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3. Februar 2010



Rhön-Sprudel-Mini-WM: Junge Fußballer geben alles

BURGHAUN 15 Nachwuchsfußballer der Ritter-von-Haune-Schule haben beim Casting für die RhönSprudel-Mini-WM ihr Können unter Beweis gestellt, um in den Kader der mexikanischen Mannschaft aufgenommen zu werden. Doch einige mussten ausscheiden.

In der Kabine der Turnhalle herrscht großer Tumult. Aus riesigen Sporttaschen werden bunte Trikots gefischt, während abgelegte Unterhemden auf dem Boden landen. „Meinst du, ich flieg raus“, fragt ein blonder Junge seinen Kumpel. „Nee, du darfst bestimmt mitspielen“, gibt der Freund zurück. Die Aufregung der Ritter-von-Haune-Schüler ist förmlich mit Händen zu greifen. Denn Trainer Mario Hutfleß muss gleich drei junge Fußballspieler auswählen, die nicht bei der Mini-WM mitspielen dürfen. „Am Freitag werden dann weitere vier ausscheiden, die aber als Reservegruppe dienen, falls einer der Spieler unerwartet krank wird“, erklärt Hutfleß, dessen Sohn auch gerne mitspielen will.

Herausforderungen im Parcours

Natürlich wollen am liebsten alle 15 Spieler aus der zweiten und dritten Klasse dabei sein. Hochmotiviert stürmen die jungen Kicker dann auch zum Aufwärmen in die Halle. „Die Jungs sind ganz konzentriert und eifrig bei der Sache. Da merkt man, wie wichtig es ihnen ist, dabei zu sein“, sagt Beatrice Maul, die sich auf einer der Bänke in der Turnhalle niedergelassen hat. Auch ihr Sohn Maurice will bei der Mini-WM dabei sein. „Ich habe ihn schon darauf vorbereitet, dass es durchaus sein kann, dass er ausscheidet. Er soll sich nicht zu sehr darauf versteifen, dabei zu sein, sonst ist er nachher furchtbar enttäuscht“, erklärt die Mutter.

Der Filius meistert indes mit seinen Klassenkameraden den Parcours, den Trainer Mario Hutfleß aufgebaut hat. Er schießt gegen die Bande, macht einen Purzelbaum, fängt den rollenden Ball wieder ab und trifft schließlich ins Tor. Der Trainer beurteilt jedoch nicht nur das spielerische Können, sondern auch Disziplin und Mannschaftsgefüge. „Es bringt nichts, wenn die Kinder gut spielen können, aber nur Quatsch machen“, sagt er: „Es ist nicht so einfach, jetzt drei Spieler auszuwählen, zumal das Leistungsniveau relativ gleich ist.“ Der Fußballexperte, der eine Jugendmannschaft von Burghaun trainiert, sieht sich die Technik der jungen Fußballer deshalb ganz genau an.

Tränen in Kinderaugen

Immer mehr neugierige Eltern treffen in der Burghauner Turnhalle ein. Gespannt schauen sie zu, wie ihr Nachwuchs das Training meistert. „Nachher gibt es bestimmt Tränen“, befürchtet eine Mutter. Doch Rektorin Birgitt Ludwig-Triesch beruhigt die Kinder: „Auch wenn ihr heute nicht weiterkommt, müsst ihr euch keine Sorgen machen. Ihr fahrt trotzdem zur Mini-WM und feuert die anderen richtig an.“

Bevor der Trainer seine Entscheidung endgültig trifft, müssen die Fußballspieler sich noch bei einem Trainingsspiel beweisen. „Ich hab auf der Liste des Trainers meinen Namen gelesen, der war durchgestrichen. Ich hab es bestimmt nicht geschafft“, jammert Maurice und Mutter Beatrice beruhigt: „Ich glaube, das hat nichts zu bedeuten.“ Sogar die Eltern auf der Bank wirken mittlerweile schon ein bisschen nervös.

Endlich trommelt der Trainer die Mannschaft zusammen. Mit gespannten Mienen setzten sich die Schüler um ihn herum. Ohne große Umschweife nennt er die Namen jener Spieler, die nun keine Chance mehr haben, bei der Mini-WM anzutreten. Einem kleinen schmächtigen Jungen stehen die Tränen in den Augen: „Sei nicht traurig. Das hat gar nichts zu bedeuten. Du bist trotzdem ein guter Fußballspieler“, ermuntert ihn der Trainer. Maurice ist derweil überglücklich: Aufgeregt läuft er auf seine Mutter zu und ruft: „Ich darf bei der Mini-WM mitspielen!“

Von unserer Volontärin
Katharina Ruppel






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