Das war der Demo-Samstag! 100 Rechte, 1000 Gegendemonstranten, 1000 Beamte

28. August 2017
Fulda

100 Demonstranten der rechtsextremen Kleinpartei „Der III. Weg“ sind am Samstag gut vier Stunden lang durch Fuldas Innenstadt gezogen. Dabei trafen sie überall auf den Protest von etwa 1000 Bürgern. Mehr als 1000 Polizisten sorgten für einen geordneten Ablauf.

Schon um die Mittagszeit war in der Innenstadt zu spüren, dass dieser Samstag von einer gedrückten Stimmung geprägt sein würde. Fast gespenstisch wirkte das leergefegte Bermudadreieck – zumal angesichts einer überwältigenden Polizeipräsenz. Zuvor hatten die Beamten schon Autofahrer auf den in die Innenstadt führenden Straßen kontrolliert.

Zahlreiche Gegendemonstranten: „Der III. Weg“ zieht durch die Innenstadt (mit Video)

Update 21.44 Uhr: Die Polizei teilte am Samstagabend mit, dass mehr als tausend Bürgerinnen und Bürger am Samstag an verschiedenen Orten im Stadtgebiet gegen die Demonstration von rund 100 Personen der rechtsextremen Partei „Der III. Weg“ protestiert haben. Der geplante Aufzugsweg der Partei „Der III. Weg“ wurde am Buttermarkt wegen einer Spontanversammlung kurzfristig geändert.

Die Polizei hatte ein großes Aufgebot von mindestens 1000 Polizisten im Einsatz. In Gruppen begleiteten sie den Demonstrationszug, der sich gegen 15.30 Uhr in der Goethestraße in Bewegung setzte. Angeführt von einem Kleintransporter und einem Stichwort gebendem Einpeitscher am Mikrofon, zogen die Demonstranten – ausgestattet mit beigen Shirts und grünen Schildern – zunächst zum Peterstor, wo der Zug dann für etwa eine halbe Stunde ins Stocken geriet.

Am Eingang der Sparkasse hielten die rechten Demonstranten dann ihre Hauptkundgebung ab – unter lautstarkem Protest Hunderter Einheimischer und auch Touristen, die von der Demo überrascht wurden. Eine Versammlung auf dem Uniplatz hatte das Bündnis „Fulda stellt sich quer“ organisiert. Dort – wie bei einer zweiten Gegenversammlung – lösten Reden und Livemusik einander ab.

Demo „Der III. Weg“: Gericht kippt einige Auflagen - bunte Gegenkundgebung

Gegen neun dieser Auflagen legte die Partei Widerspruch vor dem Verwaltungsgericht ein - teilweise mit Erfolg. Wie das Verwaltungsgericht am Freitag in der Pressemitteilung angab, sei den Rechtsextremen am Samstag unter anderem das Mitführen von zwei Trommeln gestattet worden. Die für Samstag, 26. August, angekündigte Demo der als rechtsextrem eingestuften Partei „Der III.

Vom Uniplatz aus startete am Nachmittag ein Demonstrationszug, der an der Stadtpfarrkirche und über die Friedrichstraße und das Stadtschloss führte – und schließlich am Buttermarkt endete, wo die Gegendemonstranten in Sprechchören gegen den „III. Weg“ protestierten. Viele der Gegendemonstranten begleiteten den Zug der Rechten in die Robert-Kircher-Straße, wo es eine zweite Kundgebung der Partei gab.

Das war der Demo-Samstag! 100 Rechte, 1000 Gegendemonstranten, 1000 Beamte

Kleinere Sitzblockaden von Gegnern des „III: Weg“ behinderten für Momente. Bei der Ankunft am Bahnhof gegen 18.30 Uhr wurde dann das gesamte Ausmaß der Polizeistärke deutlich: Auf und rund um den gesamten Platz, auf der Galerie vor dem oberen Eingang und die Bahnhofstraße beiderseits säumend standen Hunderte, die bei drückender Hitze über Stunden in voller Montur im Einsatz waren, um Demonstranten und Gegendemonstranten zu ihrem Recht zu verhelfen.

Der Redner der Schlusskundgebung äußerte sich ausschließlich zu Schreckensszenarien – etwa von Deutschen, die aus ihrem Land flüchten müssten. Mehr zu dem Demonstrationssamstag in Fulda lesen Sie in unserer noch ausführlicheren Berichterstattung zum Thema am Montag auf mehreren Seiten in der gedruckten Ausgabe der Fuldaer Zeitung sowie im E-Paper. / lr, vn, sar

Fraktionen rufen zu Gegenkundgebung zur Versammlung der Partei „Der III. Weg“ auf

„Für ein demokratisches und weltoffenes Fulda“: So lautet das Motto einer Gegenkundgebung zu dem für den 26. August geplanten Demonstrationszug der als rechtsextremistisch eingestuften Partei „Der III. Weg“. Alle in der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung vertretenen Fraktionen rufen zur Teilnahme auf.