Bad Soden stolpert sich ins Endspiel
Von Ralph Kraus
Oberzell
Die SG Bad Soden hat sich ins Finale um den Kreispokal gezittert. Um ins Endspiel nächsten Mittwoch gegen den FV Steinau einzuziehen, musste die Mannschaft von Michael Mohr gestern Abend beim Kreisoberligisten TSV Oberzell bis ins Elfmeterschießen.
Nach 45, 90 und 120 Minuten hatte es jeweils 1:1 gestanden und hätte Oberzell bei seinen Gegenstößen womöglich gewonnen – Soden hätte sich nicht beklagen dürfen.
Schon ein Blick auf die Aufstellung der Sodener offenbarte zunächst Überraschendes. Denn auf dem Spielberichtsbogen erschien plötzlich der sportliche Leiter Martin Bangert – und das mit 44 Jahren und nach längerer Pause. Grund waren die vielen Gegentore und Patzer in der Defensive.
„Wir müssen der Sache auf den Grund gehen, warum und wo wir so viele Fehler machen. Das sieht man am besten, wenn man die Spieler in Stresssituationen auf dem Platz im Auge hat“, begründete Bangert sein Comeback. Bereits am Abend und heute werteten Bangert und Trainer Michael Mohr die Ergebnisse von Bangert aus – sie dürften einiges zu bereden haben.
Denn wie so oft spielte sich Bad Soden auch gestern wieder einen „Wolf“. Der Favorit war weitgehend überlegen, hatte aber nur wenige gute Möglichkeiten. Und so wurde es der Abend der Elfmeter, denn schon die beiden regulären Treffer waren Strafstöße: Die Sodener Führung zum 0:1 (Heil an Gözcu) machte Keim mit Glück, denn Keeper Matthias Brust war noch am Ball. Und auch Martin Bangerts Einsatz sollte sich lohnen, denn beim 1:1 dürfte er gleich mehrere Fehler erkannt haben, die letztlich zum Foul von Dennis Kalb an Johannes Statt und dem Ausgleich – erneut per Elfmeter – führten. Kurz nach der Halbzeit rettete Bangert bei der Möglichkeit von Statt seinem Team sogar das 1:1 (53.).
Pech hatte Oberzells Routinier Tobias Manz, der früh verletzt vom Feld musste. An der Mittellinie war er mit Philipp Noll zusammengerasselt. „Er ist mit seinem Knie genau in meinen Oberschenkel gerast. Der Pferdekuss tut tierisch weh, ich kann kaum auftreten“, sagte Manz direkt nach seiner Auswechslung.
Oberzell: Brust; Bien, Lingelbach, M. Heil, Manz, Klüh, Statt, Hohmann, Müller, Föller, Nsowah – Richter, Dorn, F. Fehl.
Bad Soden: Hofacker; Seitz, Bangert, Moaremoglu, Noll, Gözcu, Keim, Kalb, Emich, Schmitt – Oeyzer, O. Albayrak, H.Albayrak.
Schiedsrichter: Martin Bechtel (Kressenbach).
Zuschauer: 200.
Tore: 0:1 Daniel Keim (9., Foulelfmeter), 1:1 Maximilian Heil (38., Foulelfmeter). Gelb-Rote Karte: Tarek Oezyer (Bad Soden, 104.).
Elfmeterschießen: Tuna Moaremoglu scheitert an Matthias Brust, 1:0 Nico Lingelbach, 1:1 Tino Schmitt, Andre Bien schießt an den Pfosten, 1:2 Daniel Keim, Fabian Fehl scheitert an Mitja Hofacker, 1:3 Orkan Albayrak, 2:3 Maximilian Heil, 2:4 Martin Bangert.

Leser-Kommentare ( 1 )
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exzellerrhoener (35) | 20. July 2012;20.07.2012;1342771668 --> 20 Juli 2012
wer stolpert ins endspiel
es ist beeindruckend wie der ehemalige vorzeigeclub
ohne führung ins nächste abstiegsdesaster stolpert.
bezeichnend :der techn leiter stellt sich aufs feld oder stolpert über das feld und hat keinerlei selbsterkenntnis ob es vielleicht an ihm liegen könnte.trotz aller verdienste in jungen jahren mein tip :aufhören und den "mohr" arbeiten lassen
jetzt hat es jeder gesehen woran es liegt!

