Ski nordisch: Heun mit Saisonstart zufrieden
Düsseldorf
Der erste Heim-Weltcup ist den deutschen Skilangläufern misslungen. Nach den dürftigen Ergebnissen in den Einzeln gab es auch in den Teamsprints nichts zu gewinnen. Doch ausnahmsweise waren es diesmal nicht die Athleten, die für Missstimmung sorgten, sondern die Jury. Immerhin: Daniel Heun (SKG Gersfeld) war mit seinem Saisonstart halbwegs zufrieden.
Josef Wenzl und der Weltcup in Düsseldorf passen seit 2008 nicht mehr zusammen. Der Top-Sprinter unter den deutschen Skilangläufern wurde wegen einer angeblichen Behinderung eines russischen Konkurrenten nach dem Halbfinale disqualifiziert. Damit nahm die Rennleitung dem deutschen Team die Chance auf eine durchaus mögliche Top-Platzierung. Vor vier Jahren hatte Wenzl für den ersten und bislang einzigen deutschen Sieg in der Rheinmetropole gesorgt.
Wenzl wird disqualifiziert
„Ich glaube, ich brauche gar nicht mehr nach Düsseldorf zu kommen. Irgendwie haben die mich auf der schwarzen Liste“, schimpfte dieser, nachdem er im Halbfinale des Teamsprints im Schlussspurt angeblich regelwidrig gehandelt hatte. „Er hat doch hinten keine Augen und hat die Spur noch vor dem Korridor gewechselt. Der Russe war klar hinter ihm“, sagte ein sichtlich verärgerter Bundestrainer Jochen Behle und nannte die Disqualifikation „lächerlich“. „Wenn das ein Blocken gewesen sein soll, wird ein Petter Northug zukünftig kein Massenstartrennen mehr gewinnen“, ereiferte sich der Coach.
Dabei hatte das deutsche Team mit dem Frankenhainer Jens Filbrich und Wenzl alles richtig gemacht. „Die Taktik stimmte, Fibs hat hervorragend gearbeitet. Deshalb habe ich ihn ja auch aufgestellt“, sagte Behle. Wenzl hatte nach dem letzten Wechsel die Führung übernommen und dann im Spurt um den zur direkten Finalteilnahme berechtigenden zweiten Platz die besseren Karten vor den Russen, die nach der Kollision auf Rang sieben zurückfielen. Sie durften im Finale starten und belegten Rang zwei hinter dem schwedischen Duo.
Die Siege am Rheinufer gingen an Kikkan Randall aus den USA und Ola Vigen Hattestad aus Norwegen in den Einzelsprints sowie Mari Eide/Maiken Caspersen Falla aus Norwegen und die Schweden Jesper Modin/Teodor Peterson in den Teamwettbewerben.
Der Rengersfelder Daniel Heun war mit seinem Abschneiden zufrieden. Im Sprint schaffte er den Sprung unter die besten 30, scheiterte aber im Viertelfinale. „Das war ein guter Einstieg in die Saison, auch wenn ich gerne weiter gekommen wäre“, sagt der 25-Jährige vor allem mit Blick darauf, dass er im Vorjahr Schwierigkeiten hatte, in die Saison zu kommen. Als 23. war Heun drittbester Deutscher. Nicht zufrieden war er dagegen mit dem 17. Platz mit Thomas Bing (Dernbach) im Teamsprint. „Unsere Rhöner Staffel konnte sich im Halbfinale leider nie nach vorne arbeiten.“

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