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11. Mai 2012



Petersberger Schwimmer will sich für London qualifizieren

Von Laurenz Hiob

Fulda/Berlin
Für den Petersberger Ausnahmeschwimmer Jan-Philip Glania (Wasserfreunde Fulda/SG Frankfurt) geht es an diesem Wochenende um die Wurst. Er kann sein großes Ziel erreichen: die Qualifikation für die Olympischen Spiele.

Bei den Deutschen Meisterschaften der Schwimmer im Berliner Europasportpark muss der 23 Jahre alte Rückenspezialist die Pflichtzeit für London 2012 schwimmen. „Ich habe die vergangenen Wochen voll durchtrainiert, war gar nicht mehr krank und bin dank eines dreiwöchigen Trainingslagers im türkischen Belek optimal vorbereitet“, berichtete Glania optimistisch vor der Abreise in die Bundeshauptstadt.

Dabei hatte es vor zwei Monaten für den Studenten der Zahnmedizin, der sich zurzeit voll auf seine sportliche Karriere konzentriert, nicht ganz so gut ausgesehen. Die Qualifikation für die Europameisterschaften fanden ohne ihn statt: Wegen eines grippalen Infekts konnte er in Magdeburg nicht starten, weshalb ihm die zweite Chance auf die Olympia-Qualifikation fehlt. Er muss bei der DM alles in die Waagschale werfen.

Ein Blick auf die nackten Zahlen stützt Glanias Optimismus. Über seine Paradestrecke, die 200 Meter Rücken, die morgen auf dem Programm stehen (Finals ab 17.30 Uhr, ab 18 Uhr live in der ARD), werden 1:58,14 Minuten aufgerufen. Die Bestzeit des Osthessen liegt zwar mit 1:58,46 darüber, aber diese datiert aus 2011. Und in der Zwischenzeit ist der ehemalige Militär-Weltmeister deutlich schneller geworden, hat sogar seine Zeiten unterboten, die er mit dem Ganzkörperanzug geschwommen war, der inzwischen verboten ist. „Der Wettkampf in Magdeburg wäre gut gewesen, um anhand der aktuellen Zeiten zu sehen, wo ich momentan stehe“, trauert er dieser Chance nach.

Die Pflichtzeit sollte aber kein Problem sein, eher die zahlenmäßig große Konkurrenz. „In Berlin starten fünf Schwimmer, die in meiner Lieblingsdisziplin die Olympia-Norm knacken können“, erklärt Glania. Darunter übrigens so illustre Namen wie der von Yannick Lebherz. Und nach London dürfen nur die beiden schnellsten, selbst wenn tatsächlich alle fünf Norm schwimmen sollten.

Klappt es nicht gleich morgen mit der Qualifikation, dann hat Jan-Philip Glania am Sonntag (ab 15.15 Uhr) eine zweite Chance – über 100 Meter Rücken, wo er unter anderen mit Helge Meeuw ins Becken steigen wird. Der Petersberger bezeichnet seine Chancen am Sonntag aber eher als theoretisch. „Wenn ich es am Samstag nicht schaffe, wird’s am Sonntag umso schwerer“, betont der angehende Zahnarzt. „Erstmal ist der Druck natürlich noch größer. Und dann muss ich mich schon fragen, wie ich am Sonntag Helge schlagen soll, wenn ich es am Samstag nicht auf meiner Paradestrecke geschafft habe, mich zu qualifizieren.“

Selbst ein Blick auf die Zeiten zeigt, dass es schwer wird. Auf die für London notwendigen 53,87 Sekunden fehlen Glania knapp anderthalb Sekunden (55,1) – eine Welt über 100 Meter. Doch ist diese Differenz laut „JP“ nicht allzu aussagekräftig: „Mit meiner Bestzeit bin ich absolut unzufrieden. Das kann ich schneller“, hebt der ehemalige Domgymnasiast hervor.

Und addiert man nun, dass der 23-Jährige inzwischen generell merklich schneller im Becken unterwegs ist, dann sind selbst die 53,87 zu knacken. Außerdem muss er mindestens zweitschnellster Deutscher sein. Sollte er Meeuw schlagen, wird Glania für die 100-Meter-Lagenstaffel nominiert: „Denn die braucht ja einen Rückenschwimmer.“ Dann würde es für London sogar ohne Norm reichen, sofern Helge Meeuw nicht schneller ist. Jan-Philip Glania ist also darauf angewiesen, am Wochenende sein ganzes Potenzial abzurufen – und in der Heimat gedrückte Daumen schaden dabei bestimmt nichts.




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