Verbandsliga: TSV siegt und schaltet einen Anwalt ein
kr
Kassel
Mit einem begeisternden Auftritt hat der TSV Lehnerz die Tür zum Relegationsplatz in der Verbandsliga Nord weit aufgeschlagen. In einem in der Höhe nie erwarteten, aber absolut verdienten 5:1 (2:0) im Topspiel bei Hessen Kassel II schoss man den Gegner von Rang zwei.
Bangen musste man um Lehnerz allenfalls in der ersten Viertelstunde. „Da hatten wir doch ein bisschen viel Respekt und haben zu viele Freistöße vor dem eigenen Tor produziert“, gab auch Trainer Rolf Gollin zu, dessen Elf hier Glück hatte, dass einer dieser Freistöße von Habib nur am Pfosten landete (16.). Das war aber auch der einzige Kritikpunkt: Der Rest des Spiels war eine Gala der Lehnerzer, die den spielstarken Kasselern mit viel Biss und Einsatz den Schneid abkauften und – man mag es ob der Tabellensituation kaum glauben – locker noch viel höher hätten gewinnen können.
So ließ der zuletzt so zuverlässige Torjäger Stanislav Szilaygi schon beim Stand von 0:0 zwei glasklare Möglichkeiten liegen und vergab im zweiten Durchgang eine dritte Großchance. Enttäuscht hat der Slowake aber trotzdem nicht. Denn Szilagyi glänze gestern als Vorbereiter. Er legte gleich drei Treffer auf. „So muss das in einer gut funktionierenden Mannschaft laufen. Einer für alle eben“, freute sich Rolf Gollin. Eingeleitet wurde der Sieg durch Kemal Sarvan, der nach einer Ecke von Nuspahic und der Kopfballverlängerung von Belaarbi aus Nahdistanz einköpfte. Auch das 0:2 legte Nuspahic glänzend für den bärenstarken Jens Keim auf. Das Tor des Tages machte aber Kevin Steudter. Sein 0:3 war ein Traumtor. Er schlenzte den Ball aus 20 Metern herrlich in die lange Ecke.
Als Kassel aus dem Nichts den Anschluss machte, zuckte der zahlreiche Anhang von Lehnerz kurzzeitig zusammen. Doch auch die Tatsache, dass Lehnerz nur kurz danach schon den Sack endgültig zumachte, spricht für die gute Verfassung des TSV. Das 1:4 war ein super Konter, als Szilagyi Sturmpartner Sarvan auf die Reise schickte. Nach dem siebten Sieg in Serie gibt sich Lehnerz selbstbewusst. „Jeder weiß, um was es geht. Deshalb habe ich auch keine wirklichen Bedenken, dass wir uns das gegen Mengsberg und Melsungen noch nehmen lassen“, so Dariusz Giemza.
Indes haben die Lehnerzer einen Anwalt eingeschaltet, der Grebenstein unterstützen wird, was die Wertung des Spiels gegen Hessen Kassel II angeht. „Am Montag wird der Wiederspruch fristgerecht beim Verband eingehen. So wie es in diesem Fall getan wurde, kann man nicht einfach dreimal das Recht hin und her drehen“, ist TSV-Abteilungsleiter Martin Geisendörfer sauer. „Ein Pokalspiel ist ein Pflichtspiel. Für was gibt es denn die Satzung? Diese Begründung nehmen wir nicht einfach so hin.“
Kassel II: Grujo; Drizis, Pavic, Boukhoutta, Kazak, Kwak, Schanze (43. Gül), Senghore, Ott, Habib, Kim.
Lehnerz: Schwarz; Maxi. Müller, Kress, Belaarbi, Keim, Steudter, Schäfer, Nuspahic (74. Decher), Giemza (78. Bene. Müller), Sarvan (64. Scholz), Szilagyi.
Schiedsrichter: Alexander Roßmell (Nordhausen/Thüringen).
Zuschauer: 200.
Tore: 0:1 Kemal Sarvan (31.), 0:2 Jens Keim (42.), 0:3 Kevin Steudter (49.), 1:3 Harez Habib (54.), 1:4 Kemal Sarvan (58.), 1:5 Sascha Decher (90.).

Leser-Kommentare ( 1 )
-
Fussballbeobachter (3) | 14. May 2012;14.05.2012;1336982240 --> 14 Mai 2012
Unglaublich tolle Entwicklung
Auch wenn ich als neutraler Beobachter nur gelegentlich die TSV-Spiele besuche, ist auch über die Berichterstattung, dass "Feuer" erkennbar, welches die Mannschaft entfacht hat.
Es wird 90 Minuten Tempo und Leidenschaft geboten.
Macht wirklich Freude ins Stadion zu kommen. Werbung in eigener Sache.
Schade dass es nicht gelungen ist den Trainer zu halten.

