Tennis: Einer rasanten Entwicklung die Krone aufgesetzt
hle
Bad Soden
Die Herren der MSG Bad Soden-Salmünster/Wächtersbach haben es geschafft. Erstmals in der Vereinsgeschichte steigen sie als Meister der Gruppenliga in die Verbandsliga auf.
Zum vierten Mal binnen der vergangenen fünf Jahre gelang ihnen damit in der Bezirskliga B startend der Aufstieg.
Vor allem die Art und Weise, sprich die Dominanz, wie diese erneute Meisterschaft erspielt wurde, muss zwangsläufig in Erstaunen versetzen. Sicher, da gibt es seit dieser Saison Frantisek Polyak, einen ehemaligen Weltranglistenspieler, der in dieser Liga konkurrenzlos ist. Doch der riss sie alle mit, den gesamten Verein, nahezu alle Spieler. Und nur so war der Titelgewinn möglich, ein Titelgewinn mit einer überragenden Matchpunktebilanz von 127:20 und lediglich 25 verlorenen Sätzen in der gesamten Spielzeit.
Im letzten Match der Saison konnte sich die MSG eigentlich nur noch selbst ein Bein stellen. Eine knappe Niederlage hätte schon für die Meisterschaft genügt. Doch ein Meister, der will auch die letzte Partie für sich entscheiden und einer unglaublichen Saison somit die Krone aufsetzen.
Doch das tat Spitzenmann Frantisek Polyak erst in den Sätzen 2 und 3. Er leistete sich tatsächlich den ersten Satzverlust der Spielzeit und unterlag gegen den bis dato ebenso unbesiegten Patrick Mouchard mit 3:6. Doch dann drehte Polyak raketenmäßig auf, hetzte seinen Gegner über den Platz und von einer Ecke in die andere. Kurzum: Der Slowake dominierte nun nach Belieben mit 6:2 und 6:1. Mouchard war in der Folge derart fertig und ausgepowert, dass er zum Doppel nicht mehr antreten konnte und die Punkte somit kampflos an Bad Soden gingen.
In überragender Form präsentierten sich auch die Spieler auf Position zwei, drei und vier. Christian Glock (Position zwei) benötigte zwar drei Sätze, gewann im Entscheidungssatz jedoch mit 6:0. Michael Rebele (Position drei) ließ auch nicht eine Sekunde Zweifel an seiner Überlegenheit beim 6:1 und 6:3. Auch Damian Younes brachte die beiden Matchpunkte sicher nach Hause (7:5, 6:2).
„Wir müssen strukturell noch einiges tun“
Bereits nach diesen vier Erfolgen in den Einzeln und den damit verbundenen acht Matchpunkten waren der Titelgewinn und der Verbandsliga-Aufstieg in trockenen Tüchern. Da fiel es auch nicht weiter ins Gewicht, dass sich Lukas Brüning und Sebastian Christe Dreisatzniederlagen leisteten.
Diese machten freilich beide im Doppel gleich wieder vergessen. Hier siegten sie mit 6:4, 3:6, 10:6. Die beiden noch verbleibenden Doppel gingen beiden kampflos an die MSG. Denn zum einen war Spitzenspieler Mouchard derart entkräftet, dass er nicht mehr antreten konnte, und zum anderen musste ein zweiter Gießener Spieler eilends den Court aufgrund eines weiteren wichtigen sportlichen Termins verlassen.
Die MSG-Spieler wussten an diesem Augustsonntag einen anders gearteten Termin wahrzunehmen. Feiern war angesagt: Den Aufstieg in die Verbandsliga galt es zu begießen, und das taten sie reichlich. Erfahrung darin hatten sie freilich in den vergangenen fünf Jahren zur Genüge gesammelt.
Zu den Perspektiven des Teams befragt blickt der Coach und Sportliche Leiter Klaus Kistner voraus: „Die rasante Entwicklung der letzten Jahre war so nicht abzusehen. Das ging für alle eigentlich viel zu schnell. Jetzt müssen wir schleunigst professionellere Strukturen in vielen Bereichen einführen, und da gibt es für Spieler, Betreuer und den gesamten Verein noch sehr viel zu tun“.

Leser-Kommentare ( 0 )
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden


