Fulda +10°/+8°C
> >     
Social Plugins können Daten übertragen (siehe Datenschutzbestimmungen)
14. Juni 2012



JSG Rippberg sauer wegen Strafe

kr

Fulda
Ein Urteil des Kreissportgerichts Fulda schlägt derzeit hohe Wellen. Die JSG Rippberg ist sauer, weil ein C-Junioren-Spieler der Tätlichkeit beschuldigt wird und nun wegen Unsportlichkeit für zwei Spiele gesperrt wurde.

Verhandelt wurde ein Vorfall aus dem Spiel der Kreisliga Süd zwischen Großenlüder und Rippberg (0:2) vom 5. Mai. Es ging um eine Szene, die hinter dem Rücken von Schiedsrichter Kilian Heil (SG Steinau) stattfand. Gesehen hat die Szene nur einer: Der Vater des Schiedsrichters. Der will anschließend auch als einziger gehört haben, dass sich der Rippberger Spieler nach seiner Auswechslung gebrüstet haben soll: „Dem hab ich noch mal schön eine mitgegeben.“

Am Montag – nach mehr als vier Wochen – kam es nun in Lütter zur Verhandlung unter dem Vorsitz von Helmut Hamperl. Gehört wurden der Schiedsrichter, der aber wie alle anwesenden Zeugen nichts zu dem Vorfall sagen konnte. „Da waren mehr als 30 Zuschauer am Platz. Dazu kamen Betreuer, Ersatzspieler und niemand hat etwas gesehen – wirklich niemand“, so Rippbergs Trainer Carsten Klimek. Selbst das vermeintlich tätlich angegangene Opfer konnte nicht sagen, ob es sich um eine absichtliche Aktion gehandelt hat.

So weit, so gut: Was die Sache aber kurios macht, ist die Tatsache, dass weder der „Täter“, noch der Vater des Schiedsrichters – der schließlich der einzige Zeuge war, der überhaupt etwas wahrgenommen hat – an der Sitzung teilnahmen. Der „Täter“ war krank, das ärztliche Attest liegt unserer Redaktion vor. Der Zeuge war beruflich verhindert. So aber meldete sich nach Abschluss der Plädoyers nun die Mutter des Schiedsrichters zu Wort, die selbst nicht am Sportplatz war, und sagte aus, dass ihr Mann den Hergang telefonisch am Mittag noch einmal bestätigt hatte. Daraufhin sahen sich Hamperl und seine Beisitzer veranlasst, den Tatvorwurf der Tätlichkeit zwar fallen zu lassen, aber den Nachwuchsspieler dennoch zu sperren – und zwar wegen der angeblichen Unsportlichkeit in Form der verbalen Äußerungen.

Klimek sauer: Ein Unding

„Ein Unding“, schimpft Rippbergs Trainer Carsten Klimek. „Wie kann ich einen Spieler verurteilen, der gar nicht aussagen konnte.“ Tatsächlich sieht die Rechtssprechung des Hessischen Fußballverbandes zwingend vor, dass ein vermeintlicher Täter Gehör erlangen muss.

„Das hätten wir getan, aber nicht, wenn er 75 Minuten vor der Sitzung krank gemeldet wird“, entgegnet Hamperl. Zudem ist Rippberg sauer, dass der Spieler ausgerechnet jetzt – also vor dem „Endspiel“ des Zweiten gegen Tabellenführer Dipperz/Dirlos gesperrt wird. „Warum hat es überhaupt so lange gedauert, bis etwas unternommen wurde?“, fragt sich nicht nur Carsten Klimek. Die Antwort von Vorsitzendem Hamperl: „Weil erst drei Wochen später der Spielbericht vom Klassenleiter kam.“

Nächstes Problem: Da es sich bei zwei Spielen um eine Mindeststrafe handelt, kann Rippberg nicht in Berufung gehen. „Clever“, sagt Klimek.

Dazu stellt sich die Frage, ob Hamperl die Sitzung überhaupt noch hätte leiten dürfen. Schließlich ist er auf dem Kreisfußballtag am 31. März durch Berthold Leinweber ersetzt worden. Weil Hamperl kein Beisitzer mehr ist, darf er normalerweise keine Sitzung mehr leiten. „Kreisfußballwart Hopfhauer hat mich aus bestimmten Gründen darum gebeten, bis zum Saisonende weiterzumachen“, so Hamperl. Dies wiederum ist aber gar nicht zulässig. Mit dem Ausscheiden am 31. März ist Hamperl nicht mehr befugt, den Vorsitz des Sportgerichts zu übernehmen. Damit hat nun das Sportgericht gegen die Satzung verstoßen. „Was da abgeht, das erinnert mich sehr an das altehrwürdige Königlich-Bayerische Amtsgericht. Unfassbar“, schüttelt Carsten Klimek mit dem Kopf. 




Leser-Kommentare ( 4 )
  • wurst (1) | 18. June 2012;18.06.2012;1340030104 --> 18 Juni 2012
    Das stinkt zum Himmel.. Fürstengehabe Kreissportgerichts Fulda ?

    Soweit ich weiss, ist das Urteil vom übergeordnetem HFV Sportgericht fuer ungueltig erklaert worden
    Hallo, gehts noch ?
    Mal ehrlich, wenn sich Herr Hamperl und das Kreissportgericht nicht mal an eigene Regeln haelt, sieht das doch sehr nach Vetternwirtschaft aus und Fürstengehabe
    ( was Recht ist bestimmen wir selbst..) aus
    Wir sind nicht in einer Bananenrepublik, auch Sportgerichte und deren Vorsitzende/Mitglieder muessen sich an Regeln halten, sonst sieht es nach reine Willküer aus !!

  • Sportfan (55) | 16. June 2012;16.06.2012;1339840621 --> 16 Juni 2012
    Nun kann

    Rippberg erst mal Luft ablassen, nachdem der Verband das Urteil "kassiert" hat.
    Bin mal gespannt was dann bei der Neuverhandlung rauskommt !

  • Sportfan (55) | 14. June 2012;14.06.2012;1339703237 --> 14 Juni 2012
    Gelogen

    wird aber bei Sportgerichtsverhandlungen hauptsächlich von Spielern und Betreuern, dass sich die Balken biegen. Das "Fehlverhalten" von Schiedsrichter Montag hat aber nix mit seinen fachlichen Leistungen zu tun und gehört nicht hierher. Fraglich ist wann die Amtszeit von Herrn Hamperl endet, evtl. erst am Saisonende ? Wenn nicht, dann ist das Urteil wohl obsolet.