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26. September 2012



Vier Tage Spitzengolf direkt vor der Haustüre

Von Laurenz Hiob

Hünfeld
Das Finale der EPD-Tour lockt Golfer und Interessierte in den kommenden vier Tagen nach Hünfeld, wo es Topgolf direkt vor der Haustüre zu sehen gibt.

Auf der Anlage des Golfclubs Hofgut Praforst werden morgen das Pro-Am-Turnier und von Freitag bis Sonntag die „Fulda-EPD-Tour-Championships presented by Job AG“ ausgetragen. Bei der EPD-Tour werden fünf Startplätze für die Challenge-Tour 2013 vergeben, der nächsthöheren Spielklasse unterhalb der European Tour. Insofern kann die in ganz Europa ausgespielte EPD-Tour als Dritte Liga des Golfsports bezeichnet werden. Die drei Erstplatzierten Marcel Haremza (Oberammergau), Daniel Wünsche (Gilching) und der Fuldaer Max Kramer haben ihr Ticket für 2013 mit einem bis dato erspielten Preisgeld von jeweils etwas mehr als 20 000 Euro bereits in der Tasche. Die Entscheidung um die letzten beiden Challenge-Tour-Startplätze fällt dieses Wochenende in der Praforst.

Kramer, der für den Frankfurter GC Neuhof startet, kennt den Platz in Hünfeld aus dem Effeff. Er trainiert regelmäßig auf der 27-Loch-Anlage, hat dort aber in den vergangenen Jahren nie durchschlagenden Erfolg gehabt. Vielleicht kann er dieses Jahr sein bestes Golf zeigen, wenn er ohne großen Druck vor der Familie, seinen Freunden und Bekannten aus der Heimat spielt. Denn das Tourticket für 2013 hat er ja bereits sicher. Er müsste befreit aufspielen können.

Anreiz für ein gutes Ergebnis könnte das Preisgeld sein, das erneut angehoben wurde:Titelsponsor Job AG, die Co-Sponsoren Krah &Enders, Dr. Muth &Partner sowie die Firma Kropp und weitere sieben sogenannte Supplier aus der Region sorgen für die 50 000 Euro Preisgeld, wovon alleine der Sieger 7800 Euro erhält, der Zweite 4680 und der Dritte 3120, und tragen darüber hinaus die Kosten des Turniers, wobei Clubpräsident Hermann Müller nicht müde wird zu betonen, dass „das EPD-Finale kein Anlass ist, Geld zu verdienen“.

Während die Besten um Preisgeld und den Aufstieg kämpfen, gibt es laut Müller Teilnehmer, die Turniererfahrung im internationalen Rahmen sammeln wollen und den Aufstieg für später planen.
Der 72-Jährige, vielen Hünfeldern als ehemaliger Chef der VR-Bank Nordrhön bekannt, bezeichnet den Imagegewinn für den Golfplatz jedoch als signifikant:„Wir haben regelmäßig Gastspieler, die unsere Anlage von der EPD-Tour kennen und einmal unter qualitativ so hochwertigen Bedingungen spielen möchten, die sie bei uns vorfinden.“
Und selbst für die Mitglieder, die wegen des Finales vier Tage nicht auf den großen Ostkurs  können, sei das Gastspiel der Profis ein Gewinn:„Dank des Westkurses haben unsere Mitglieder immer die Möglichkeit zu spielen, selbst wenn wir ein so großes Turnier ausrichten. Außerdem profitieren sie von den Spitzenbedingungen, die sie selbst noch in der Folgewoche vorfinden werden.“
Müller spricht damit das sogenannte Greenkeeping an, das für perfekte Bedingungen sorge:„Wir legen ständig großen Wert auf optimale Bedingungen, aber für die EPD-Tour  versuchen wir das maximal Mögliche rauszuholen.“ Deshalb haben sich einige Mitglieder bereits für kommende Woche ihre Startzeit reserviert.

Die Bedingungen halten natürlich ein paar Tage und wir belassen traditionell die Fahnen an den Positionen des Finaltags“, erklärt Müller. Somit könne der ambitionierte Hobbygolfer sich unter den schwierigst möglichen Bedingungen und kniffligsten Fahnenpositionen versuchen.

Auftakt der EPD-Finales ist morgen mit dem Pro-Am-Turnier, bei dem traditionell die Profis mit Amateuren spielen. Ottonormalgolfer, Clubmitglieder und vor allem die Gäste der Sponsoren haben dabei die Gelegenheit, mit einem Professional im Flight zu spielen, ihn aus direkter Nähe zu beobachten und sich etwas abzuschauen. Das begeistert die Amateure regelmäßig; mit strahlenden Gesichtern kehren sie von der Runde ins Clubhaus zurück.
Start des eigentlichen EPD-Finales ist am Freitag um 9 Uhr. Die weiteren Runden werden am Samstag und Sonntag ausgetragen; am Sonntagnachmittag steht der Sieger fest  – und wer die beiden noch zu vergebenden Challenge-Tour-Tickets erhält.
Für Golfer und Golfinteressierte ist das Turnier eine Gelegenheit, Spitzengolf in Osthessen zu sehen. Schon morgens beim Einschlagen auf der Driving-Range können Unterschiede zwischen Pro und Hobbygolfer ausgemacht werden, wenn die sogenannten Longhits der Profis fast außer Sichtweite des Auges am Ende der Driving-Range landen.

Aber die Interessierten brauchen dort nicht zu bleiben. Wer Lust und Zeit hat, kann mit einem Flight mitgehen und Golfplatz sowie Profispiel begutachten. Dabei sind jedoch einige Regeln zu beachten, wie beispielsweise das Ruhigsein, sobald ein Spieler zum Ball geht, um ihn zu spielen. Auch das Fotografieren ist dann unerwünscht. Außerdem dürfen Zuschauer nicht auf dem Fairway laufen, sondern müssen am Rand im sogenannten Semirough gehen.

„Optimalerweise hängt man sich an ein Mitglied dran, das mitläuft, und orientiert sich an ihm“, empfiehlt Müller, der auf ein Merkblatt verweist, das die Verhaltensregeln auflistet und im Clubhaus zu bekommen ist. „Es darf aber niemand Hemmungen haben, uns zu besuchen“, betont Müller. „Wer sich unsicher ist, spricht am Clubhaus einfach jemanden an und bittet um Rat. Wir sind auf Gäste eingestellt und freuen uns, wenn uns Interessierte sowie (Noch-)Nichtgolfer besuchen und ihrInteresse am Golf bekunden“, sagt Hermann Müller, „denn das ist der schönste Sport überhaupt.“




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