Kreissportgericht urteilte wegen Handgreiflichkeiten
Von Oswald Leibold
Schlüchtern
Unter dem Vorsitz von Volker Schulteis (Wallroth) verhandelte das Kreissportgericht Schlüchtern die Vorfälle im Spiel der A-Liga Schlüchtern zwischen der SG Weiperz und dem SV Schweben.
In der Begegnung am 17. August war es in der 42. Spielminute zu Zuschauertumulten gekommen, in deren Folge der angeklagte Weiperzer Spieler Heiko Ullrich die Rote Karte gesehen hatte.
Auslöser der „Schubsereien“ – darin waren sich alle Zeugen einig – war ein Foul des Schwebener Spielers Steve Mann, der dafür die Rote Karte von Schiedsrichter Ludwig Gauer (TV Engelrod) sah. Auch bezifferten die Befragten die Dauer der sich anschließenden Tumulte mit weniger als eine Minute. Heiko Ullrich räumte ein, am „Handgemenge“ beteiligt gewesen zu sein, bat um Entschuldigung und eine milde Strafe, „damit ich am Sonntag wieder Fußball spielen kann“.
Ullrichs Vater Adam war in der fraglichen Szene seinem Sohn zu Hilfe geeilt, weil er diesen von Schwebener Zuschauern als bedroht ansah. Adam Ullrich wollte einen Schlag verspürt haben, und „wenn ich geschlagen werde, dann schlage ich zurück“. Ein solcher soll dann den Schwebener Betreuer Kevin Perez getroffen haben, der von einem Faustschlag Ullrichs sprach, in dessen Folge ihm „eine Woche lang der Unterkiefer weh tat“.
Ullrich fünf Spiele auf Eis
Auch Schiedsrichter Ludwig Gauer, dem von beiden Vereine eine „umsichtige Leitung“ des Spiels und ein fürsorgliches Kümmern um den schwer verletzten Weiperzer Spieler Mike Löffert bescheinigt wurde, hatte den fraglichen Schlag beobachtet, er sprach jedoch von einem „Schlag mit der Hand“.
Entkräftet werden konnten im Rahmen der Beweisaufnahme die Vorwürfe von Weiperzer Seite, der Schwebener Schiedsrichter-Assistent Norbert Auth habe mit der Fahne schlagend dem Handgemenge beigewohnt. Nach 75 Minuten zog sich das Kreissportgericht für eine gut halbe Stunde zur Beratung zurück.
In der Urteilsverkündung bewerteten die Richter das Verhalten von Heiko Ullrich nicht als Tätlichkeit, sondern als unsportliches Verhalten. Ullrich erhielt eine Sperre von fünf Spielen und steht seiner derzeit von vielen Verletzungen betroffenen SG Weiperz im Spiel am kommenden Sonntag gegen den SV Herolz wieder zur Verfügung. Straffrei blieb neben Schwebens Schiri-Assistent Norbert Auth auch Adam Ullrich. Diesen könne man nicht belangen, weil er weder ein Amt bei der SG Weiperz ausübe noch Mitglied im Verein sei, so Volker Schulteis in der Urteilsbegründung.
Wegen „Ausschreitungen in einem leichten Fall“ wurde die SG Weiperz zu einer Geldstrafe in Höhe von 150 Euro verdonnert, der SV Schweben hat 50 Euro zu zahlen. Die Kosten des Verfahrens hat Weiperz zu zwei Dritteln, Schweben zu einem Drittel zu tragen. Unmittelbar nach der Urteilsverkündung verzichtete die SG Weiperz darauf, Rechtsmittel einzulegen, der SV Schweben erbat sich hierfür noch Bedenkzeit.

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