Tennis: Kassel erweist sich als unfairer Gegner
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Schlüchtern
Die hiesigen Herrenteams haben in der Gruppenliga jeweils einen deutlichen Erfolg erzielt. Bad Soden-Salmünster/Wächtersbach setzte sich in Vellmar mit 19:2 durch, der TV Schlüchtern gewann 17:4 in Kassel.
Mit ein paar Verletzungsproblemen waren die Herren der MSG Bad Soden-Salmünster/Wächtersbach gen Nordhessen nach Vellmar aufgebrochen. So hatte selbst Trainer und sportlicher Leiter Klaus Kistner sein Racket mitgenommen, um für den Fall der Fälle einzuspringen. Doch die Stamm-Sechs des souveränen Spitzenreiters konnte in gewohnter Formation antreten, Kistner fand sogar Zeit während der Doppelbegegnungen eine Runde joggen zu gehen. Das konnte er auch in aller Gemütsruhe und im sicheren Gefühl eines erneuten Kantersieges tun. Denn bereits nach den Einzeln führten seine Schützlinge nahezu uneinholbar mit 10:2.
Fast von selbst verstand sich einmal mehr der deutliche Erfolg von Topspieler Frantisek Polyak. Das 6:3, 6:1 entsprach den bisherigen Resultaten der Saison. Seine zweite Saisonniederlage indes musste Christian Glock quittieren. Diese freilich fiel überaus knapp und unglücklich aus. Glock musste sich nach einem 7:6 im ersten Satz noch mit 4:6 und 6:7 geschlagen geben.
In toller Form präsentierte sich erneut Michael Rebele, der seinem Gegner beim 6:0 und 6:2 keine Chance ließ. Noch deutlicher gewann Damia Younes, der lediglich ein Spiel beim 6:1- und 6:0-Erfolg abgab. Sebastian Christe kam zu einem Abbruchsieg, nachdem er Satz 1 mit 6:3 für sich entschieden hatte. Einen dritten Satz benötigte Christoph Dietz beim 6:7, 6:3 und 6:2.
Während Coach Kistner beim Joggen war, machten die Doppelpaarungen Polyak/Brüning (6:1, 6:3) und Rebele/Dietz (6:1, 6:4) alles klar. Das dritte Doppel konnte nicht gespielt werden, die drei Punkte gingen auf das Konto der MSG. Im Spiel gegen Gießen am nächsten Sonntag soll nun der Verbandsligaaufstieg perfekt gemacht werden. Hier darf man sich sogar eine knappe Niederlage leisten.
TV Schlüchtern
Als wahre Tie-Break-Künstler erwiesen sich die Herren des TV BW Schlüchtern beim Auswärtsspiel in Kassel, das sie überraschend deutlich mit 17:4 für sich entschieden. Nicht weniger als acht Tie-Breaks mussten über den Satzgewinn entscheiden, die Schlüchterner gewannen sie alle. Und auch ein Champions-Tie-Break ging an die Blau-Weißen.
Ansonsten waren die Begleitumstände des Spiels mehr als unerfreulich. Weniger der Regen, der eine zweimalige Unterbrechung erforderlich machte und die Begegnung auf insgesamt 13 Stunden ausdehnte, sorgte im Schlüchterner Lager für Empörung. Vielmehr erwiesen sich die Kasseler Spieler nebst Vorstand als unsportlich und versuchten, mit allen Mitteln das Spielen wegen des Regens von den Sandplätzen in die Halle zu verlegen. Sie taten dies wohlwissend, dass die Schlüchterner kein geeignetes Schuhwerk für den Teppich dabei hatten. Man verlangte Unmögliches: Schlüchtern sollte in Socken antreten. Schlüchterns Spieler legten Hand an – ohne Mithilfe der Kasseler – und befreiten die Plätze von den Wassermassen.
So wurde dann doch auf der Außenanlage gespielt. Spitzenmann Jiri Mamica spielte mit seinem Gegner Katz und Maus und gab kein einziges Spiel ab. Routinier Davud Faghih-Zadeh (40) hatte es mit einem 15-jährigen Gegner zu tun, den er mit Stops zur Verzweiflung trieb und letztlich klar gewann. Auf Position zwei startete Henning Schulz furios, führte 6:2 und 1:0, bevor er völlig aus dem Rhythmus kam und zwölf Spiele in Serie verlor. Michael Möller zeigte eine starke kämpferische Leistung und gewann den zweiten Satz im Tie-Break. Im Entscheidungssatz jedoch musste er sich mit 2:6 beugen.
Das längste Spiel bestritt Dirk Methfessel. Nach vier Stunden hieß es 7:6, 4:6 und 7:6 für den Schlüchterner. Dabei holte Methfessel im dritten Durchgang einen 1:5-Rückstand auf und wehrte fünf Matchbälle ab. Methfessels Kommentar: „Angesichts meiner Leistenzerrung war das eine Energieleistung, die ich ohne die Provokationen und Beleidigungen seitens des Gegners und der Zuschauer nicht hätte abrufen können.“
Die Doppel gingen dann alle an Schlüchtern. Schulz/Methfessel und Möller/Weber hatten aber ebenso viel Widerstand zu brechen wie Mamica/Faghih-Zadeh. Stolz auf die eigene Leistung und entsetzt über das sportlich unfaire Auftreten der Kasseler trat die Mannschaft als Sieger die Heimreise an.

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