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Feldspieler steht im Tor und hält wie der Teufel


SCHLÜCHTERN Der beste Torwart des Schlüchterner Hallen-Masters war ein Feldspieler: Frank Frischkorn vom TSV Heubach war maßgeblich beteiligt, dass der A-Ligist bei seinem Endrundendebüt ins Endspiel kam.


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Frank Frischkorn ist 28 Jahre alt, spielt, wenn er nicht gerade für den SV Uttrichshausen in der Bezirksklasse an der Tischtennisplatte steht, für gewöhnlich im defensiven Mittelfeld oder als Manndecker und stand bei der Endrunde um die Schlüchterner Hallenfußball-Kreismeisterschaft nur deshalb im Tor, weil Stammtorwart Daniel Alt und Ersatzkeeper Sebastian Michele verletzt sind. „Ich musste nicht gezwungen werden, ich bin freiwillig ins Tor“, sagt Frischkorn, der früher in der Jugend, ab und an im Training und als Notnagel auch schon einmal auf dem Feld im Kasten stand.

Der Längste ist Frischkorn mit 1,72 Metern nicht, in der Halle war das freilich kein Nachteil. „In der Halle kommt es ja nicht darauf an, Flanken abzufangen.“ Reaktionsschnell entschärfte Frischkorn unzählige Schüsse aus allen Lagen und Distanzen. Und als er im Halbfinale gegen Top-Favorit Schlüchtern kurz vor Schluss einen Ball, der eigentlich bereits im Winkel eingeschlagen war, mit einer sensationellen Flugeinlage noch parierte, klatschte sogar der Gegner Beifall.

Dass Heubach, das im Feld vom Abstieg aus der A-Liga Schlüchtern bedroht ist, in der Halle so auftrumpfen würde, hatte auch Frischkorn nicht erwartet. Erst hätte man nicht geglaubt, überhaupt die Vorrunde zu überstehen, und beim Masters dann, gibt Frischkorn zu, „haben wir gedacht, wir werden dreimal abgeschossen und fahren wieder nach Hause“. Doch es kam anders: Gleich im ersten Spiel gab es einen 2:1-Erfolg über Kreisoberligist FV Steinau, und von da an wurde die ganze Sache zum Selbstläufer. Dass es am Ende zwar zum Finaleinzug, nicht aber zum ganz großen Coup reichte, scheint Frischkorn ein wenig zu wurmen.

„Das Endspiel war auf alle Fälle unser schwächstes Spiel. Es war ja nicht so, dass Hohenzell so gut war, die waren doch auch platt.“ Vielleicht seien, argwöhnt Frischkorn, manche schon „zufrieden gewesen, dass wir überhaupt so weit gekommen sind“. Oder war es vielleicht so, wie Frischkorn vermutet, dass man gegen Hohenzell weniger Gas gab, „weil wir eigentlich zu denen ein sehr gutes Verhältnis haben und denen den Sieg irgendwie gegönnt haben“? Gegen einen weniger sympathischen Gegner, „hätten wir vermutlich härter dagegengehalten“.

Wie dem auch sei, im A-Liga-Abstiegskampf wird sich der TSV Heubach jedenfalls keine Sentimentalitäten erlauben dürfen. Frischkorn ist natürlich überzeugt davon, dass die Klasse gehalten wird: „Wenn wir nicht wieder so ein Verletzungspech haben wie in der Hinrunde, packen wir das auf jeden Fall.“

Von unserem Redakteur
Sascha Behnsen

Veröffentlicht am 08.02.2010 17:13 Uhr
Zuletzt aktualisiert am 08.02.2010 17:17 Uhr


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