Fußball: Clubs bemängeln Sodener Angebot
oi
Bad Soden
Muss die SG Bad Soden im Abstiegskampf der Verbandsliga Nord auf Samet Degermenci und René Frischkorn verzichten? Die Freigabeverhandlungen mit dem SV Neuhof beziehungsweise TSV Oberzell sind offenbar gescheitert.
„Wir haben beiden Vereinen noch einmal im Vergleich zu unseren ursprünglichen Angeboten verbesserte Offerten gemacht, die jedoch nicht akzeptiert worden sind. Wir haben unserer Möglichstes getan und werden nun auf die Vereine nicht mehr zugehen. Beide Spieler haben erklärt, für ihre alten Vereine nicht mehr spielen zu wollen“, sagt der Sportlicher Leiter der SG Bad Soden, Martin Bangert.
„Die Summe ist nicht akzeptabel, wir können keine Spieler verschenken. Das Angebot der SG Bad Soden für Samet Degermenci bewegt sich auf zu niedrigem Niveau“, sagt Fußball-Abteilungsleiter Michael Böhm von Gruppenligist SV Neuhof und betont: „Wir wollen aufsteigen, Degermenci spielt dabei eine zentrale Rolle, er ist unser Spielmacher. Wir können und wollen es auch gar nicht akzeptieren, dass in der Winterpause unsere Spieler abgeworben werden.“
Der SV Neuhof werde von sich aus nicht mehr in Verhandlung mit der SG Bad Soden treten, sagt Böhm. Vielmehr wolle man versuchen, Degermenci doch noch dazu zu bewegen, die Runde für den SVN zu Ende zu spielen.
Tut Degermenci dies nicht, und scheitern die Freigabeverhandlungen endgültig, dürfte er erst Ende Mai für die SG Bad Soden in Pflichtspielen aktiv werden. Dann könnte sich eine brisante Konstellation ergeben: Es ist nach dem aktuellen Tabellenstand der beiden Vereine nicht auszuschließen, dass Neuhof und Bad Soden in der Relegationsrunde aufeinandertreffen. Andreas Dorn vom TSV Oberzell erklärte am Dienstag unterdessen: „Aus unserer Sicht gab es für René doch überhaupt keinen Grund, den Verein zu wechseln. Wir sind ein gut geführter Club, haben ein harmonisches Team, und jetzt kommt die SG Bad Soden und verdreht einem so feinen Kerl den Kopf, ist aber in den Ablöseverhandlungen nicht bereit, dem Spieler die Wertschätzung entgegenzubringen, die er verdient.“ Auch der TSV werde keinen Anlauf mehr unternehmen, mit der SG einig zu werden.
Die Wechselfrist endete am Dienstag um null Uhr. Durchaus möglich also, dass sich in der vergangenen Nacht, dann aber freilich nach Redaktionsschluss dieser Zeitung, doch noch etwas bewegt hat. Spieler, die bis dahin keine Freigabe vom abgebenden Verein erhalten haben, bleiben automatisch für ein halbes Jahr gesperrt.

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