimmung um die Nachfolge des aus Altersgründen ausgeschiedenen Verbandsfußballwarts Armin Keller (71) setzte sich Jürgen Radeck gegenüber dem früheren Darmstädter Kreisfußballwart Rainer Lach mit 220:85 Stimmen durch. Der Polizeibeamte Radeck (55) war zuletzt Kreisfußballwart in Büdingen. Keller wurde für seine Verdienste die Ehrenmitgliedschaft im HFV verliehen. Außerdem wurde Adolf Hildebrand als Vorsitzender des Verbandssportgerichts abgelöst. Für ihn wählten die Delegierten mit 178:144 den ehemaligen Frankfurter Kreislehrwart Halil Öztas, einen 34-jährigen Juristen aus Heusenstamm.
„Ja, das tut gut“, reagierte ein sichtlich erleichterter Rolf Hocke auf seine erfolgreiche Wiederwahl, bei der es nur eine Gegenstimme gab. Auf das selbe Ergebnis kam Verbandsschiedsrichterobmann Gerd Schugard aus Dipperz, das einzige Präsidiumsmitglied aus der Region Fulda. Lediglich einer der drei Vizepräsidenten, Walter Biba, musste bei 13 Nein-Stimmen einigen Gegenwind aus der Versammlung hinnehmen.
Zuvor hatte Hessens Innenminister Boris Rhein als Gastredner den HFV gelobt: für 500 000 Mitglieder in 2000 Vereinen, was ihn zur fünftstärksten Kraft im DFB macht; für eine gelungene Strukturreform, für Fortschritte im Frauen- und Mädchenfußball, für seine sozialen Projekte. Hocke betonte, dass der Verband sportlich und wirtschaftlich in einer stabilen Verfassung sei. Trotz des demografischen Wandels seien die Mitgliederzahlen fast konstant.
Stefan Reuß, Vizepräsident für Wirtschaft und Finanzen, legte den Delegierten in wenigen Zahlen die Jahresergebnisse 2008 bis 2011 vor, für 2011 übrigens mit einem Plus von 944 000 Euro. Hans-Dieter Schirrmacher aus dem Main-Taunus-Kreis waren die Unterlagen zu dürftig. „So machen Sie es den Delegierten schwer, Ihnen eine Entlastung zu erteilen“, sagte er in Richtung Reuß. Der wiederum verwies darauf, dass die einzelnen Jahresabschlüsse von einem Wirtschaftsprüfungsunternehmen testiert und vom Aufsichtsrat des HFV abgesegnet seien. „Im übrigen steht es den Delegierten frei, ausführliche Einblicke zu nehmen“, so Reuß.
Das Gros des Verbandstags erschöpfte sich in der Abarbeitung von nicht weniger als 114 Anträgen zu Satzung, Spielordnung und Schiedsrichterordnung. Und so kam am Ende ein fünfstündiger Sitzungsmarathon ohne Pause zusammen. „Das war gerade für die älteren Delegierten heftig“, befand Schlüchterns neuer Kreisfußballwart Dietmar Pfeiffer, der sich erstmals die Atmosphäre eines Verbandstags um die Nase wehen ließ. Die moderaten Erhöhungen bei den Spesen für Schiedsrichter in einigen Ligen empfand Pfeiffer als zu niedrig.
Die wichtigsten Änderungen in der Spielordnung:
- Das Schiedsrichterpflichtsoll wird von 15 auf 12 Spiele pro Saison reduziert, die Möglichkeit der Teilnahme an Pflicht-Lehrveranstaltungen flexibilisiert.
- Der Paragraf 26 der Spielordnung wird reformiert, die Schutzfrist entfällt. Künftig können zwei Spieler, die im letzten Pflichtspiel höherer Mannschaften mitgewirkt haben, auch tags darauf in einer unteren Mannschaft eingesetzt werden. Diese Regelung gilt ab Hessenliga für U-23-Akteure sowie ab Verbandsliga für Spieler allen Alters.
Präsident: Rolf Hocke
Vizepräsidenten: Torsten Becker (Recht und Satzung), Stefan Reuß (Wirtschaft und Finanzen), Walter Biba (Fußballentwicklung).
Geschäftsführer: Gerhard Hilgers
Verbandsfußballwart: Jürgen Radeck
Verbandsjugendwart: Carsten Well
Verbandsschiedsrichterobmann: Gerd Schugard
Ausschuss für Qualifizierung: Frank Illing
Frauen- und Mädchenfußballausschuss: Dr. Silke Sinning
Ausschuss für Freizeit- und Breitensport: Claus Menke
Geschäftsführer Sportschule/Sporthotel Grünberg: Hermann Klaus
Verbandsgericht: Halil Öztas

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