Schwimmer Glania: Ich will zu den Olympischen Spielen
Frankfurt/Fulda
Wenn der Fuldaer Schwimmer Jan-Philip Glania abends in seine Wohnung im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen zurückkehrt, merkt er in jedem Muskel, was er in den vorangegangenen Stunden getan hat. Seit drei Wochen befindet sich der Rückenspezialist voll im Training.
Täglich mehrere Stunden Wassertraining, Krafttraining und Athletiktraining wie Treppenläufe in der Frankfurter Commerzbank-Arena stehen auf dem Plan. Morgens um sechs Uhr klingelt der Wecker. Dass es ihm trotz Muskelkaters und einem tagfüllenden Trainingsplan an Motivation nicht mangelt, liegt an seinem großen Ziel: „Ich will zu Olympia 2012 nach London. Das ist Motivation genug für mich.“ Zwei Jahre lang will der 21- Jährige auf das wohl größte Ereignis im Leben eines Sportlers hinarbeiten und alles auf eine Karte setzen. Ein ideales Trainingsumfeld ist notwendige Voraussetzung. Deshalb hat der Petersberger neue Reize im Training gesucht und gefunden. „Diese Saison werde ich für die SG Frankfurt starten“, erklärt Glania, der seit einem Jahr in Frankfurt lebt und studiert.
Seit Beginn seines Zahnmedizinstudiums trainiert der Fuldaer auf den Bahnen der Schwimmgemeinschaft Frankfurt. „Die Verantwortlichen der SG sind dann auf mich zugekommen und haben gefragt, ob ich nicht auch für das Team starten möchte“, sagt Glania und möchte klarstellen, dass sein Wechsel keine Abkehr von den Wasserfreunden Fulda darstellt: „Ich bin weiterhin Mitglied im Verein und habe zum Vorstand noch ein gutes Verhältnis. Man sieht sich ja auch bei den Wettkämpfen.“ Die laufen bereits. Vorige Woche hat er bei den Hessischen Meisterschaften drei Titel und zwei zweite Plätze geholt. Dieses Wochenende folgt der Weltcup in Berlin und darauf die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Wuppertal. „Ich erwarte nicht allzu viel von den anstehenden Wettkämpfen, da ich weiterhin mein Training voll durchziehe“, gibt er sich bescheiden. „Wettkampfhärte“ gilt es sich zu holen – auch weil der ehemalige Jugend-EM-Teilnehmer in der kommenden Saison für die SG Frankfurt in der Bundesliga starten wird.
Glania gibt sich zuversichtlich
Dort soll er im Team um den Uruguayer und zweimaligen Olympiateilnehmer Martin Kutscher den deutschen Vizeweltmeister über 100 Meter Rücken, Helge Meeuw, ersetzen. Der ist übrigens im Kampf um einen möglichen Olympiastartplatz der größte Konkurrent. „Einen Startplatz in der Lagenstaffel kommt für mich am ehesten in Frage“, gibt sich Glania zuversichtlich – auch weil Helge Meeuw bei den vergangenen Deutschen Meisterschaften nicht schneller war als die Nachwuchshoffnung. Und das, obwohl sich der Fuldaer nicht voll auf den Sport konzentriert hatte: „Voriges Jahr habe ich mein Studium voll durchgezogen und hatte trotzdem eine gute Saison“, sagt der Schwimmer, der sich bisher nur ein Jahr voll auf das Schwimmen konzentriert hat. Bei der Bundeswehr wurde er Militärweltmeister und -weltrekordler über 200 Meter Rücken.
Trotzdem entschied der Fuldaer, die Bundeswehr zu verlassen und ein Studium zu beginnen. „Ich habe zwar die Zeit dort genossen und konnte mich voll auf den Sport konzentrieren, allerdings wollte ich unbedingt was außerhalb des Schwimmens machen“, erzählt der Student, der sich gerne hohe Ziel steckt und sein Studium zwar als „anstrengend, aber sehr interessant“ bezeichnet. Mit dem Vorphysikum in der Tasche will der ehemalige Schüler des Domgymnasiums im Studium kürzer treten und in den nächsten zwei Jahren weniger Kurse belegen, um sich dem Schwimmen zu widmen. Vier Trainingslager, unter anderem auf Teneriffa und Fuerteventura stehen dieses Jahr noch an. 2011 liegt das Hauptaugenmerk auf der WM in Shanghai, wo er ein Zeichen setzen und einen großen Schritt Richtung Olympia machen will, um dort nach Katrin Dumitru (1996 in Atlanta) als zweiter Fuldaer für Deutschland zu starten.
Von unserer Mitarbeiterin
Vanessa Polster

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