Salmünsters Stützpunktleiter Lothar Schumacher kritisiert Reformen
KN
Salmünster
Im kommenden Jahr wird das Deutsche Sportabzeichen 100 Jahre alt. Zeit für ein Verjüngungskur. Doch die geplanten Neuerungen stoßen nicht ausschließlich auf ungeteilte Zustimmung. „Eine Reform ja, aber warum will man es neu erfinden?“, fragt Lothar Schumacher, Leiter des Sportabzeichenstützpunktes Salmünster.
Prüf- und Vergabekriterien für das Deutsche Sportabzeichen erfahren derzeit grundlegende Reformen. Im Zuge dessen wurden die Prüfer und Sportabzeichenobleute im Sportkreis Schlüchtern kürzlich geschult (die KN berichteten). Einer von ihnen, Lothar Schumacher, meldet sich nun kritisch zu Wort: „Die Einführung der Leistungsstufen Gold, Silber und Bronze stößt bei mir, und nicht nur bei mir, auf Ablehnung. Sinnvoll wäre wie bisher nur eine Leistungsstufe“, meint Schumacher.
Die Straffung des Leistungskataloges und eine Ausrichtung an den vier motorischen Grundfähigkeiten (Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Koordination) hält er prinzipiell für in Ordnung. Auch eine Prüfung und eventuelle Anpassung der Leistungsanforderungen ergebe Sinn. „Die Anforderungen sollten jedoch nach neuesten sport- und gesundheitswissenschaftlichen Erkenntnissen erstellt werden und für die entsprechenden Personengruppen erfüllbar sein“, fordert der Salmünsterer Obmann und bemängelt grundsätzlich, die Neuerung werde von oben übergestülpt, ohne die Basis – Obleute und Prüfer – mit einzubeziehen.
„Niemand sollte das Sportabzeichen geschenkt bekommen, allerdings sollte das Sportabzeichen in erster Linie als Angebot im Breitensport gesehen werden“, befindet Schumacher und ergänzt: „Als Prüfer fungiere ich ehrenamtlich und habe die Zielsetzung, eine breite Masse für den jährlichen Sporttest zu gewinnen.“ Seiner Meinung nach werde man mit der Einführung der Leistungsstufen aber keine neuen Zielgruppen gewinnen, sondern alte Zielgruppen verlieren.

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