Vier Müller-Tore: Herolz schlägt Schlüchtern/Elm 5:2
Von Oswald Leibold
Schlüchtern
Viel besser hätte die Premiere für den SV Herolz in der A-Liga Schlüchtern wohl kaum verlaufen können. Die von der Konkurrenz zum Topfavoriten erklärte Germania schlug die SG Schlüchtern/Elm mit 5:2.
Dabei sah es für die einmal mehr enttäuschende Spielgemeinschaft Schlüchtern/Elm beim Seitenwechsel angesichts eines 1:5-Rückstands nach einem wahren Debakel aus. Das Schlüchtern/Elmer Strohfeuer mit der frühen Führung durch Steffen Gaul (8.) erlosch keine zehn Minuten später.
Binnen 180 Sekunden drehte der SV Herolz nicht nur das Spiel, sondern führte zumindest eine Vorentscheidung herbei. Jonas Müller, Dennis Gerlach und abermals Jonas Müller machten zwischen den Spielminuten 17 und 20 aus einem 0:1 einen 3:1-Vorsprung.
Es waren zwei Spieler, die der fairen Begegnung ihr Gepräge gaben. Der vierfache Herolzer Torschütze Jonas Müller entwickelte sich zum Schreckgespenst der Schlüchtern/Elmer Abwehrformation. Die Gegenspieler schauten treu und brav zu, wenn der robuste Müller im Strafraum zum Kopfball hochstieg.
Ein noch größeres Problem mit der Spielweise Müllers hatte Torhüter Thomas Schilling. Doch der hatte einen reichlich schwarzen Tag erwischt, musste sich die Treffer Jonas Müllers zum 1:1 und zum 4:1 ankreiden lassen. Der freilich schoss aus den unmöglichsten Entfernungen aufs Tor, und Schilling zitterten offenbar die Knie.
Das 1:1 entsprang einem Freistoß aus gut und gerne 40 Metern Entfernung, der in der Mitte des Gehäuses unter der Latte einschlug. Auch das erneute Freistoßtor Müllers zum 4:1 aus Minute 35 durfte Schilling nicht passieren lassen. Aus halblinker Position und aus über 30 Metern abgefeuert, setzte der Ball tückisch auf, Schilling tauchte unter dem Leder durch und sah höchst unglücklich aus.
Herolz ruhte sich nach dem Wechsel auf seinem komfortablen Vorsprung aus, tat nicht mehr als nötig. Der SG Schlüchtern/Elm konnte man das Bemühen nicht absprechen, und Felix Schlichting gelang die Ergebniskosmetik. „Wir haben nicht verloren, weil wir spielerisch schlechter waren, sondern weil wir aus Situationen Tore kassiert haben, aus denen keine fallen dürfen“, befand Schlüchtern/Elms Trainer Payam Najmi. Außerdem habe er als Coach der SG Hohenzell das erste Saisonspiel schon mal 1:6 verloren und sei dann noch Vizemeister geworden.
Sein Gegenüber Steffen Krah hatte seine Elf in der ersten Halbzeit mit „hohem Tempo agieren sehen“, er wollte den „Ball aber flach halten“ und schob die Favoritenrolle Flieden III zu.
Herolz: Strott, C. Müller, Bunjing, Fritzsch, Hofmann, J. Müller, Hofmann, B. Herbert, Goldhorn, Gerlach, L. Herbert, Hommel, Staudt, Kraus, Richter, Kowaczek, Bertram.
Schlüchtern/Elm: Schilling, Marks, Pfeiffer, Roozban, Masold, Theodor, F. Schlichting, Greif, M.Schlichting, Gaul, Eckhardt, Richter, Lenz, Ferhat Tuerkaslan, Lingelbach, Fatih Tuerkaslan.
Schiedsrichter: Mattias Kristek (Büdingen). Zuschauer: 350. Tore: 0:1 Steffen Gaul (8.), 1:1 Jonas Müller (17.), 2:1 Dennis Gerlach (18.), 3:1, 4:1, 5:1 (20., 35., 41.) alle Jonas Müller, 5:2 Felix Schlichting (54.)

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