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19. Oktober 2011



Jan-Philip Glanias Asien- Tour geht munter weiter

Von Christian Halling

Fulda
Gerade einmal zwei Monate ist es her, seit Jan-Philip Glania bei der Universiade im chinesischen Shenzhen mit überzeugenden Leistungen aufwartete.

Anfang November steht für das Fuldaer Schwimm-Ass bereits die nächste Reise nach Asien an, wenn der Weltcup in Singapur, Peking und Tokyo Halt macht. Davor findet bereits am 22. und 23. Oktober der Weltcup in Berlin statt, bei dem Glania bereits in den vergangenen Jahren mit von der Partie war. „Die Weltcupserie startete vor kurzem in Dubai und umfasst neun Wettkämpfe“, erklärt der 22-Jährige, für den die Weltcups auf asiatischem Boden eine völlig neue Erfahrung darstellen: „Jeweils zwei Tage lang dauern die Wettbewerbe an einem Ort, danach zieht der ganze Tross weiter und nach nur einem Tag Pause, an dem wir trainieren, geht es mit den nächsten Wettkämpfen weiter. Ich bin gespannt, inwieweit ich diese Belastungen auf hohem Niveau durchziehen kann.“

Der Petersberger, der als einer von vier Deutschen die Weltcups angeht, will die vielen Rennen in Akkordzeit nutzen, um auf dem Weg zu Olympia 2012 in London an seinem Stehvermögen zu arbeiten: „Ich komme quasi frisch aus dem harten Training, deswegen liegt die höchste Priorität nicht auf den Resultaten. Nichtsdestoweniger möchte in möglichst vielen Finals starten.“

Der Zahnmedizin-Student, der für den Olympiatraum mit seinem Studium pausiert, aber bei Gelegenheit im Zahntechniklabor arbeitet, wird alle Wettkämpfe in seiner Paradedisziplin Rücken auf 50, 100 und 200 Metern bestreiten, in Singapur womöglich die 100 Meter Lagen und 100 Freistil sowie in Peking die 100 Meter Schmetterling mitnehmen. Dass er sich damit übernimmt, glaubt der für die SG Frankfurt schwimmende Glania nicht: „Das Training war zuletzt brutal, da bin ich froh über jeden Wettkampf, den ich schwimmen darf.“ Eine zusätzliche Motivation für den Weltcup schöpft Glania, der nach wie vor Mitglied bei den Wasserfreunden Fulda ist, durch das prominente Teilnehmerfeld.

Über die 200 Meter Rücken hat sich unter anderem der 14-malige Olympiasieger Michael Phelps angekündigt, „zudem wird Ian Thorpe sein Comeback geben“, ist Glania äußerst gespannt auf die Rückkehr des australischen Top-Schwimmers, der zuletzt abseits des Medienrummels in der Schweiz trainierte und bei dem keiner weiß, in welche Form er zurückkehrt. Zudem rechnet Glania vor allem mit den asiatischen Konkurrenten, „die bei ihrem Heimweltcups sicherlich alles in die Waagschale werfen werden.“

Mittlerweile trainiert Glania in einer neuen Gruppe mit vier ambitionierten Schwimmern der SG Frankfurt, die ihrerseits auf Olympia fokussiert sind. Neben dem deutschen Rekordhalter über 100 Meter Freistil, Marco di Carli, halten Lukas Wojt (Polen) und der für Uruguay schwimmende Martin Kutscher, die beide schon bei Olympia teilgenommen haben, sowie der Langstreckenschwimmer Manuel Schwarz das Niveau in der Gruppe von Trainer Michael Ulmer extrem hoch.

Für Glania bedeutet das täglich spätestens um 6 Uhr aufstehen, bevor dann zweimal zwei Stunden Schwimmen und Krafttraining auf dem Plan stehen. Zudem steht einmal wöchentlich ein Kraftzirkel an, auch beim Treppenlaufen in der Commerzbank-Arena muss er sich schinden. „Die Trainigsintensität war zuletzt so hoch wie noch nie. Da fällt das Aufstehen manchmal schwer, wenn man jeden Muskel spürt“, gibt der Rückenspezialist zu, „aber wenn man sich das Ziel Olympia immer wieder vor Augen hält, weiß man, dass sich die Quälerei auszahlen wird.“ Zumal sich das gesteigerte Trainingsniveau zuletzt in den Zeiten niederschlug: „Vor kurzem hatte ich bei einem Wettkampf in Hamburg über 50 Rücken eine Zeit von 25,1 Sekunden, über die 100 Meter habe ich bei 54,1 Sekunden angeschlagen. Das waren fast die gleichen Zeiten, die ich im Vorjahr erst bei den Deutschen Meisterschaften zu einem späteren Zeitpunkt geschafft hatte.“

Nur zwei Wochen nach der Rückkehr aus Tokyo stehen für Glania eben jene Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Wuppertal an, auch danach hat Fuldas „Sportler des Jahres 2010“ kaum Zeit zum Luftholen: „Der Trainingsprozess nimmt gleich wieder Fahrt auf, im Januar geht es für zwei Wochen zum Trainigslager nach Lanzarote.“ Deshalb ist es dem Sportler, der um jeden Sponsor dankbar ist, wichtig, dass der trainingsfreie Sonntag Besuchen in der Heimat vorbehalten ist.






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