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11. August 2012



DOSB-Spitze verteidigt Zielvereinbarungen

Von Claas Hennig, dpa

London (dpa)
DOSB-Präsident Thomas Bach und -Generaldirektor Michael Vesper haben die umstrittenen Zielvereinbarungen mit den Fachverbänden verteidigt. Die beiden Spitzenfunktionäre räumten aber Kommunikationsdefizite ein.

Richtige Feierlaune kam bei der DOSB-Spitze in der Abschlussbilanz der London-Spiele nicht auf. Das verheerende Echo auf die unrealistischen Zielvereinbarungen drängte sogar den gestoppten Negativtrend bei der Zahl der gewonnenen Medaillen fast in den Hintergrund.

Man müsse eingestehen, «dass wir uns mit dem Namen Zielvereinbarung vergriffen haben», sagte Bach in London. «Das sollten in Zukunft besser Fördervereinbarungen sein, um deutlich zu machen, um was es hier geht - nämlich um vier Jahre vor Olympischen Spielen ein abstraktes Potenzial zu identifizieren.»

Vesper, Chef de Mission der deutschen Olympia-Mannschaft, bemühte sich noch einmal klarzustellen: «Die Zielvereinbarungen waren nie als Prognose zu verstehen oder gar als Medaillen-Planwirtschaft.» Es seien keine einseitigen Vorgaben des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) gewesen, sondern mit jedem einzelnen Sportverband gemeinsam entwickelte Einschätzungen der Potenziale. Dieses System der Leistungssteuerung «erfreue sich weiter großer Zustimmung in den Fachverbänden».

Das Bundesinnenministerium hatte am Vortag die internen Zielvereinbarungen erstmals veröffentlicht. Darin strebte das deutsche Olympia-Team in London 86 Medaillen an, davon 28 aus Gold. Kaum ein Verband erreichte die vereinbarten Ziele.

Vor den letzten beiden Wettkampftagen hatte die deutsche Mannschaft mit 43 Mal Edelmetall die Medaillenzahl von 2008 (41) übertroffen. «Dass sie im härtesten Wettbewerb aller Zeiten mehr Medaillen als in Peking hat, hätte ich nicht erwartet», sagte Bach.


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