Erfolgreich mit großer wie kleiner Kugel
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Romsthal
Zwei der landläufigen Meinung nach äußerst unterschiedliche Sportarten betreibt der Romsthaler Sebastian Christe: Kegeln und Tennis. Das vergangene Jahr verlief für ihn in beiden Sportarten äußerst erfolgreich, was letztlich in Meisterschaften und damit verbundenen Aufstiegen gipfelte.
„Beim Tennis sind eher Ausdauer und schnelle Bewegungen gefragt, das Kegeln hingegen erfordert eher langsamere Bewegungen. Vor allem der Anlauf muss ruhig verlaufen“, spricht der gelernte CNC-Dreher die Hauptunterschiede der beiden Sportarten an. Aufgrund der Tatsache, dass die jeweiligen Meisterschaftsrunden zu völlig unterschiedlichen Jahreszeiten stattfinden, kommt der 23-Jährige auch nur ganz selten in Gewissenskonflikte. Zwischen Mai und Ende August steht Christe auf dem Tennisplatz, zwischen September und Ende April ist er auf der Kegelbahn zu finden.
„Im Mai finden beim Kegeln oft noch hessische Einzelmeisterschaften statt. Da kam es auch mal zu Überschneidungen. Beispielsweise spielte ich Sonntagmorgens Tennis in Baunatal. Als ich mit dem Einzel fertig war, bin ich sofort ins Auto gestiegen und weiter nach Wiesbaden zu den Einzelmeisterschaft im Kegeln gefahren.“ Letztlich hat sich der Aufwand gelohnt. Mit dem Tenniclub Bad Soden-Salmünster ist er von der Gruppen- in die Verbandsliga aufgestiegen, und bei den Keglern heimste er bei den Landesmeisterschaften U 23 immerhin den zweiten Platz ein. Voraussetzung für diese Erfolge ist freilich auch ein regelmäßiges Trainingsprogramm.
„Da sich der Kegelclub mit der Kegelbahn nur rund 200 Meter von meiner Haustür entfernt befand, kam ich fast zwangsläufig zum Kegeln“, erzählt Christe, der der SKG Bad Soden-Salmünster bereits im Alter von sechs Jahren beigetreten ist und seit dieser Zeit seine heutige Leistungsstärke kontinuierlich entwickeln konnte. Zwei Jahre später fand er auch noch Gefallen am Tennis und schloss sich dem TC Bad Soden-Salmünster an. Mit den Keglern durfte er kürzlich den Aufstieg in die dritte Bundesliga feiern und hofft, sich in dieser Klasse etablieren zu können: „Wenn wir den Klassenerhalt schaffen könnten, wäre das schon ein Riesenerfolg.“ Selbiges Unterfangen möchte er ab Mai mit den Tennisspielern des TC in der Verbandsliga erreichen. Allerdings sieht sich Sebastian Christe nicht als absoluten Stammspieler an: „Ich pendele meist zwischen erster und zweiter Mannschaft, die in der Bezirksliga A vertreten ist.“
Voraussetzung dafür, zwei Sportarten zu betreiben, ist nicht zuletzt ein Höchstmaß an Idealismus. So führen die Auswärtsspiele mit den Tennisspielern und den Keglern kreuz und quer durch ganz Hessen „Beim Tennis bin ich oft bis zu sechs Stunden an einem Sonntag unterwegs. Gekegelt wird vornehmlich samstags. Mit An- und Abfahrt können da schon mal bis zu zehn Stunden zusammen kommen. Wichtig ist, dass es Spaß macht, sonst würde ich diesen Aufwand nicht betreiben“, beschreibt Sebastian Christe jene Einstellung, die ihn immer wieder antreibt, sich bei den Keglern und bei den Tennisspielern stetig zu verbessern.

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