Tennis: MSG Bad Soden-Salmünster/Wächtersbach bald Verbandsligist?
Von Oswald Leibold
Bad Soden-Salmünster
Die Tennisspieler der MSG Bad Soden-Salmünster/Wächtersbach stehen unmittelbar vor dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte, dem Aufstieg in die Verbandsliga. Von der Bezirksliga B ausgehend, gelangen in vier Jahren drei Aufstiege bis in die Gruppenliga.
Wie der Neuling bisher die Liga beherrscht, muss schon überraschen. Fünf Siege, 91:14 Matchpunkte und als knappstes Resultat ein 14:7 gegen Baunatal sprechen eine klare Sprache der Überlegenheit. Allein mit dem Mitwirken des neu in dieser Saison hinzugestoßenen slowakischen Spitzenspielers Frantisek Polyak, der noch vor drei Jahren unter den Top 500 der ATP-Weltrangliste geführt wurde, ist diese Dominanz sicher nicht zu erklären.
„Polyak ist natürlich ein überragender Spieler, aber er hat vielmehr als sportliches Vorbild für eine riesige Euphorie im gesamten Verein gesorgt“, berichtet Klaus Kistner, der Sportliche Leiter und Trainer des Vereins. Das Team sei eine über lange Zeit gewachsene, gute Mischung an Tennistalenten, die durch Polyak einen neuen Reiz erfuhren.
„Früher machten sich die Spieler teilweise zwei Minuten warm und donnerten dann drauflos, heute sind alle fokussiert auf Polyak und nehmen sich ein Beispiel daran, wie dieser sich aufwärmt, sich dehnt und auf ein Match vorbereitet“, berichtet Klaus Kistner nicht ohne Begeisterung in seinen Worten.
Kistner selbst war jahrelang als Jugendwart von 1996 bis 2009 der „Tennis-Ziehvater“ der nun so erfolgreich auftretenden Mannschaft, die zum Großteil seit nunmehr 15 Jahren eine Tennis-Einheit bildet. Spitzenmann Polyak, Christian Glock, der auf Position zwei bisher mit 4:1 Siegen eine überragende Saison spielt, sowie Damian Younes, Christoph Dietz und Lukas Brüning sind allesamt Mitte 20, also im besten Sportleralter. Lediglich Michael Rebele ist mit 34 Lenzen etwas reifer.
Nicht den kurzfristigen sportlichen Erfolg sucht die Tennis-Spielgemeinschaft. Vielmehr denken die Macher und Förderer des Vereins, Marco Hepp und Peter Resnitzek (beide Bad Soden-Salmünster), sowie die Wächtersbacher Sebastian Werner und Lothar Weisgerber, langfristig. Und sie setzen auf die Jugend, denn auch dort hat die Welle der Euphorie erfolgreiche Spuren hinterlassen. Hier haben sich Bad Soden-Salmünster, Wächtersbach und Birstein zur MSG Kinzigtal zusammengefunden. Derzeit jagen über 100 Jugendliche des Vereins die Filzkugel übers Netz. Bei den Bezirksmeisterschaften in Steinheim errangen die Nachwuchsspieler mehrere zweite und dritte Plätze und stellten mit dem neunjährigen Felix Fass, Fabian Neff (12) und Julia Loos (13) drei Titelträger.
Auch TC-Damen feiern
An diesem Wochenende wird die durch die Schulferien unterbrochene Tennissaison mit zwei noch zu absolvierenden Spielen fortgesetzt. Am morgigen Sonntag (ab 9 Uhr) gastieren die Herren der Spielgemeinschaft in Vellmar. Ein Sieg dürfte dann bei derzeit zwei Punkten Vorsprung auf Lokalrivale TV BW Schlüchtern angesichts des überragenden Matchpunkteverhältnisses zum Titelgewinn genügen.
Dann ist garantiert eine rauschende Meisterschaftsfeier angesagt, denn ein vergleichbarer Erfolg in der hiesigen Region gelang einzig dem TC Gelnhausen vor 20 Jahren. Ob Klaus Kistner dann auch wieder Musik der Hardrock-Band AC/DC auflegt wie in der Warmspielphase seiner Mannen vor jedem Heimspiel am Sonntagmorgen?
Wie dem auch sei. Zu dieser Feier dürften mit großer Wahrscheinlichkeit auch die Damen 40 des TC Bad Soden-Salmünster hinzustoßen. Die Mannschaft um Brigitte Dietz strebt als souveräner Tabellenführer der Verbandsliga gar dem Aufstieg in die Hessenliga entgegen, würde dann also noch eine Klasse höher spielen als die Herren der Tennis-Schöpfung.

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