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12. März 2010



Mit Leidenschaft auf dem Wasser

FULDA Bei Wind und Wetter trainiert der Kanut-Nachwuchs: Nun soll sich die harte Arbeit für Jonathan Gescher und Joshua Piaskowski beim Fulda-Rennen, das am Samstag und Sonntag stattfindet, auszahlen.

„Schieb das Boot noch ein bisschen weiter nach rechts“, ruft Jonathan seinem Vereinskollegen Joshua zu. Zu zweit beugen sich die beiden über das Kanu und streichen über die Außenwand. „Wir müssen noch Werbung der Sponsoren aufkleben“, erklärt der 14-jährige Jonathan Gescher. Um sich für das Fulda-Rennen vorzubereiten, hatten sie alle Hände voll zutun. Vor allem Trainingseinheiten standen auf dem Programm. Sechs Mal die Woche trainieren die Kanuten – im Sommer sogar sieben Mal. „Im Winter – vor allem bei einem so kalten Winter wie dem jetzigen – trainieren wir hauptsächlich Kraft und Ausdauer. Während der warmen Jahreszeit liegt der Schwerpunkt auf dem Paddeln“, erzählt der 13-jährige Joshua Piaskowski, jüngster Spross einer regelrecht Kanu-verrückten Familie.

Die vielen Trainigseinheiten müssen mit den schulischen Herausforderungen unter einen Hut gebracht werden. Eine kleine Stärkung nach dem Unterricht zu Hause und schon geht es weiter ins Training am idyllisch gelegenen Bootshaus an der Fulda – bei Wind und Wetter. Hausaufgaben müssen deshalb häufig abends erledigt werden. Im Sommer nehmen Jonathan und Joshua an Wettkämpfen in ganz Deutschland teil – und sind deshalb oft unterwegs. Vokabeln müssen dann auch schon mal auf dem Rücksitz während einer langen Autofahrt gebüffelt werden. „Wenn nach einem anstrengenden Wettkampfwochenende viele Klausuren geschrieben werden, wird es oft ein bisschen stressig“, erzählt Jonathan, der im Marianum die Schulbank drückt. Joshua besucht die Freiherr-vom-Stein-Schule. Für andere Hobbys – oder für Mädchen – bleibt den Sportlern nur wenig Zeit. „Manchmal fahre ich Fahrrad oder spiele Fußball“, sagt Joshua. Und was ist mit Kino oder Partys? „Nö“, schütteln sie den Kopf.

Zu nass oder zu kalt ist es ihnen nie. Selten haben sie keine Lust, zu trainieren. Ehrgeiz und Disziplin sollen sich in der kommenden Saison auszahlen. „Das Fulda-Rennen ist der erste wichtige Wettkampf in der Saison. Das nutzen wir, um zu überprüfen, wo wir mit unserer Leistung stehen“, erklärt der 13-Jährige. Trotz seines zarten Alters kann man schon fast von einem alten Hasen sprechen – jedenfalls wenn es ums Kanufahren geht. Seit zehn Jahren trainiert er regelmäßig. „Mein Vater und meine Geschwister fahren ja auch Kanu. Dann habe ich irgendwann natürlich selbst damit angefangen, und es macht mir heute tierisch viel Spaß“, sagt Joshua Piaskowski. In den vergangenen Jahren hat das Talent dann auch schon so einige Titel geholt: Unter anderem wurde er 2008 Deutscher Meister in der Mannschaft, und obendrein ist er dreimaliger Hessenmeister.

Sein Vereinskollege Jonathan Gescher ist vor fünf Jahren zum Kanufahren gekommen. „Viele meiner Freunde waren im Verein, da habe ich mich angeschlossen“, erinnert er sich. Nun wollen sich beide zunächst an diesem Wochenende beim Fulda-Rennen für die ersten Mannschaften qualifizieren und wenn möglich natürlich auch gewinnen. Bei den Deutschen Meisterschaften im Sommer hoffen sie dann auf einen Platz auf dem Podest. „Das wäre wirklich großartig“, schwärmt Jonathan Gescher.

Von unserer Volontärin
Katharina Ruppel


Los geht’s am Samstag um 12 Uhr
Die ersten Sprintrennen auf der Fulda starten am Samstag um 12 Uhr im Stadtteil Kohlhaus. Zuschauer können die Kanuten von der Brücke aus unterstützen. Wegen des Rennens wird die Allee nach Johannesberg für den Autoverkehr gesperrt. Ab 17 Uhr findet in der Kulturscheune die Nudelfete statt. Die Classic-Rennen starten am Sonntag um 10 Uhr im Eichenzeller Ortskern. Für Zuschauer eignet sich insbesondere die Brücke in Löschenrod, in Ziegel oder am Eisenbahnwehr beim Löschenroder Klärwerk. Weil dort eine Anfahrt mit dem Auto verboten ist, empfiehlt sich dieser Platz nur für Radfahrer und Spaziergänger. / kru






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