Sport bei Eiseskälte?
Von Daniel Krenzer
Fulda
Draußen ist es eisig kalt, ein Ende der Kältewelle ist derzeit nicht in Sicht. Viele wollen dennoch draußen Sport treiben. Doch ist das noch gesund? Ja, aber…
Joggen vorbei an zugefrorenen Gewässern, Radtouren durch eisige Winterlandschaften, Nordic Walking mit Blick über die prächtig-weiße Rhön – auch zu dieser Jahreszeit sind sportliche Aktivitäten im Freien eine große Verlockung. Doch tut man sich damit einen Gefallen – oder schadet man seinem Körper nicht am Ende sogar? Diese Frage stellen sich in diesen Tagen sicher so einige Freizeitsportler.
Prinzipiell spreche nichts dagegen, auch bei Minusgraden draußen Sport zu treiben. „Allerdings sollte man keine Maximalleistung bringen, sondern nur auf einem niedrigen Niveau trainieren“, weiß der Fuldaer Sportmediziner Dr. David Hinder. Eine gute Orientierung sei dabei die Atmung: Solange die Atmung durch die Nase noch ausreicht, sei die Intensität nicht zu hoch. „Außerdem ist bei Kälte die Nasenatmung ohnehin zu empfehlen, da dort die Luft einen längeren Weg zur Lunge zurücklegt, als wenn man durch den Mund atmet“, erklärt Hinder. Dadurch komme die Luft nicht ganz so kalt in den Lungen an.
Bloß nicht zu intensiv
Ein Tuch vor dem Mund oder eine Sturmmaske sorge ebenfalls für weniger kalte Atemluft. „Außerdem sollten Körperteile wie Nasenspitze und Ohrläppchen nicht freiliegen, da hier ansonsten schnell Erfrierungen drohen“, gibt der Sportmediziner zu bedenken. Ferner sei es ratsam, die freiliegende Haut vor dem Training mit fetthaltiger Salbe einzuschmieren.
Ansonsten sei angemessen warme Kleidung bei winterlichen Temperaturen sehr wichtig. „Da kann ich das Verhalten der Profi-Fußballer nicht nachvollziehen, die trotz minus zehn Grad oder weniger in kurzen Hosen auflaufen“, wundert sich Hinder. Die Kniescheiben und Muskeln würden so sehr schnell sehr kalt. „Damit steigt das Verletzungsrisiko ungemein“, warnt der Mediziner. Lange Ärmel und Hosen seien also dringend zu empfehlen. „Außerdem ist es noch viel wichtiger als sonst, sich vor dem Sport gut aufzuwärmen“, rät Hinder.

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