Shuffleboarder suchen in Hohenroda weltbeste Teams
HOHENRODA Eine Weltmeisterschaft im eigenen Land ist für jeden Sportler etwas ganz Besonderes. Bis zum Wochenende kommen in Hohenroda erstmals die deutschen Shuffleboarder in diesen Genuss.
Bei der Team-WM kämpfen bis einschließlich Samstag Shuffleboarder aus aller Welt um den Titel. Die Regeln des Sportes, der als Mutter des Curling gilt, sind einfach: Abwechselnd befördern zwei Spieler ihre gelben oder schwarzen Plastikscheiben mit einem Stab, dem Cue, auf die Bahn. Am anderen Ende gibt es Punktefelder (7, 8, 10, -10). Nach vier Durchgängen werden die Punkte zusammengezählt, wobei nur Scheiben zählen, die komplett im Feld liegen und dabei keine Linie berühren. „Für mich ist das eine Mischung aus Schach und Golf“, sagt Hartmut Engler, Mitglied der deutschen Nationalmannschaft. Erst seit einem halben Jahr spielt der Langenselbolder Shuffleboard. „Da steckt so viel Taktik dahinter, man muss immer überlegen, was der andere wohl vor hat“, schwärmt er.
Wie lange muss man eigentlich üben, um gut genug für die Nationalmannschaft zu sein? „Gar nicht. Das ist rein intuitiv“, lautet die überraschende Antwort von Dieter Hußmann, Präsident der German Shuffleboard Association (GSA). Schaut man den Sportlern genauer zu, sieht man auch schnell: Manche hier können das richtig gut, andere nicht. „Hier wird keiner fertig gemacht. Wenn einer merkt, er hat den anderen fest im Griff, dann hilft man sich eher gegenseitig“, versichert Hußmann. Lediglich 120 Spieler gibt es in Deutschland, die an bundesweit drei Spielstätten regelmäßig „shuffeln“. Doch wer einen Seniorensport erwartet: weit gefehlt! Überall sind auch junge Gesichter zu sehen, die mit Eifer bei der Sache sind. „Es ist ein Familiensport. Wir haben hier Teilnehmer von 15 bis 86 Jahren“, sagt Hußmann.
Besonders ernst nehmen die Sache offenbar die Japaner. Zumindest tragen sie die am professionellsten wirkenden Trikots und die meist bedeutungsschwangeren Mienen. Doch auch die US-Amerikaner geben für ihr Land alles. Dennoch geht es äußerst fair und freundlich zu. Da wird auch mal gemeinsam über einen misslungenen Schlag gelacht oder freundlich lächelnd mit Händen und Füßen kommuniziert. Einen Aufschwung hat die Sportart jüngst durch den Auftritt bei der TV-Show „Schlag den Raab“ erlebt, wo die ursprünglich englische Sportart einem Millionenpublikum präsentiert wurde. „Wir bieten auch immer wieder Workshops an, um den Sport bekannter zu machen“, berichtet der GSA-Präsident.
In Hohenroda ist die Weltmeisterschaft gelandet, weil Hußmann die Veranstaltung unbedingt nach Deutschland holen wollte. „Hier im Hotelpark finden wir die optimalen Voraussetzungen für ein solches Turnier“, lobt er. Bis zum Samstag werden noch im Spielprinzip „Jeder gegen Jeden“ die besten Teams der Welt gesucht. Wer sich Shuffleboard einmal aus der Nähe anschauen will, hat in dieser Woche immer von 8.30 Uhr bis 17.30 Uhr die Möglichkeit dazu. Der Eintritt in die Hallen ist frei.
Von unserem Redaktionsmitglied
Daniel Krenzer

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