Kreisoberliga Mitte: SG Ehrenberg – SG Schlitzerland 8:2 (3:1)
Von Ralph Kraus
wüstensachsen
Die Rückkehr in die Gruppenliga wird für die SG Ehrenberg immer konkreter: Im Topspiel schoss der ungeschlagene Tabellenführer Verfolger Schlitzerland mit 8:2 (3:1) vom Platz. Es müsste mit dem Teufel zugehen, sollte Ehrenberg den Titel noch verspielen.
800 Zuschauer in Wüstensachsen erlebten ein reines Spektakel. Nicht nur, dass es zehn Tore zu sehen gab: Es waren richtig tolle Treffer dabei. Die 90 Minuten boten so viel Unterhaltung und Chancen, dass durchaus auch ein 12:6 im Bereich des Möglichen lag.
„So ein Ergebnis hätte ich vorher nicht für möglich gehalten“, gab Ehrenbergs Trainer Marc Friedel später zu. Schließlich hatte Schlitzerland vorher mit nur 16 Gegentoren in 27 Spielen die beste Abwehr der Liga.
Davon war gestern aber überhaupt nichts zu sehen. Die Ehrenberger Offensive um Reith, Romeis, Kümmel und Jaljaev stürzte die Abwehr der Gäste von einer Verlegenheit in die nächste. Herrlich beispielsweise, wie Jaljaev vor dem 1:0 im Strafraum noch zwei Mann aussteigen ließ. Oder der Konter, der zum 3:1 führte: Reith war links durchgebrochen und legte mit super Übersicht für Kümmel auf, der kaum noch Mühe hatte.
Von den sehenswerten Toren stand aber eines über allen, und das war der Treffer zum 6:2. Schlitzerlands bedauernswerter Keeper Marcel Tredler, der immer wieder im Stich gelassen wurde, konnte eine Ecke nur per Faust ins Zentrum, 17, 18 Meter vor sein Tore abwehren. Dort rauschte Thomas Reith heran und hämmerten den Ball als Marke „Tor des Monats“ in den Winkel. Super auch die Vorarbeit von Jaljaev und der Abschluss von Daniel Krenzer beim siebte Tor der Hausherren, die noch ein halbes Dutzend guter Chancen liegen ließen.
„Von Meisterschaft oder Aufstieg will ich noch nichts hören“, machte Marc Friedel trotz des Kantersieges nachher deutlich. „Wir haben jetzt das Nachholspiel am Freitag gegen Maberzell und können da auf sieben Punkte davonziehen. Gelingt uns das, dann sieht es gut aus, aber auch dann sind wir noch nicht durch.“
Dennoch sei er stolz auf seine Mannschaft, wie sie gestern auftrumpfte. „Die Jungs haben überragend gespielt. So erwarte ich das eigentlich jede Woche. Spiel für Spiel müssen wir so motiviert in die Partien gehen“, so Friedel, der kurz vor der Pause verletzt vom Feld musste. Die alte Innenbandverletzung war aufgebrochen. „Ich habe gemerkt, dass ich keinen Halt mehr hatte und dass ich wegknicke. Meine Auswechslung war eine reine Vorsichtsmaßnahme.“
Ehrenberg: Ullrich; Weber, Jörges, Henkel, Büttner, Neubauer, Friedel (45. Krenzer), Reith, Romeis, Kümmel (78. Feuerstein), Jaljaev.
Schlitzerland: Treder; Muhl, Misof (55. Wachter), Weber (13. Becker) Kurz, Hampl, Schmier (46. Can), Hahn, Rippl, Kirchner, Kuchenbuch.
Schiedsrichter: Peter Rehmet (Kathus).
Zuschauer: 800.
Tore: 1:0 Igor Jaljaev (5.), 2:0 Igor Jaljaev (8.), 2:1 Jonas Hahn (9.), 3:1 Steffen Kümmel (30.), 4:1 Frank Romeis (52.), 4:2 Dennis Henkel (56., Eigentor), 5:2 Igor Jaljaev (59.), 6:2 Thomas Reith (72.), 7:2 Daniel Krenzer (77.), 8:2 Thomas Reith (84.).

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