SV Marjoß steigt in die A-Liga Schlüchtern auf
Von Oswald Leibold
Marjoß
Frisches Blut für die A-Liga Schlüchtern. Nach der 3:4-Niederlage im Hinspiel schlug der B-Liga-Zweite SV Marjoß den TSV Heubach mit 3:1 und steigt damit auf, während der TSV Heubach nach nur einer Spielzeit wieder runter in die B-Liga muss.
In einer Begegnung vor erneut imposanter beiderseitig schwarz-gelber Kulisse scheuten beide Teams nach Marius Lupasteans frühem Führungstor (5.) lange Zeit das Risiko. Nicht nur der stetige Regen der ersten Hälfte, auch das Spiel plätscherte gute 45 Minuten so vor sich hin. Hüben wie drüben waren torreife Szenen die Ausnahme.
Das änderte sich schlagartig drei Minuten nach Wiederbeginn. Heubachs Lars Helmer bekam das Leder aus gut 30 Metern Entfernung dermaßen genial auf den Schlappen, dass dem Marjosser Keeper Yves Schreyner keine Abwehrmöglichkeit blieb. Heubach durfte wieder auf den Klassenerhalt hoffen, von Marjoß indes war wieder mehr Mut zum Risiko gefordert.
Doch die Vorzeichen standen nicht gut für den 105-Tore-Sturm des B-Liga-Zweiten, denn dessen „Tormaschine“ Jan Breitenberger, der bereits im Hinspiel zwei und in der Runde sagenhafte 41 Treffer erzielt hatte, schied nach 59 Minuten verletzungsbedingt aus. Und dennoch fiel die Entscheidung über Auf- und Abstieg kurz darauf innerhalb von nur fünf Minuten.
In Minute 64 war es zunächst Marcel Diesterweg, der nach einer unübersichtlichen Situation im Heubacher Strafraum in einen Schuss spritzte und den Ball zum 2:1 über die Linie drückte. Der zum A-Liga-Meister FV Bellings wechselnde Andreas Weigand machte seinem Club nach 69 Minuten ein treffliches Abschiedsgeschenk. Seine flach und scharf nach innen getretene Ecke von rechts fälschte der am kurzen Pfosten postierte Heubacher Tobias Kirst ins eigene Netz ab.
Als „unglücklich“ wie das Zustandekommen des entscheidenden Tores zum 1:3 bezeichnete nach Spielschluss Heubachs Vorsitzender Frank Müller die wiederholten Lautsprecherdurchsagen, die die Marjosser Fans zum Anfeuern ihrer Mannschaft aufforderten. Da passte schon eher die Durchsage ins sportlich faire Bild, man wolle mit Anhängern, die wie Mitte der zweiten Halbzeit geschehen Rauchbomben zündeten, nichts zu tun haben.
Beim Sieger und künftigen A-Ligisten Marjoß gefiel vor allem Clemens Haag, der überall dort auftauchte, wo er gebraucht wurde. „Der Clemens war für mich der beste Spieler auf dem Platz, das habe ich ihm auch gesagt“, urteilte Coach Herbert Breitenberger freudetrunken. Er hatte „ein verkrampftes Spiel“ seiner Elf gesehen, was er „auf den großen Druck zurückführte“. Den Verlust seines Spielmachers Andreas Weigand bedauere er zwar, aber dass die Verantwortung nun auf mehrere Schultern verteilt sei, mache seine Elf noch unberechenbarer.
Marjoß: Schreyner, Ruppert, Koch, Christoph Schultheis, Christian Schultheis, Lupastean, Weber, Weigand (85. Acker), Breitenberger (59. Schamell), Haag, Diesterweg.
Heubach: D. Alt, Schlemmer (79. Jäger), M. Alt, Reinhardt (74.Sturm), Lins, Bug, Kress, Helmer, Kirst, F. Manns, C. Manns.
Schiedsrichter: Nicholas Dostal (Eiterfeld). Zuschauer: 650. Tore: 1:0 Marius Lupastean (5.), 1:1 Lars Helmer (48.), 2:1 Marcel Diesterweg (64.), 3:1 Tobias Kirst (69., Eigentor). Rote Karte: Marcel Kress (89., Heubach) wegen Tätlichkeit).

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