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28. November 2008



Fuldaer Rabanus-Maurus-Schule bietet Sportklasse an

FULDA Für Roman Fuchs kommt es ein Jahr zu spät. „Vier Stunden Sport in der Woche, das hätte ich auch gerne gemacht“, erklärt der zehnjährige Schüler der Klasse 5d an der Fuldaer Rabanus-Maurus-Schule.

Kein Wunder, gehört Sport doch neben Mathematik zu seinen Lieblingsfächern – und im Fußball ist der Kleine beim FV Horas ein ganz Großer. In den Genuss, erstmals einer Sportklasse anzugehören, können künftige Fünftklässler kommen: Das Domgymnasium Fulda bietet zum Schuljahr 2009/10 erstmals für die Jahrgangsstufe 5 eine Sportklasse an, die dann bis zur neunten Klasse weitergeführt wird.
„Wir sind zwischen Kassel und Frankfurt die einzige Schule, die das Projekt des Hessischen Kultusministeriums umsetzt“, freut sich Schulleiter Matthias Höhl auf die neue Herausforderung. Damit schließe das Domgymnasium als Partnerschule des Leistungssports mit dem seit 38 Jahren angegliederten Schulsportzentrum und dem Leistungskurs Sport, den Sportarbeitsgmeinschaften und den Kooperationen mit Vereinen wie den Wasserfreunden Fulda (Schwimmen) und dem Tanzsportclub Fulda (Standard, Latein, Hip Hop) eine Lücke im Sportangebot der Schule.

Sportlehrer investierten Herzblut

Sportklasse
  • Vier statt drei Wochenstunden Sport.
  • Klassenleitung übernimmt eine Sportlehrkraft.
  • Verstärkte Kooperation der Schule mit den Vereinen der leistungssportorientierten Schülerinnen und Schüler.
  • Angebot schulischer Förder- und Stützmaßnahmen für leistungssportlich besonders engagierte Schülerinnen und Schüler.
  • -Rücksichtnahme auf Leistungssportler bezüglich Terminierung von Klassenarbeiten und Hausaufgaben.
an
Seit fünf Jahren sei über die Einführung einer Sportklasse nachgedacht worden, seien verschiedene Modelle erörtert worden, um das bestmögliche und vor allen Dingen machbare Konzept umzusetzen, blickt der Oberstudiendirektor zurück. Dies sei nur möglich gewesen, da sich die Sportlehrer engagiert für das Projekt eingesetzt und viel Herzblut investiert hätten. Jetzt sind alle Hürden genommen, im nächsten Jahr kann es losgehen. „Das staatliche Schulamt in Fulda sagte uns die Lehrerstunden zu, die Stadt Fulda stellt die zusätzlich benötigten Hallen- und Sportstättenkapazitäten zur Verfügung und die Gesamtkonferenz hat den Antrag der Fachkonferenz Sport mit großer Mehrheit angenommen“, freut sich Höhl, dass endlich alles unter Dach und Fach ist.
Das Domgymnasium zählt nun zum illustren Kreis der 27 Schulen, die vom Kultusministerium für diese Maßnahme ausgewählt wurden. Begeistert zeigte sich auch Fuldas Schul- und Sportdezernent Dr. Wolfgang Dippel: „„Damit ist ein weiterer Baustein gesetzt. Die Sportklasse ist ein Einstieg, mit dem Ziel, talentierte Kinder aufgrund ihrer sportlichen Fähigkeiten zu fördern.“ Dies sei eine gute Sache für die Region, die Schule und den Sport. Aber nicht nur für Leistungssportler sei diese Sportklasse geeignet, betont Höhl. Grundvoraussetzung sei vielmehr, dass die Kinder regelmäßig Sport treiben, gute bis überdurchschnittliche Fähigkeiten zeigen und bevorzugt während ihrer Grundschulzeit den Talentaufbaugruppen (TAG) angehörten. „Unser Ziel ist es, leistungsstarke und talentierte Kinder auf ihrem sportlichen Weg zu begleiten und die Verbindung Schule-Sport positiv zu gestalten“, erklärt Sportlehrer Heiko Glende.

Schwerpunkt auf klassischen Sportarten

Vorerst liege der Schwerpunkt auf Sportarten wie Schwimmen, Leichtathletik und Fußball sowie einer allgemeinen Ausbildung der Grundfähigkeiten wie Schnelligkeit, Koordination, Beweglichkeit und Ausdauer, doch sei man auch offen für andere Sportarten. Kollege Heiko Renker ergänzt: „Das ist eine Sache, die muss sich entwickeln. Da sind wir flexibel.“
Flexibilität zeigt das humanistische Gymnasium auch bei der Wahl der Fremdsprache für die angehenden Sportklässler. „Wie in unseren Musikklassen besteht auch für die Sportler die Möglichkeit, mit Englisch oder Latein zu beginnen“, so Höhl. Einig sind sich das Sportkollegium – das sind 15 der 105 Lehrer – und der Schulleiter, dass Bedarf an solch einer Sportklasse besteht und rechnen mit einem guten Zulauf. Wer es nicht schafft, einen der 30 Plätze in der neuen Sportklasse zu ergattern, muss nicht traurig sein: „Wir sind eine der wenigen Schulen in Fulda, die durchgängig drei Stunden Sport in der Woche anbietet“, so Höhl.

www.rms-fulda.de

Anmeldung
Auf Elternabenden der Grundschulen wird auf das Angebot einer Sportklasse hingewiesen. Nach der schriftlichen Anmeldung werden die Interessenten, die nicht einer Talentaufbaugruppe angehören, im zweiten Halbjahr der Klasse 4 zu einem sportpraktischen Eignungstest unter Federführung des Schulsportleiters der Rabanus-Maurus-Schule eingeladen. Eine gymnasiale Eignung ist natürlich die Grundvoraussetzung für die Aufnahme. Sollten es mehr als 30 Anmeldungen sein, entscheidet die Schulsportleitung gemeinsam mit der Schulleitung des Domgymnasiums über die Vergabe der Plätze. /

Von Angelika Kleemann






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