Fünf Tauben bei Olympia 2012
Von Josephin Koch
Ufhausen/ London
Einmal bei Olympia dabei sein. Dieser Traum geht für die beiden Taubenzüchter Thomas Vogt (49) und Paul Nophut (65) aus Ufhausen bei den diesjährigen Olympischen Spielen in Erfüllung. Die beiden Männer schicken insgesamt fünf Tauben nach London zum Olympiaflug.
„Für uns ist es eine einmalige Gelegenheit, auch mal an Olympia teilzunehmen“, erklärt der leidenschaftliche Taubenzüchter Thomas Vogt. Er schickt drei Tauben zum Olympiaflug, sein Freund Paul Nophut zwei Tauben. Trainiert werden die Tauben von den beiden persönlich zu Hause. Natürlich erhoffen sich die Freunde gute Platzierungen ihrer Schützlinge. Doch der olympische Gedanke, einfach einmal dabei zu sein, steht bei dem ganzen Unternehmen im Vordergrund.
Am Dienstagabend hat Paul Nophut die fünf Tauben nach Bad Königshofen (Bayern) gebracht, wo sie eingesetzt und in einem Taubenauto – einem umgebauten Lkw – nach London gebracht werden. Das Wohl der Tiere hat bei dieser langen Reise oberste Priorität. Während der ganzen Zeit steht den Tieren ausreichend Nahrung und Wasser zur Verfügung. Vor dem großen Flug über etwa 750 Kilometer Luftlinie gibt es nochmals eine mindestens 15-stündige Ruhepause. Am morgigen Samstag werden dann die mehreren tausend Tauben aus ganz Deutschland und Europa von London aus auf die Reise zurück nach Hause geschickt.
Olympiaflugteilnehmer im Landkreis Fulda
Joachim Huck (Seiferts): zehn Tauben
Thomas u. Monika Vogt (Ufhausen): drei Tauben
Paul Nophut (Ufhausen): zwei Tauben
Willibald Kirchner (Melperts): zwei Tauben
Engelbert Keidel (Wüstensachsen): zwei Tauben
Thomas Pfefferkorn (Dipperz): eine Taube
Christof Witzel (Kerzell): eine Taube
Horst Schad (Neuhof/Flieden): eine Taube
Andre Jahn (Neuhof/Flieden): eine Taube
Thomas u. Monika Vogt (Ufhausen): drei Tauben
Paul Nophut (Ufhausen): zwei Tauben
Willibald Kirchner (Melperts): zwei Tauben
Engelbert Keidel (Wüstensachsen): zwei Tauben
Thomas Pfefferkorn (Dipperz): eine Taube
Christof Witzel (Kerzell): eine Taube
Horst Schad (Neuhof/Flieden): eine Taube
Andre Jahn (Neuhof/Flieden): eine Taube
Thomas Vogt hat sich natürlich schon ausreichend über die vorherrschenden Wetterbedingungen für den großen Tag informiert. Es soll „Taubenwetter“ sein, also leichter Nord-Ost-Wind, der den Tauben sehr gelegen kommt. Bei guten Bedingungen brauchen die „Olympioniken“ etwa zehn bis zwölf Stunden, bis sie wieder in der Heimat angekommen sind.
Alle Tauben, die an diesem Olympiaflug teilnehmen, werden elektronisch registriert, sodass man am Ende nachvollziehen kann, wer das Rennen gemacht hat. Die Siegertauben bekommen Preisgelder.
Die Tauben im Alter zwischen einem und drei Jahren sollen den beiden Züchtern aus Ufhausen Glück bringen. „So eine Chance wird es so schnell nicht wieder geben. Die nächsten Olympischen Spiele sind in Brasilien, das können die Tauben nicht fliegen“, erläutert Thomas Vogt. Doch die Strecke von London zurück nach Hause sollte für seine Tauben kein Problem sein. Immerhin liegt die weiteste Strecke, die seine Tauben geflogen sind, zum jetzigen Zeitpunkt bei 950 Kilometern.
Organisiert wird das Ganze vom internationalen Brieftaubenverband. Der Olympiaflug der Tauben zum Abschluss der 30. Olympischen Spiele in London hat Symbolcharakter und Tradition. Schon bei den antiken Feiern zur Olympiade in vorchristlicher Zeit schickte man während der Spiele Botentauben. Die Brieftauben sollen Völker verbinden, Heimatliebe und Frieden symbolisieren. Da heißt es für die heimischen Tauben: guten Flug.
Leser-Kommentare ( 1 )
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V.Bayer (1) | 16. August 2012;16.08.2012;1345079579 --> 16 August 2012
Haustiere aussetzen ist absolut unsportlich!
Laut MAZ hat ein Züchter glaubwürdige Zahlen: Von über 1800 deutschen Tauben nur 30 heimgekehrt.
Politik & Behörden dulden dieses faktische Aussetzen von Haustieren. Züchter faseln von "Sport", obwohl es Tierquälerei ist, sie mit brutalen Methoden hohe Leistungen abzwingen, "nutzlose" töten, die Tauben von Beutegreifern getötet werden bzw als verhaßte Stadttaube enden. Dank behördlichem Fütterungsverbot haben sie ein unverdient schlechtes Leben, wie jene, die ihnen helfen wollen.

