Unvergessliche Momente beim Paragliding auf der Wasserkuppe
Von Sarah Seitz
Wasserkuppe
Von unten sieht alles so federleicht aus. Und das ist es auch, wenn man erst einmal in der Luft ist. Bis beim Paragliden aber der entspannte Teil beginnt, bedarf es doch ein paar kleiner Anstrengungen.
Mit etwas wackeligen Knien stehe ich am Südhang der Wasserkuppe. Gleich werde ich abheben, gleich geht’s los. Der Helm sitzt schon, mit zittrigen Fingern schließe ich den letzten Karabiner am Gurtzeug, dann nehme ich Bremsen und A-Leinen fest in meine Hände. Und während ich noch darüber nachdenke, ob ich jetzt eigentlich Angst habe oder sich meine Beine nur vor Aufregung wie Pudding anfühlen, steigt hinter mir schon der Gleitschirm in die Höhe und dann geht plötzlich alles ganz schnell.
„A-Leinen loslassen, Bremsen ein bisschen anziehen, und jetzt lehn’ dich richtig rein und renn’ los“, gibt Christian mir Anweisungen. Mit all meiner Energie versuche ich mich mit den Füßen vom Boden abzustoßen. Die Kraft des Gleitschirms spüre ich in meinem Rücken. Nach wenigen Schritten berühren nur noch meine Zehenspitzen den Boden. Im nächsten Moment bin ich schon ein paar Meter in der Luft.
Papillon Flugschule
Wer sich für Paragliding interessiert und diese Sportart erlernen möchte, findet in der Papillon Flugschule auf der Wasserkuppe kompetente Ansprechpartner. Papillon bietet das ganze Jahr über neben zweitägigen Schnupperkursen für noch Unentschlossene, Grund- und Aufbaukursen auch einwöchige Kombikurse sowie verschiedene Fortbildungsmöglichkeiten an. Zum Erlernen von Paragliding ist die Wasserkuppe aufgrund der baumfreien Bergkuppen ideal, auf denen der Start bei jedem Wind möglich ist. Mehr Informationen und Kontakt zu Papillon gibt es im Internet.
www.wasserkuppe.com
www.wasserkuppe.com
Was für mich ein komplett erhebender Augenblick war, ist für Christian Noss mittlerweile nur noch Kinderkram. Der 33-jährige fliegt seit 15 Jahren und gibt seit 2007 hauptberuflich Paragliding-Kurse in der Papillon Flugschule auf der Wasserkuppe. Unzählige Male war er bisher in der Luft, manchmal bis zu acht Stunden am Stück. Mit meinen anderthalb Minuten in acht Metern Höhe kann ich da noch lange nicht mithalten. Bis ich ein Profi wie Christian bin, bräuchte ich wohl noch ordentlich Übung. Und vor allem muss ich jetzt erst einmal den Hang wieder hoch.
Wie einen Gartenschlauch nehme ich die Leinen des Gleitschirms zusammen, werfe mir den Stoff über die rechte Schulter und stapfe los. Schon nach 50 Metern bergauf bin ich völlig aus der Puste. Ausdauer ist nun wirklich nicht meine Stärke. Und der überdimensionale Rucksack, der mir beim Laufen ständig in die Kniekehlen schlägt, macht den Aufstieg nicht leichter. Oben angekommen muss ich mich erst einmal ins Gras fallen lassen. Ich fühle mich, als wäre ich gerade einen Halbmarathon gelaufen. Mühsam schnappe ich nach Luft. Viel Zeit zum Verschnaufen habe ich allerdings nicht – auf geht’s zum nächsten Flug!
Diesmal kribbelt es mir vor Aufregung regelrecht in den Fingern. Ich kann es kaum erwarten bis ich wieder in der Luft bin. So glatt wie mein erster Start läuft es diesmal aber nicht: Zwar steigt der Schirm problemlos in die Höhe, zum Reinlehnen und Losrennen komme ich aber gar nicht, denn eine Windböen fährt unter den Gleitschirm, zieht ihn nach hinten und lässt mich unsanft auf dem Hintern landen. „Macht nichts“, sagt Christian, „Das versuchen wir gleich noch einmal“.
Jetzt klappt wieder alles wie am Schnürchen. Nach nur drei Schritten Anlauf bekommt der Gleitschirm sofort Auftrieb und ich hebe ab. Beide Bremsen fest den Händen fliege ich einem atemberaubenden Panorama entgegen. Dieser Ausblick entschädigt jegliche Anstrengung sofort. Und noch bevor ich wieder festen Boden unter den Füßen habe, bin ich mir sicher: Ich werde eine Paragliding-Fluglizenz machen. Dieses Gefühl macht einfach süchtig!

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